Zeitgeist

Am Freitag den 04. Mai 2018 war es wieder soweit die alljährliche Modenschau der Kerschensteiner Schule fand statt.

 
Das Motto der diesjährigen Modenschau hieß Zeitgeist. Eine Reise durch die Zeit ließ mich abtauchen in meinen eigenen Aufbruch in die Welt der Erwachsenen. In Gedanken war ich das junge Mädchen mit kurzem Minikleid in Zeltform was damals sehr angesagt war. Die Aufbruchszeiten in der Modewelt habe ich zum größten Teil miterlebt.

Rock ’n‘ Roll war gerade am Abklingen und Twiggy kam. Das war die Stilikone der 60er und prägte das damalige Frauenbild. Was über Sie geschrieben wurde, dazu einen Artikel aus der VOGUE http://www.vogue.de/fashion-shows/models/twiggy-stilikone

 

Zeitgleich machte noch eine andere Mode auf sich aufmerksam. Courage Bilder dazu findet ihr hier courage+mode+1960+Vogue .

 

Dann gab es Pop Sänger und Sängerinnen, die mir noch gut in Erinnerung sind. In England die Pop Sängerin Sandy Show sie trat meistens barfuß auf. Salvatore Adamo war auch so ein Star, den wir Mädchen damals anhimmelten. Ich weiß es noch ganz genau, wir hatten in meinem Lehrbetrieb eine neue Meisterin bekommen und sie schwärmte von Adamo. Cliff Rirchard der Sonnyboy meiner Jugendjahre, was war der schön. Ich könnte noch unendlich weiter schwärmen, wollte aber über die Modenschau berichten.

 

Der nächste Durchgang war Flower-Power. Ja auch diese Mode ging an uns Teenys nicht vorbei. Flower-Power das Schlagwort der Hippiekultur. Wir nähten uns Schlaghosen und häkelten uns ganze Kleider. Insgesamt war dies eine ereignisreiche Zeit nicht nur in der Mode, sondern im ganzen Weltgeschehen. http://www.20jahrhundert.de/flower-power.html

 

Die Reise ging weiter zu den Seventies jetzt kommt für mich eine Zeit vom Abschied der Jugend hineinkatapultiert in die Welt der Erwachsenen, die ich etwas traumwandlerisch durchlebt habe. Ich musste in dieser Zeit so viel bewältigen, dass ich oft gar nicht richtig im hier und jetzt lebte. Heute bedaure ich dies manchmal, denn oft stellt man in solchen Phasen die falschen Weichen für die Zukunft. Na ja und heute bin ich Old school so wie der drittletzte Durchgang hieß.

 

Willkommen in Zwanzigachtzehn war mit „Heute ist schon gestern“

  Marco Michalzik   

So war der vorletzte Durchgang im Untersatz bezeichnet.

Wie wahr.

Bis bald EdithF

Einkommen und Auskommen

Heute nehme ich mir mal wieder unseren Bereich der Berufstätigkeit vor. Das Einkommen, manchmal könnte man aus der Haut fahren beim Blick in den Topf am Monatsende.
Wir blicken in gähnende Leere und fragen uns, von was soll ich in den nächsten Wochen leben.


Nun ich habe etwas ganz wunderbares in der letzten Woche gelernt auf einem gigantischen Motivations-Seminar. 4 Tage vollgepackt mit Übungen und Lerntipps wie Du Deine Ziele erreichen kannst. Wunderbar waren die Gespräche mit anderen Teilnehmern in den Pausen.
Ich habe viel gelernt über die Lebenseinstellung, Strategien, Visionen, Ziele und vieles mehr. Wie man seine Emotionen und Gefühle in den Griff bekommt und seine Angst besiegt.


Dies erzähle ich Dir alles, weil letztendlich Dein Einkommen und Auskommen hier in diesem Bereich seine Wurzeln hat. Auch ich habe dies über viele Jahre nicht bewusst in mich aufgenommen. Einige gravierende Fehler sind dabei entstanden in der Vergangenheit, es gibt jedoch nichts, was man nicht wieder in auf Linie bringen kann.

Du bist Einsteiger in die Selbstständigkeit mit Deinem Kleinunternehmen und möchtest Dir die Erfahrung aus einer gelebten Selbstständigkeit holen?
Aus meinem reichhaltigen Schatz meiner Lebenserfahrungen berichte ich Dir, welche Hürden es auf dem Weg gibt und was die Glücksmomente sind. Auch mein Leben musste wie schon erwähnt viele Tiefschläge ertragen. Ob dies privat oder beruflich war, eins hängt mit dem anderen zusammen, die Waagschalen sollten immer gleichmäßig gefüllt sein. Denn bricht die eine Seite zusammen, wird automatisch die Gegenseite kraftlos. Ich bin nun über 45 Jahre selbstständig und habe auf dem langen Weg durch dieses Arbeitsleben schon sehr viel erlebt. Möchtest Du mehr darüber erfahren, dann schreibe mir.

Frauenkleider

So nennt sich eine Gruppe bei Facebook. Hier stellt sich die Frage, was sind Frauenkleider. Sind es Kleider für, dicke, dünne, alte, junge Frauen. Ist dabei alles gemeint, von Hemdchen Slip und BH bis zur Outdoorjacke. Wahrscheinlich schon.

Meine eigene Kleidung würde ich nun absolut in die Kategorie Frauenkleidung einordnen. Sie ist mal sportlich mal elegant je nach Anlass und hat einen Hang zur Bequemlichkeit, die sich mit dem richtigen Schnitt verwirklichen lässt.

Nächste Woche steht bei mir ein Seminar auf dem Plan und dazu habe ich mal eine Kleiderschrank-Inspektion vorgenommen.
Manchmal lohnt sich das, bevor man sich auf ein neues Model stürzt. Denn was ist die Frage bei uns Frauen, was ziehe ich an. Es soll bequem sein und nicht viel Platz im Koffer einnehmen, denn ich habe mich für die Fahrt mit der Bahn entschieden. Doch ein klein wenig soll sich meine Kleidung doch von der Masse abheben.

Ich habe bei der oben genannten Inspektion ein Kleid gefunden, welches ich erst einmal zerlegt habe. Warum, weil mir der Schnitt nicht mehr gefiel. Das Kleid hatte im Vorderteil eine Faltenpartie, die bei meiner aus dem „Ruder“ gelaufenen Taille nicht mehr schick war. Jetzt habe ich daraus einen Hänger gestaltet, der mit den passenden Accessoires, Kette, Strümpfe, Schuhe wieder zu mir passt.
Dann gab es noch einen Rock, der hatte ein Futter, das ständig beim sitzen hervor blitzte. Zuerst dachte ich, dass es auch ohne Futterrock gehen würde, aber das gewurschtel an den Beinen kann ich nicht ab. Also auch dieses Objekt überarbeitet, es bekam einen neuen Futterrock. Jetzt ist meine Garderobe ziemlich vollständig und ich sehe der nächsten Woche gelassen entgegen. Fast hätte ich mein gutes Stück vergessen, ganz neu entstand eine Jeanshose, die genau da passt und sitzt, wo sie sitzen soll.


Möchtest Du mehr zu den Schnitten erfahren, dann melde Dich kurz bei mir.

Flaute im Atelier

Kennst Du das, Weihnachten und Silvester sind vorüber und Dein Stimmungsbarometer hängt tief im Keller. Vor allem, wenn Du die Aufträge ansiehst, bekommst Du schon so ein leichtes flaues Gefühl im Magen. Wenn alles abgearbeitet ist, hat die Kasse immer noch Ebbe, doch die Betriebskosten sollen am Monatsende bezahlt werden.

Diese Schauergeschichte habe ich ganz bewusst für den Anfang eines neuen Jahres gewählt, denn ich würde mich doch sehr wundern, wenn es heutzutage anders läuft.
Zu meiner Zeit galt folgende Faustregel: Januar ist Flaute im Betrieb, weil Weihnachten und anschließender Silvester die Kasse der Kunden ganz schön geschröpft hat. Es ist immer noch Winter und Frühlingsgefühle wollen sich noch nicht einstellen. Dazu kommen die ganzen Abgaben, die am Jahresanfang (auch privat) getätigt werden müssen und es bleibt kein Geld mehr übrig, um sich geheime Kleider-Wünsche zu erfüllen.

Was kannst Du dagegen tun, um diese Löcher im Vorfeld auszufüllen.
Vielleicht bist Du in der glücklichen Lage für Konfektionsfirmen zu arbeiten oder hast schon im Herbst einen guten Auftrag bekommen, den Du nun abarbeiten kannst. Das wäre natürlich das Beste was Dir passieren kann.
Wenn dies jedoch alles nicht zutrifft und Du ganz verzweifelt nach Kunden Ausschau hältst, dann verrate ich Dir hiermit ein Geheimnis, auch ich war jahrelang von der Flaute am Jahresanfang betroffen und im Karussell der Kundensuchmaschine gefangen. Das zog sich einige Jahre so hin, bis ich eines Tages Kontakt zu meiner ersten Konfektionsfirma bekam. Von diesem Zeitpunkt an konnte ich 3 x im Jahr mit festen Einnahmen rechnen, die mir dann geholfen haben meine Lücken wieder aufzufüllen. Nach und nach kamen dann noch Aufträge von Kunden, Theatern und Musical dazu und mein Atelier war gut ausgelastet.

Dies ist jedoch nur die Kurzfassung von dem, was Dich erwartet, wenn Du am Anfang der Selbstständigkeit stehst. Alles braucht seine Zeit, bis ein Rädchen ins andere greift.

Mit diesem Beitrag möchte ich Dir Mut machen, auch andere Dinge in Deine neue kreative Freiheit einzubinden. Das sind zum Beispiel Fortbildungen in Arbeitstechniken oder im betriebswirtschaftlichem Bereich. Dabei erlernst Du Arbeitstechniken die Du noch nicht beherrscht oder Deinen Betrieb gut zu managen, Arbeitsabläufe zu organisieren und vieles mehr.

Bis bald

EdithF

Erholt zurück

Das war sehr notwendig nach dem anstrengenden Frühjahr und Sommer. Für einige Zeit weg von den vielen Aufgaben, die es täglich zu erledigen galt.

Nach den letzten anstrengenden Wochen, war mein Akku leer und ich brauchte eine kleine Anlaufzeit, um wieder in Schwung zu kommen. So habe ich mir für heute vorgenommen, die neuesten Beiträge von Shailia Stephens anzusehen und bin beim diesem Video gelandet, welches Sie mit Jesta Phoenix gemacht hat, es lautet “Slow Business“. Für mich ein sehr interessantes Video, denn ich konnte sehr viele Dinge, die besprochen wurden nachvollziehen.

Wir haben ja alle eine Erwartungshaltung an uns, die wir möglichst erfüllen möchten. Sonst sind wir in unserer inneren Meinung, die wir von uns haben nichts wert. Doch das Leben ist manchmal nicht damit einverstanden und wirft uns hin und wieder kleine oder größere Brocken vor die Füße, die wir dann wegzuräumen haben.

Auch ich war nicht verschont davon, wichtig ist nur dabei, danach wieder aufzustehen.

Was sagt uns nun das “Slow Business“? Jeder muss seinen Weg finden, der für ihn passt. Viele verlieren sich dabei in einem Arbeitswulst, den es täglich zu erledigen gibt, dass ihnen keine Zeit mehr bleibt, um schöpferisch tätig zu sein und sind daher ausgebrannt und frustriert. Warum das so ist, ich denke, dass dabei oft der Arbeitsaufwand und der Ertrag nicht in Einklang stehen.

Nicht dass ihr denkt, ich hätte diese Weisheit erfunden, nein auch ich habe mich jahrelang in diesem Hamsterrad bewegt. Und dann kam der große Sturz, der mich fast aufgefressen hat. Doch dies ist eine andere Geschichte.

Wenn Du davon träumst, Deine eigene Selbstständigkeit mit einem Kleingewerbe aufzubauen, dann tue es. Geh Deinen Weg gelassen an, vor allem wenn Du noch Familie hast. Glaube mir, es kommt nicht darauf an, schneller, reicher, besser werden zu wollen, sondern darauf, dass Du glücklich und zufrieden mit dem was Du tust bist. Wenn Du gut bist und Dein Handwerk beherrscht, wird sich der Erfolg auch einstellen.

Hab Geduld, es wird sich lohnen.

Kennst Du schon meine Ratgeber aus der Praxis eines Kleinunternehmers, ich habe sie bei XinXii eingestellt. Ein Exposé dazu gibt es gratis zum Download auf der Seite für Dich.

Tantchens neue Jacke


Habe mir überlegt, was ich Dir aus meinem Arbeitsalltag erzählen könnte. Da kam mir so leise von der Seite ein kleiner Gedankenabstecher in meine Vergangenheit in den Sinn.
Erzählt habe ich ja schon über meine Anfänge, darüber, wie wir in unserer Lehrzeit an die Verarbeitung der verschiedenen Aufträge der Kunden herangeführt wurden. Einst wurden wir zuerst einmal in die Arbeitstechniken die von Hand erledigt werden mussten eingeführt. Stundenlang saßen wir an unseren 8ter Tischen, 4 rechts 4 links und waren damit beschäftigt, erste Anproben vorzurichten. Eine mühselige Arbeit, die mit dem Durchheften mit Heftfaden begann (das war zum bezeichnen der unteren Seite), nach dem auseinander ziehen der beiden Schnittteile wurde der Heftfaden dazwischen aufgeschnitten. Dann folgte das zusammenheften der Teile, damit das Kleidungsstück anprobiert werden konnte.
So war der Ablauf einst in der Maßschneiderei, wo wir Lehrlinge oft den ganzen Tag damit verbrachten diese Vorarbeiten für eine Anprobe zu erledigen. Du kannst Dir denken, dass dies oft nicht so das war, was wir uns so vorstellten. Doch wenn ich heute so zurückblicke, bin ich sehr froh diese Erfahrung gemacht zu haben.
Jahre später als ich schon mein eigenes Atelier hatte, habe ich durch ständiges dazu lernen die Arbeitsabläufe optimiert und mir meine Art der Verarbeitung in ständigem üben so zurecht gelegt, dass viel Zeitersparnis in der Herstellung entstanden ist. Sicher, letztendlich verteilt sich mancher Ablauf und der Hauptzeitaufwand steckt mehr am Anfang, also sozusagen in der Schnitterstellung. Dies gleicht sich jedoch im Fertigungsprozess wieder aus.
Heute gehe ich her, wenn ich zum Beispiel Teile für eine Modenschau entwerfe, dass ich diese erst mal aus einem Nessel oder einem alten Stoff herstelle, um meine Schnittführung zu überprüfen, ob die Weite und Länge stimmt, probiere Ärmel und Krägen ob diese meinen Vorstellungen entsprechen. Wenn dann alles zu meiner Zufriedenheit auf der Schneiderpuppe oder wenn es möglich ist am Model probiert ist, dann kommt die Feinarbeit, der letzte Schliff den der Schnitt noch braucht. Natürlich kommt es beim richtigen Stück auch vor, dass noch eine kleine Korrektur fällig ist, so ging es mir zum Beispiel bei der Herstellung meines schwarzen Mantels.
Doch heute erzähle ich Dir die Geschichte von Tantchens Jacke. Im August besuchte mich meine Tante, Sie war noch nie in meinem jetzigen kleinen Reich, indem ich nun schon 6 Jahre wohne. Meine große Werkstatt musste ich aufgeben und war zuerst einmal völlig am Boden zerstört, dass ich nun keinen Arbeitsplatz mehr habe. Nach einigen Monaten und viel Hirnschmalz, welches ich verbraucht habe, bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass ich noch nicht reif für die „Insel“ bin. Ich fing an, meine Kunden zu Hause zu besuchen und so habe ich mir Stück für Stück wieder meine Aufträge beschafft. Dies war nun vor ca. 8 Jahren. So baute ich mir dann wieder mein Atelier auf, allerdings nur noch im kleinen exklusivem Rahmen. Das heißt für mich, dass ich mich meiner erlernten Tätigkeit widme der Maßschneiderei.
Nun kam Tantchen zu Besuch und ich zeigte Ihr meine Teile, die auf den Laufsteg am 22.September kommen sollten. Da hing sie dann, die Jacke im Chanel-Stil und Tante war hin und weg. Am liebsten hätte Sie das Einzelstück gleich mitgenommen, doch dies konnte ich nicht zulassen. Daher habe ich ein Teil, welches schon Schnitt technisch total abgerichtet war, ein zweites Mal aus dem gleichen Stoff hergestellt.
Du denkst jetzt sicher, das ist doch ein ganz normaler Vorgang, dass mehrere Teile aus ein und dem selben Stoff, mit dem gleichen Schnitt hergestellt werden. Ja das ist es in der Konfektion, aber nicht in der Maßschneiderei. Und darum geht es bei unserem kleinen exklusiven Handwerk und das sollten wir behüten, damit es nicht wie so viele Handwerksberufe verschwindet. Wie Du Dir dies erschaffen kannst, erzähle ich im Lauf der Zeit. Ach fast hätte ich es vergessen, die neue Jacke ist am Samstag per Post bei der Tante angekommen.

„Privatier“

Bin noch immer nicht in meinem inneren dazu bereit, mich wieder stundenlang mit der Herstellung von Kleidungsstücken zu befassen. Manchmal denke ich, dass mir das gewisse Begeisterungsgefühl für meinen Beruf fehlt. Doch diese Gedanken schiebe ich dann ganz schnell zur Seite. Ich möchte mit diesem Beitrag nicht meinem Beruf eine Absage erteilen, nein, ich bin mit Leib und Seele Maßschneiderin. Und wenn es für Dich der Traumberuf ist, freut es mich sehr. Lebe Deinen Traum und werde die oder der Beste, dann wird sich der Erfolg auch einstellen.


Mit meinem heutigen Beitrag möchte ich einfach mal aus der Sicht einer älteren Generation berichten. Wie schon in den letzten Beiträgen zu lesen war, habe ich an einer Modenschau teilgenommen. Wir waren eine bunte Truppe unterschiedlichsten Alters. Da konnte ich einmal wieder so meine Studien betreiben, wer sich was so vorstellt. Für mich selbst steht fest, es war das letzte Mal, dass ich mir diesen Kraftaufwand zumute.

Ich sehe die Dinge einfach etwas realistischer, als manch einer von unserer Zunft, denn die große Zeit der Maßgefertigten Kleidungsstücke, die noch von Kunden bestellt werden, hält sich sehr in Grenzen. Unser Berufsstand wird immer mehr von den großen Konfektionsfirmen ins Aus gedrängt, Kleidung hat heute nicht mehr den Stellenwert wie vor Jahren. Heute ist alles kurzlebig und schnell, dies vereinbart sich nicht mit einem handwerklichen Produkt. Kunden die früher beim Maßschneider die neuesten Kreationen aus Paris nacharbeiten ließen, fahren heutzutage mal kurz selbst nach Paris, oder Mailand und kaufen bei den großen bekannten Designern ein. Ob das Kleidungsstück für die Figur der Kundin passt, das ist eine andere Sache, das Label ist wichtig.

Daher habe ich mal die rosarote Brille abgenommen und mich auf heute bei der Modenschau konzentriert. Wir hatten tolle Teile, doch gibt es die Kundin dafür? Rein rechnerisch, wenn Material und Arbeitszeit verrechnet wird, überlegt sich manch eine Kundin die Anschaffung einer Maßanfertigung. So gab es viele Kleinigkeiten die von den verschiedenen Altersstufen unterschiedlich gesehen wurden. Manchmal passte es in den Zeitstrahl von heute und manchmal war es einfach gestern.

Was stellt sich der Kunde/in heute unter einer Schneiderei vor, hier kommt die Antwort;
das Telefon läutet und der Anrufer fragt: bin ich hier richtig bei der Änderungsschneiderei ……….. Das sucht der Kunde heute, die Änderungsschneiderei, die mal eben einen neuen Reißverschluss dem Anorak verpasst, die zu langen Hosen- oder Jackenärmel kürzt usw. Nicht dass Du jetzt denkst, die ist wählerisch. Ich habe mit Änderungen überhaupt kein Problem, denn dies sind die Arbeiten, welche uns die finanziellen Lücken schließen. Das Problem liegt wo anders, es liegt in der Denkweise von heute.

Schneider war ein angesehener Beruf, den hauptsächlich Männer ausübten. Das lag daran, dass es noch keine Konfektion gab. Wer einen Anzug brauchte, dem blieb der Weg zum Schneider nicht erspart. In meiner langjährigen Selbstständigkeit habe ich vor Jahren noch diese alte Garde von Kollegen getroffen, die für Firmenchefs usw. arbeiteten. Einmal war auch eine besondere Koryphäe aus dieser Zeit dabei, es war der private Schneider des damaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl. Man konnte von diesen Kollegen sehr viel an Verarbeitungstechniken lernen und kam immer neu inspiriert von einem Seminar nach Hause.

Es ist oft frustrierend, wenn ein erlerntes Handwerk mit einer 3-jährigen Lehrzeit auf eine untere Stufe herab gedrängt wird. Früher musste man noch mindestens 3 Gesellenjahre darauf packen, um den Meistertitel zu erlangen. Heute erfolgt der nächste Brief im Anschluss an die Gesellenprüfung. Dafür kann aber der Geselle nichts, Er macht nur das, was angeboten wird. Es war die Politik die uns vor mehr als einem Jahrzehnt in diese Nebenrolle gedrängt hat.
Von meiner langjährigen Zusammenarbeit mit der Konfektion, wo ich 2 bis 3 mal jährlich Musterteile erstellt habe, weiß ich, wie gut die Verarbeitung der Teile war. Um dies zu erreichen, reicht nicht mal eben ein Schnellkurs in Sachen nähen. Darum ist mein Anliegen, die Grundlagen der Maßschneiderei euch ein wenig näher zu bringen. Denn es gibt vieles, was zu einer guten Verarbeitung und Passform dazu gehört.

Genäht habe ich nun schon Jahrzehnte lang und tue es immer noch, wenn auch in eingeschränktem Maß. Jetzt kannst Du Dich bei mir informieren, wenn sich die Probleme nicht lösen lassen bei der Herstellung eines Kleidungsstückes.
Zum Schluss habe ich noch eine Frage an Dich: Wie kommst Du zu den Schnitten, kannst Du Schnittzeichnen? Oder benutzt Du einen Fertigschnitt.
Schreib mir, wie Du es machst.
Bis bald
EdithF

Der Tag X ist vorbei

Es war ein darauf hinarbeiten auf den Tag X, wofür ich viel Willenskraft aufwenden musste. Schon der Gedanke, dass ich nun jede Stunde in meiner Werkstatt volle Power geben muss und mir so gut wie keine Freizeit bleibt, machte mich manchmal ganz kribbelig. Schließlich gibt es ja, außer der Arbeit noch etwas anders zu tun. Doch es nutzte alles nichts, da musste ich durch.
Vor Jahren ging ich noch ganz euphorisch an die Sache heran, sprühte fast über vor Ideen, was ich alles herstellen könnte. Manchmal schoss ich dann total über mein Zeitbudget hinaus, das mir zur Verfügung stand. Auch das ist etwas, was man im Lauf der Jahre lernt, die Arbeitszeit einzuplanen. Natürlich passiert aus auch heute noch, dass nicht alles genau aufgeht, das durfte ich auch dieses Mal wieder einmal erfahren.

Da war die Bluse in Größe 50 für mein Curvy-Model, die nicht so schnell durchlief, oder mein schwarzer Mantel, der sich auch etwas sträubte gegen die Verarbeitung. So verging Stunde um Stunde und aus den Stunden wurde dann ein Tag, der dann wiederum in meiner Planung fehlte.
Ja, wir sind eben Handwerker und keine Maschinen.

Für die Gäste, so hatten wir uns diesmal entschieden, kleine Snacks anzubieten, die wir selbst herstellen wollten. Und der Tag für diese Arbeit war in meiner Zeitplanung von der Herstellung der Outfits verschluckt worden. Was nun, wie plane ich die restlichen Stunden weiter, Nachtarbeit war nicht drin, denn die Näharbeit ging fast bis Mitternacht. Ich entschloss mich für ein paar Stunden Schlaf, denn danach läuft es besser, das wusste ich.
Der Morgen der Modenschau fing dann mit einem kurzen Einkauf der Zutaten für die Häppchen an und danach habe ich den Turbo eingeschaltet und 90zig Snacks hergestellt.
Es folgte das Verpacken der Modelle für den Transport, dazu alles was sonst noch gebraucht wurde. Und selbst musste ich mich ja auch noch stylen.

Um 15:45 Uhr lief ich dann in der Handwerkskammer Region Stuttgart ein, wo unsere Schau stattfand.

Mitbekommen habe ich ja nicht all zu viel, weil ich hinter der Bühne im Einsatz war. Doch eins kann ich mit Sicherheit hier weitergeben, es war eine ausverkaufte, gelungene Modenschau.

Nach Tagen und Wochen mit Zeitdruck bin ich nun völlig ausgepowert und muss mich erst einmal regenerieren, bevor es weiter geht.

Hier gibt es einige Modelle zu sehen
https://www.facebook.com/edith.fruhner

Bis bald
EdithF

Im Fertigungsstress

Puh, komme zur Zeit gar nicht zum schreiben, denn ich bin im Endspurt mit der Herstellung meiner Modenschau Outfits.

Zwischendurch mache ich aber fleißig Fotos damit Du sehen kannst, wie die einzelnen Teile in der Maßschneiderei gearbeitet werden.

Nächste Woche ist Deadline und bis dahin wird geschnitten, fixiert, genäht, gebügelt was das Zeug hält.
Sicher verstehst Du es, wenn ich im Vorfeld keine Fotos von meinen Teilen veröffentliche, denn ein wenig Spannung muss bleiben.
So das war ein kurzer Einblick in mein Arbeitsleben, davon das nächste Mal mehr.

Bis bald
EdithF

Selbstgemacht

Bei meinen E-Mails fand ich dies: DIY selbstgemacht ist immer gut. Daher habe ich mir für heute vorgenommen, darüber etwas zu erzählen.

Die Mode ein großer Begriff, der alles was sich in diesem Wort herum einschließen lässt umfasst. So auch meinen Bereich, wo ich tätig bin. Nur, dass ich nicht jedem Trend folge, sondern meinen Weg gehe.
In der Textilindustrie hat ja ein grandioser Preisverfall stattgefunden. Kleidung die etwas wert war, vom Stoff und Schnitt, sowie von der Verarbeitung her, wurde verdrängt durch die billig Ware. Nicht dass ich was gegen billigere Produkte im textilem Bereich habe, das ginge zu weit. Jeder Verbraucher darf selbst entscheiden was er kauft.

Wenn ich ein neues Kleidungsstück brauche, dann gehe ich zuerst meine vorhandenen Teile durch, schaue nach, ob für das neue Teil etwas an Kombinationen vorhanden ist, oder ob ich noch ein Teil mehr herstellen muss. Schon vor Jahren habe ich meine Farben gefunden, anhand einer Farb- & Stilberatung, die ich dann selbst erlernt habe, und bei einer Neuanfertigung meinen Kunden mit anbiete. Dadurch grenzt sich die Farbauswahl schon etwas ein und das tolle daran ist, das neue Teil passt sich jedes mal in meine vorhandene Garderobe ein. Naturstoffe kommen meistens bei den neuen Stücken zum Einsatz und die Schnitte sind nicht einer kurzen Saison unterworfen. Meine Arbeit an dem neuen Teil ist zu wertvoll, als dass ich es gleich wieder entsorge.
Vor einigen Jahren hatte ich mal einen Parka aus einem Wollstoff in orange, es war ein tolles Teil. Schön lang und mit genügend Raum zum wohlfühlen, sowie einem gesteppten Innenfutter, war er ein perfekter Winterwärmer. Im Schrank hatte ich noch einen Pelzkragen liegen, der wurde um die Kapuze rundherum angenäht. Niemand sonst besaß solch ein Einzelstück, das die Blicke auf sich zog. In diesem Stil nähte ich mir noch einige Parkas, aber keiner war so ausgefallen wie der orangene.
Warum erzähle ich Dir von meinen alten Klamotten, einfach weil ich Dich ermutigen will etwas anderes als die Masse anzuziehen.
Stell es selbst her.

Ich habe ja in den letzten Beiträgen von unserer Modenschau im September berichtet, auch dies gehört in den Bereich außergewöhnlich. Hier kreiere ich meine eigenen Modelle ohne Schnittvorlage aus einem Modeheft, sondern sie werden von Grund auf von meiner Idee für das entsprechende Modell erstellt. In der kommenden Woche stürze ich mich über meinen Mantel (diesmal ausnahmsweise nicht in meiner Farbpalette) darunter kommt noch ein passende Kleid. Wie ich dabei vorgehe, kannst Du nach und nach hier verfolgen.

Bis bald
EdithF