Selbstgemacht

Bei meinen E-Mails fand ich dies: DIY selbstgemacht ist immer gut. Daher habe ich mir für heute vorgenommen, darüber etwas zu erzählen.

Die Mode ein großer Begriff, der alles was sich in diesem Wort herum einschließen lässt umfasst. So auch meinen Bereich, wo ich tätig bin. Nur, dass ich nicht jedem Trend folge, sondern meinen Weg gehe.
In der Textilindustrie hat ja ein grandioser Preisverfall stattgefunden. Kleidung die etwas wert war, vom Stoff und Schnitt, sowie von der Verarbeitung her, wurde verdrängt durch die billig Ware. Nicht dass ich was gegen billigere Produkte im textilem Bereich habe, das ginge zu weit. Jeder Verbraucher darf selbst entscheiden was er kauft.

Wenn ich ein neues Kleidungsstück brauche, dann gehe ich zuerst meine vorhandenen Teile durch, schaue nach, ob für das neue Teil etwas an Kombinationen vorhanden ist, oder ob ich noch ein Teil mehr herstellen muss. Schon vor Jahren habe ich meine Farben gefunden, anhand einer Farb- & Stilberatung, die ich dann selbst erlernt habe, und bei einer Neuanfertigung meinen Kunden mit anbiete. Dadurch grenzt sich die Farbauswahl schon etwas ein und das tolle daran ist, das neue Teil passt sich jedes mal in meine vorhandene Garderobe ein. Naturstoffe kommen meistens bei den neuen Stücken zum Einsatz und die Schnitte sind nicht einer kurzen Saison unterworfen. Meine Arbeit an dem neuen Teil ist zu wertvoll, als dass ich es gleich wieder entsorge.
Vor einigen Jahren hatte ich mal einen Parka aus einem Wollstoff in orange, es war ein tolles Teil. Schön lang und mit genügend Raum zum wohlfühlen, sowie einem gesteppten Innenfutter, war er ein perfekter Winterwärmer. Im Schrank hatte ich noch einen Pelzkragen liegen, der wurde um die Kapuze rundherum angenäht. Niemand sonst besaß solch ein Einzelstück, das die Blicke auf sich zog. In diesem Stil nähte ich mir noch einige Parkas, aber keiner war so ausgefallen wie der orangene.
Warum erzähle ich Dir von meinen alten Klamotten, einfach weil ich Dich ermutigen will etwas anderes als die Masse anzuziehen.
Stell es selbst her.

Ich habe ja in den letzten Beiträgen von unserer Modenschau im September berichtet, auch dies gehört in den Bereich außergewöhnlich. Hier kreiere ich meine eigenen Modelle ohne Schnittvorlage aus einem Modeheft, sondern sie werden von Grund auf von meiner Idee für das entsprechende Modell erstellt. In der kommenden Woche stürze ich mich über meinen Mantel (diesmal ausnahmsweise nicht in meiner Farbpalette) darunter kommt noch ein passende Kleid. Wie ich dabei vorgehe, kannst Du nach und nach hier verfolgen.

Bis bald
EdithF

Voll aus dem Arbeitsleben

Heute möchte ich einmal dazu nutzen Dir einige Beispiele aus dem Unternehmerleben mit einer Schneiderei zu erzählen.
Mein Unternehmerleben gibt es ja nun schon 45 Jahre, was habe ich nicht alles erlebt in dieser Zeit. Manchmal lief es wie von selbst und manchmal hätte man die Kunden am liebsten herein gezogen, damit die Arbeit die so dringend gebraucht wurde, vorhanden war. Ja das mit den Kunden ist so eine Sache die oft nicht eingeschätzt werden kann.
Da kann der Businessplan noch so wunderbar aufgestellt sein, und die Zahlen nach einiger Zeit einen Gewinn hergeben der sich sehen lassen kann. Aber!!!!!!!!!
Wenn das kleine Wörtchen wenn nicht wäre. Am besten ich zeige Dir einmal ein Fallbeispiel aus heutiger Zeit.

Ich habe eine ganz liebe jüngere Kollegin, die ich ab und zu mal unterstütze. Nicht mit Geld, das müssen wir alle hart erarbeiten, sondern ich stehe ihr mit Rat und Tat zur Seite.

Im Frühjahr war es wieder einmal so weit, Sie war völlig ausgepowert und brauchte meinen Rat. Drei Tage pro Woche arbeitet Sie in Vollzeit in einem Stoffgeschäft und zweieinhalb Tage in ihren eigenen Laden. Nun stand wieder einmal das Finanzamt „auf der Matte“ und wollte seinen Obolus einstreichen. Es geht ja nicht darum, dass die Steuer nicht bezahlt werden sollte, sondern es ging ganz einfach darum, was kann in 20 Stunden pro Woche verdient werden.
Das Ergebnis deckte sich nicht mit der Forderung des Finanzamts. So gingen wir die Zahlen und vor allem die Aufträge durch um einen Überblick zu bekommen. Meine erste Frage war, was verdienst Du in den 2 ½ Tagen. Ist es so viel, dass Du die monatliche Schallmauer für ein Kleingewerbe durchbrichst? Oder liegst Du darunter. Also fingen wir an zu rechnen. Sie lies einfließen, dass der Umsatz oft nicht ausreicht, um die anfallenden Kosten, wie Miete, Nebenkosten, Betriebskosten, zu decken. Überlegungen wurden angestellt, ob ein kleinerer Laden sinnvoll sei, oder was sonst noch verringert werden kann. Der Steuerberater hatte die Idee einer Mietminderung, na ja, ich finde das ist keine gute Lösung, da es kein horrender Mietpreis ist.
Die Lösung für die Abgabe der Steuergelder musste anders, sprich mit dem Finanzamt geregelt werden. Dort hilft nur eine genaue Auflistung der Einnahmen und Ausgaben und wenn das Laden-Atelier nicht als Kleingewerbe läuft, sollte ein Antrag dafür gestellt werden. Denn in 2 ½ Tagen wo auch noch Kundenverkehr dabei ist, ist es für eine Schneiderei im normalen täglichen Arbeitsablauf, mit meistens Änderungen von Hosen und kaputten Reißverschlüssen nicht möglich, mehr als die Mindesteinnahmen zu erwirtschaften. Denn Zeitaufwand und Endpreis stehen hier oft in keinem guten Verhältnis.
Wenn wir uns einen Stundenlohn von 35,00 Euro erlauben, dann bedeutet dies auf der Kundenseite, das kürzen der Hose kommt je nach Arbeitsaufwand auf ca. 20,00 bis 30,00 Euro. Das wäre für uns wunderbar, denn schon bei fünf Hosen kommt ein guter Verdienst dabei heraus. Und man hätte auch noch nicht den ganzen Arbeitstag dazu gebraucht.
Schon wieder aber!!!!! Haben wir immer soviel Änderungen, geht uns alles so gut von der Hand, halten uns Kunden auf und und und.

So ein Ladengeschäft steht und fällt mit der Kundschaft. In unserem Gewerbe sind das dann meistens die Änderungen die hereinkommen, selten sind es Neuanfertigungen. Daher bleibt den jüngeren Kollegen auch keine andere Wahl, als noch nebenher einem angemeldeten Job nachzugehen, um die Kosten für Krankenversicherung und Rente nicht selbst tragen zu müssen.

Auch hier habe ich etwas, was Dich als Einsteiger interessieren könnte. Vor ca. einem Jahr bekam ich einen verzweifelten Anruf einer Mutter, welche die Buchführung der Tochter erledigte. Ganz verzweifelt berichtete mir die Frau, ob es denn möglich sei, dass am Jahresende ein Gewinn von nur knapp 3 000,- € von der ganzen Schufterei übrig bleibt. Ich musste der Dame ganz cool mit ja antworten. Es kam ein kleiner Aufschrei zurück, aber von dem Geld kann doch keiner leben. Sie sei selbst im Finanzamt tätig und daher könne Sie den Verdienst nicht verstehen. Ich schon, aber dies wäre zu ausführlich für diesen Blog.

Natürlich verstehe ich, wenn man sich seinen Traum erfüllen möchte, mit einem eigenen Ladengeschäft, doch hast Du keinen guten Sponsor, dann las es sein

Ich hoffe, Du hast Dir schon mein Schneideratelier zum einlesen geholt, darin beschreibe ich wie Du es schaffen kannst. Der Ratgeber Praline oder Blockschokolade führt dich etwas tiefer ins Unternehmertum mit einem Schneideratelier ein, den bekommst Du bei XinXii.

Demnächst stelle ich aus der Praxis für die Praxis ein Exposé zusammen, vielleicht hast Du Interesse und möchtest einen Einblick in unsere Arbeit bekommen. Dann kannst Du gern Deine Mailadresse hinterlassen und bekommst mein gratis Exposé zugesandt.

EdithF

Urlaubsreif

in mir regen sich die Urlaubsgelüste, doch wenn ich meine Kleiderstange so ansehe, sieht es nicht gerade nach Erholung aus. Ich habe ja schon von meinem anstehenden Termin berichtet, der Modenschau im September. Und dafür sollte noch einiges getan werden.

Da ist zum Beispiel der Mantel, dieser muss von Grund auf entworfen werden. Dieser Entwurf sollte sich als Modellschnitt auf Papier wiederfinden, der dann auf den Mantelstoff aufgelegt wird und danach werden die Teile zugeschnitten. Das ist dann erst der Anfang, danach folgt noch der Zuschnitt des Futters. Die Fixiereinlage und verschiedene Bänder sowie Kleinteile gehören auch noch zur Vorbereitung, bis mit der Verarbeitung begonnen werden kann.

Zur Kontrolle ob der Schnitt das wiedergibt was ich mir vorgestellt habe, werden die Teile zuerst einmal zusammen geheftet.

Und das was dann zu sehen ist, ist mein selbst entworfener Mantel. Praktisch von der Vorstellung des Modells bis zur „Erstkontrolle“ alles aus einer Hand.

Wenn ich Teile für Modenschauen entwerfe gehe ich meistens den Weg der Schnitterstellung über die Schneiderbüsten. Dort kann ich mit einem Stück Stoff alles so formen, dass es für mich ein komplettes Bild gibt.

Sonst fange ich natürlich mit einem Grundschnitt an, der mit den Maßen der Kundin erstellt wird und entwickle daraus den Modellschnitt.

Diese Woche bin ich noch mit anderen Aufträgen beschäftigt und kann noch nicht meine Teile von der Puppe nehmen und einen Schnitt davon anfertigen. Doch sobald ich mich ans Herstellen des Mantels mache, werde ich davon berichten.

Sieht etwas zerrupft aus, aber wartet mal ab wie sich das Mäntelchen heraus putzt.

Bis bald

EdithF

Heiß

sehnsüchtig sehe ich in den Nachbargarten hinunter, dort steht ein großer runder Pool. Im Geiste baue ich eine große Rutsche die mich ins kühle Nass befördert. Ein Schwimmbadbesuch wäre vielleicht auch nicht schlecht, aber allein! Meine beiden Badenixen die mich in den letzten Jahren zu manch Badespaß verführten, sind anderweitig beschäftigt, und bei mir drängt die Modenschau im September. Na ja, träumen darf man schon mal, wenn die Temperaturen einen zu Schweißausbrüchen bringen, die dann in feuchten Händen enden.

Alles klebt und pappt, wie um Himmelswillen soll man dann die kleine dünne Handnähnadel von 3,4 cm halten. Ich liebe diese kleinen Nadeln, mit ihnen kann ich wunderbar an den feinsten Stoffen die Säume und was es sonst noch alles gibt nähen. Allerdings gibt mein Nadelkärtchen nun nichts mehr her, denn im Lauf der Zeit habe ich sämtliche Nadeln verbraucht.

Sicher denkst Du nun, so ein Quatsch, es gibt Nadeln ohne Ende zu kaufen. Das weiß ich schon, aber nicht mehr diese Marke von einst. Es waren Nähnadeln so fein und zart, die durch den Stoff nur so hindurch flutschten.

Die heutigen Prym Nadel sind zwar auch sehr dünn, doch durch das Goldköpfchen nicht ganz so flutschig.

Natürlich verwende ich auch etwas stärkere Nadeln, denn die Stoffe sind ja verschieden. Ich achte aber immer darauf, dass die Nähnadel nicht zu dick ist, denn sonst müht man sich ab beim durchstechen der Stoffe, vor allem dann, wenn kein Fingerhut benutzt wird. Mit diesen kleinen Dingern auf dem Mittelfinger, kannst Du problemlos die Nadel durch den Stoff führen. Die Kraft kommt aus dem Mittelfinger und strengt nicht so an. Probiere es mal aus, nach einiger Übung geht es wie von selbst.

Die Nadelstärken setzen sich bei den Nähmaschinen fort. Hier ist es genauso wichtig die richtige Stärke auszuwählen, denn sonst gibt es vielleicht eine Enttäuschung beim Nähen.

Und was ganz wichtig ist, die Nadel darf nicht beschädigt sein, zum Beispiel durch über nähen von Stecknadeln, oder dicken Stellen im Stoff, da bekommen die Maschinennadeln einen ganz leichten Haken und dieser lässt bei der Naht ein unschönes Bild zurück. Also immer schön auswechseln, dann gibt es keine Ziehfäden.

Wie Du siehst, lebe ich noch die gute alte Maßschneiderei in der Verarbeitung, doch ich kann auch die andere Variante, das konfektionierte Nähen. Beides miteinander kombiniert, lässt so manch tolles Outfit entstehen.

Willst Du mehr darüber erfahren, schau wieder vorbei.

So für heute ist Schluss, ich entwerfe nun meinen Schnitt für den Mantel, der auf den Laufsteg bei für der Modenschau soll.

Bis bald

EdithF