Sommerpause allerorts

Das Wetter zeigt sich wieder von seiner besten Seite, zumindest bei uns im Stuttgarter Raum. Viele meiner Kolleginnen treten ihren wohlverdienten Urlaub in den nächsten Tagen an, leider ich noch nicht. Denn trotz Sommerpause gibt es einiges zu tun. Und das hängt mit unserer Modenschau von der Maßschneider-Innung Stuttgart zusammen, die 9 Kolleginnen miteinander auf die Beine stellen werden.

Was soll ich sagen, der Druck im Nacken wird größer, denn die Modenschau am 22.September 2017 in der Handwerkskammer Region Stuttgart rückt immer näher heran.

Und es gibt noch viel zu tun.

Werde mich kommende Woche ans zuschneiden einiger Teile machen, denn die Wochen werden ja gefühlt immer kürzer bis zum Termin. Daher halte ich mich heute nicht lange mit Erzählungen auf, sondern wünsche euch allen eine wunderschöne nächste Woche.

Ach ja, wenn meine Zeit es zulässt, werde ich ein paar Bilder und Verarbeitungstechniken einstellen.

Bis bald

EdithF

Dein Start

Falls Du meine letzten Beiträge gelesen hast, möchte ich heute für den Start noch ganz kurz etwas dazu fügen. Durch Zufall bin ich auf die Seite Erfolg-Magazin gestoßen und war angenehm überrascht, als ich den Hinweis auf den Businessplan vorfand. Auch ich bin ein Freund dieser Aufzeichnungen, denn es gibt einem selbst den Überblick wo man steht.

Lies den Artikel durch, vor allem den ersten Abschnitt der klar aussagt für wen ein Businessplan in erster Linie ist.

Für unseren Bereich der Selbstständigkeit mit einem Schneideratelier, habe ich die wichtigsten Dinge in meinem Ratgeber <Der Businessplan> zusammengestellt. Wer sich dafür interessiert, kann sich den Businessplan bei Xinxii erwerben.

Falls Dich noch mehr interessiert aus dem Reich der Maßschneiderei, schreibe mir eine Nachricht, ich melde mich dann bei Dir.

EdithF

Maßschneider werden

immer noch gibt es sehr viele junge Menschen die sich vorstellen könnten, diesen kreativen Beruf zu erlernen. Zu meiner Freude steigt auch wieder der Wunsch nach einem eigenen Atelier. Wenn Du genügend Ausdauer hast, einen guten Grundstock in Schnitt, sowie in der Verarbeitung besitzt, nicht vergessen sollte man auch den betriebswirtschaftlichen Teil, dann verleih deinen Träumen Flügel, aber vergiss nicht am Anfang einige Flugstunden einzuplanen.

Sicher ich gebe zu, es ist ein berauschendes Gefühl das erste Mal in dem eigenen Atelier, oder gar einem Ladengeschäft zu stehen und die bewundernde Blicke der Gäste die zur Eröffnung erschienen sind zu genießen. Vielleicht hast Du ein paar Kleidungsstücke gefertigt und stellst diese aus, oder hast sonst einen genialen Einfall, wie Du die Anwesenden Gäste überraschen wirst.

Ich sage an dieser Stelle mit Absicht Gäste, denn Kunden sind sie erst dann, wenn ein Auftrag eingeht. Und dann, ist es oft ein ganz schmaler Grad der vorsichtig begangen werden sollte, dass aus dem Kunden, ein wieder kehrender Kunde wird. Der dann letztendlich zum Stammkunden wird. Perfektion und sehr viel Fingerspitzengefühl ist nun gefragt, um die geheimen Wünsche der Kunden zu erraten und letztendlich zu erfüllen.

Sieh die nächsten Sätze nicht als Klug…… an, nein dies liegt mir fern. Ich möchte Dir einfach auf dem Weg den Du beschreiten möchtest etwas mitgeben, was Dich vor den Enttäuschungen bewahrt.

Das erste was ich in meiner langjährigen Tätigkeit immer wieder gemacht habe, ich habe mich weitergebildet und meine Arbeitstechniken ausgefeilt. Halte Dir immer vor Augen, die Konfektion ist heute in dem Bereich wo wir uns eine Nische erhalten haben perfekt. Und der Kunde wird dich daran messen, ob Du es drauf hast und dein Geld wert bist. Heute will der Kunde nicht mehr wissen, ob viel Handarbeit vorhanden ist, sondern das ganze Paket muss stimmen. Es ist daher nicht einfach, den erforderlichen Preis zu erhalten. Bist Du gut, so ist es OK die Stunden zu verrechnen. Solltest Du zweifeln (sei bitte ehrlich zu Dir), dann versuch Dir das was Dir fehlt anzueignen. Es gibt Fortbildungen für jeden Bereich, die Du auf jeden Fall in deinen Jahresplan einplanen solltest.

Das Geschäft an der Kundenfront, manchmal ist es ganz einfach, doch auch oft sehr schwierig und nervenaufreibend.

Man sagt nicht umsonst, überall wo der Mensch seine Hüllen fallen lässt, da wird es intim. Für manche Menschen bedeutet dies, dass Dinge erzählt werden, die sonst nicht an die Öffentlichkeit dringen würden. Daher bitte Verschwiegenheit und Diskretion, das ist das oberste Gebot. Soviel zur Psychologischen Seite der Maßarbeit. Die Zeit für den Kunden, das ist ebenfalls ein ganz besonderes Thema. Es gibt Kunden, für die ist ein Besuch beim Schneider das Highlight des Tages und sie wollen dies genießen.

Auch ich habe in meiner langjährigen Tätigkeit oft damit zu tun gehabt, wie ich den einzelnen Kunden behandle, letztendlich muss das ein jeder nach seinen Vorstellungen tun.

 Das war ein kurze Einblick in unser tägliches Atelier-Leben.

Bis bald

EdithF

Endlich Geselle

Prüfung

Noch waren meine Prüflinge nicht ganz fertig, es stand noch die mündliche Prüfung an. Allerdings hatte ich seither damit nichts zu tun, bis dieses Jahr. Etwas überrascht aber dennoch erfreut, wurde ich für die Abnahme der mündlichen Prüfung einberufen.

Da dies für mich das erste Mal war, ging es mir wie meinen Prüflingen, ich war aufgeregt, ob ich dem ganzen gerecht werde mit der Notengebung.

Zu dritt saßen wir Im Prüfungskomitee und um 8:00 Uhr am Montagmorgen ging es los. Im halb Stunden Takt kamen die Prüflinge herein und es folgten die mündlichen Fragen zu den Arbeitsabläufen, dem Prüfungsteil, Maschinenkunde und andere fachliche Fragen.

Es waren interessante und anstrengende Stunden die wir durchstehen mussten.

Denn wieder brach eine Hitzewelle wie bei der praktischen Prüfung über uns herein und das strengte unser Gehirn ganz schön an. Doch es half nichts, vier Tage mussten durchgehalten werden.

Für die Prüflinge war es ebenfalls anstrengend, dass wir manchmal richtig Mitleid mit ihnen bekamen, wenn sie im „Schweiße ihres Angesichts“ vor uns standen. Doch es half nichts, wir mussten korrekt bleiben und durften niemand bevorzugen.

Nach der ersten Runde beim Notenabgleich war dann mein innerliches angespannt sein entwichen, meine Noten wichen kaum von den anderen ab. Immerhin habe ich etliche Jahre pausiert, nicht mehr ausgebildet, war nicht mehr ganz drin in der Ausbildungssache. Doch ich glaube, wenn das Grundwissen steht und man nicht stehenbleibt, den jahrelangen Arbeitsabläufen die sich natürlich mit der Zeit einschleifen vertraut, kann man trotzdem noch mit gutem Gewissen beurteilen, was der Einzelne so drauf hat.

Zum Schluss einer jeden Prüfung haben wir uns noch die Zukunftspläne eines jeden Prüflings angehört und waren doch angenehm überrascht. Ein männlicher Prüfling geht nach Berlin um Mode zu studieren, andere auf die Hochschule nach Reutlingen, andere auf die staatliche Modeschule in Stuttgart, einige setzen gleich die Meisterprüfung darauf und ein ganz geringer Teil möchte sich nochmal neu orientieren.

So das war ein kleiner Einblick in unsere Ausbildung mit Abschluss als Geselle im Maßschneider-Handwerk. Wer mehr davon erfahren möchte kann sich in meinen Newsletter eintragen, dort gibt es Neuigkeiten, Termine, Arbeitsproben aus der Praxis und einiges mehr.

Hier geht es zur Staatlichen Modeschule Stuttgart: http://www.modeschule-stuttgart.de/home/ dort findet am 14.7 und 15.7.2017 die

*street peoms* Fashionshow 2017 statt.

Bis bald

EdithF

Nicht mehr„in Amt und Würden“

Im letzten Jahr, als das Leben wieder eine Kurve nahm und ich danach zwar etwas aus der Spur kam, jedoch verspürte ich das erste Mal auch ein Gefühl von Freiheit. Die anstrengende Monate hingen mir in den Knochen und mein Ehrenamt als Obermeisterin der Maßschneider-Innung litt natürlich auch darunter.

Es war im März 2009 als ich völlig unerfahren dieses Amt antrat. Im Lauf der Jahre wuchs ich in die mir gestellten Aufgaben hinein und es machte mir mit der Zeit Spaß, unseren Beruf der Maßschneider im Außen zu repräsentieren.

Doch bei aller Freude die ich im ausüben der gestellten Aufgaben empfand, hatte ich mir von Anfang an vorgenommen, wenn die ersten Anzeichen von Unzufriedenheit meiner Mitglieder sich melden, darüber nachzudenken wie es weiter gehen soll. Ich habe gehofft, dass ich ein Gefühl dafür bekomme und es wahrnehmen kann. Und dies geschah für mich im letzten Sommer. Ich spürte, dass es rumorte. Im Schnellgang kann keine Innung umgestaltet werden das war mir klar, aber einige Mitglieder wollten einfach mehr. Und die andere Sache war, ich konnte auch manche Dinge nicht mehr nachvollziehen, die gewünscht wurden. Schon immer hatte ich ein gutes Gespür für den Zeitgeist und dieser schlägt in Innungen nicht ganz so schnell, wie es viele sehen möchten. Lange habe ich darüber nachgedacht, ob ich diesen Weg der eingeschlagen wurde mitgehen soll. Zuerst zauderte ich ein wenig herum, denn mein Ego wollte noch nicht aufgeben. Ein dreiviertel Jahr war es noch bis zu den nächsten Wahlen, die einen hätten mich gern von hinten gesehen, die anderen redeten auf mich ein weiter zu machen. Es ist nicht leicht, sich für den richtigen Weg zu entscheiden.

Im Mai war die Generalversammlung angesetzt, die dann verschoben werden musste, wegen zu großer Abwesenheit durch Urlaub der Mitglieder. Immer noch wankte ich, doch wie eine Eingabe kam in den 5 Wochen kurz vor dem nächsten Termin der Generalversammlung meine Entscheidung auf mich zugeflogen. Schluss aus fertig, „Du trittst zurück und zwar ganz“. Ohne noch im Vorstand mitzumischen stand für mich fest, den Weg frei zumachen für die Pläne die meine Mitglieder umsetzen möchten.

Drei Wochen sind nun vergangen und ich habe mich absolut richtig entschieden. Denn jetzt habe ich die Zeit für mich und meine Pläne, die ich nun in die Tat umsetzen kann.

Es ist herrlich, ich muss nicht mehr zu Pflichtterminen, brauche mich nicht um Dinge kümmern die mir die Zeit rauben. Kann mich mit ruhigem Gewissen zurücklehnen und einfach das tun was bei mir anliegt.

Und so schließt sich der Kreis zu meinem letzten Blogartikel

 frei sein für die Dinge die noch kommen