Zeitplan

Heute wollte ich eine andere Anfertigung einschieben, doch mein Zeitplan geriet durcheinander.
Beim Durchforsten meines Kleiderschranks musste ich feststellen, dass etwas Hosennotstand für den Winter herrscht. Natürlich könnte ich mal schnell in den Laden gehen und mir 1 oder zwei Hosen kaufen. Doch wie ich schon bei dem Mantel berichtet habe, ist es nicht einfach eine Hose zu finden, die optimal meinen Maßen gerecht wird. Meine Figur sieht zwar auf den ersten Blick nicht nach einer Problemfigur aus doch wir Frauen haben da ja schon so unsere geheimen Stellen, die wir gern gekonnt verstecken möchten. Ich verrate Dir mein Figurproblem, es sind Taille und Oberschenkel. Bei den Hosen ist das dann so, dass wenn die Taille passt, mir die Hose um Po herumflattert und an den Oberschenkel nicht richtig sitzt. Und das kann ich absolut nicht ausstehen. Daher nähe ich mir meine Jeans selbst.
Zugeschnitten ist das gute Stück und sollte eigentlich schon fertig sein.

Doch letzte Woche hat mich eine Erkältung erwischt und ich war schachmatt. Ein Glück, dass ich mir heutzutage die kleine Auszeit gönnen kann, denn auf diese Weise entfleucht ein lästiger Schnupfen sehr schnell.
Frisch gestärkt wollte ich dann ans Nähen gehen und hatte dabei eine Kleinigkeit nicht eingeplant. Es hat nichts mit nähen zu tun, sondern mit der Jahreszeit, der 1. Advent rollte heran. Wie das so ist, beginnt man mit schmücken der Wohnung, besorgt oder stellt selbst einen passenden Adventskranz her und schon geht wieder ein Tag vorbei, ohne die Nähmaschine zu berühren.
Diese Dinge, die den Zeitplan durcheinander wirbeln, werden auch Dich mit Sicherheit manchmal einholen, wenn Du vielleicht Deine Selbstständigkeit mit einem Kleinhandwerk angefangen hast.
Zeitmanagement heißt das Zauberwort hierfür, es hilft die vielerlei Dinge, die zu tun sind, gut einzuordnen. Denn neben all der beruflichen Herausforderung haben wir ja noch eine andere  die private Seite, die wir nicht vernachlässigen dürfen.

Ich wünsche Dir daher, dass Du für die Adventszeit nicht zu viel Hektik und Stress in dein Leben lässt, damit Du Weihnachten genießen kannst.

Bis bald EdithF

 

 

Urlaubsreif

in mir regen sich die Urlaubsgelüste, doch wenn ich meine Kleiderstange so ansehe, sieht es nicht gerade nach Erholung aus. Ich habe ja schon von meinem anstehenden Termin berichtet, der Modenschau im September. Und dafür sollte noch einiges getan werden.

Da ist zum Beispiel der Mantel, dieser muss von Grund auf entworfen werden. Dieser Entwurf sollte sich als Modellschnitt auf Papier wiederfinden, der dann auf den Mantelstoff aufgelegt wird und danach werden die Teile zugeschnitten. Das ist dann erst der Anfang, danach folgt noch der Zuschnitt des Futters. Die Fixiereinlage und verschiedene Bänder sowie Kleinteile gehören auch noch zur Vorbereitung, bis mit der Verarbeitung begonnen werden kann.

Zur Kontrolle ob der Schnitt das wiedergibt was ich mir vorgestellt habe, werden die Teile zuerst einmal zusammen geheftet.

Und das was dann zu sehen ist, ist mein selbst entworfener Mantel. Praktisch von der Vorstellung des Modells bis zur „Erstkontrolle“ alles aus einer Hand.

Wenn ich Teile für Modenschauen entwerfe gehe ich meistens den Weg der Schnitterstellung über die Schneiderbüsten. Dort kann ich mit einem Stück Stoff alles so formen, dass es für mich ein komplettes Bild gibt.

Sonst fange ich natürlich mit einem Grundschnitt an, der mit den Maßen der Kundin erstellt wird und entwickle daraus den Modellschnitt.

Diese Woche bin ich noch mit anderen Aufträgen beschäftigt und kann noch nicht meine Teile von der Puppe nehmen und einen Schnitt davon anfertigen. Doch sobald ich mich ans Herstellen des Mantels mache, werde ich davon berichten.

Sieht etwas zerrupft aus, aber wartet mal ab wie sich das Mäntelchen heraus putzt.

Bis bald

EdithF

Endlich Geselle

Prüfung

Noch waren meine Prüflinge nicht ganz fertig, es stand noch die mündliche Prüfung an. Allerdings hatte ich seither damit nichts zu tun, bis dieses Jahr. Etwas überrascht aber dennoch erfreut, wurde ich für die Abnahme der mündlichen Prüfung einberufen.

Da dies für mich das erste Mal war, ging es mir wie meinen Prüflingen, ich war aufgeregt, ob ich dem ganzen gerecht werde mit der Notengebung.

Zu dritt saßen wir Im Prüfungskomitee und um 8:00 Uhr am Montagmorgen ging es los. Im halb Stunden Takt kamen die Prüflinge herein und es folgten die mündlichen Fragen zu den Arbeitsabläufen, dem Prüfungsteil, Maschinenkunde und andere fachliche Fragen.

Es waren interessante und anstrengende Stunden die wir durchstehen mussten.

Denn wieder brach eine Hitzewelle wie bei der praktischen Prüfung über uns herein und das strengte unser Gehirn ganz schön an. Doch es half nichts, vier Tage mussten durchgehalten werden.

Für die Prüflinge war es ebenfalls anstrengend, dass wir manchmal richtig Mitleid mit ihnen bekamen, wenn sie im „Schweiße ihres Angesichts“ vor uns standen. Doch es half nichts, wir mussten korrekt bleiben und durften niemand bevorzugen.

Nach der ersten Runde beim Notenabgleich war dann mein innerliches angespannt sein entwichen, meine Noten wichen kaum von den anderen ab. Immerhin habe ich etliche Jahre pausiert, nicht mehr ausgebildet, war nicht mehr ganz drin in der Ausbildungssache. Doch ich glaube, wenn das Grundwissen steht und man nicht stehenbleibt, den jahrelangen Arbeitsabläufen die sich natürlich mit der Zeit einschleifen vertraut, kann man trotzdem noch mit gutem Gewissen beurteilen, was der Einzelne so drauf hat.

Zum Schluss einer jeden Prüfung haben wir uns noch die Zukunftspläne eines jeden Prüflings angehört und waren doch angenehm überrascht. Ein männlicher Prüfling geht nach Berlin um Mode zu studieren, andere auf die Hochschule nach Reutlingen, andere auf die staatliche Modeschule in Stuttgart, einige setzen gleich die Meisterprüfung darauf und ein ganz geringer Teil möchte sich nochmal neu orientieren.

So das war ein kleiner Einblick in unsere Ausbildung mit Abschluss als Geselle im Maßschneider-Handwerk. Wer mehr davon erfahren möchte kann sich in meinen Newsletter eintragen, dort gibt es Neuigkeiten, Termine, Arbeitsproben aus der Praxis und einiges mehr.

Hier geht es zur Staatlichen Modeschule Stuttgart: http://www.modeschule-stuttgart.de/home/ dort findet am 14.7 und 15.7.2017 die

*street peoms* Fashionshow 2017 statt.

Bis bald

EdithF

Fertiggestellt

Letzten Donnerstag waren meine „Milchsäule“ fertig. Ausgestopft sahen sie mich mit großen runden Augen an. Die neuen Anzüge dazu wurden rechtzeitig ins Haus geliefert, sodass dem Umzug am Pfingstmontag nichts entgegen stand.

Was war ich froh, als der letzten Stich getätigt hatte, meine Finger waren fast am „abfaulen“ so anstrengend war der letzte Schliff an meinen Schweinsköpfchen.

Dass meine Kollegin mir geholfen hat die Anzüge zu nähen, dafür bin ich sehr dankbar. Was waren das für arbeitsintensive Wochen, zuerst mit 3 Outfits für die Modenschau, welche sehr zeitaufwendig waren und jetzt die „Schweinchen“. Nun bin ich regelrecht platt und muss mich erst einmal um Dinge die liegengeblieben sind kümmern. Früher als ich noch eine Familie zu versorgen hatte, wäre solch ein Einsatz fast nicht möglich gewesen.

Obwohl, wenn ich so darüber nachdenke, so haben wir, meine Lehrlinge und ich, so manchen Arbeitswulst bewerkstelligt. Wenn nämlich Musterzeit in der Konfektion war, hieß es alle Kräfte sammeln um den Arbeitsaufwand zu bewerkstelligen. Meistens hatten wir noch Hilfe von meiner Tochter und einer zusätzlichen Aushilfe. So konnten wir in 14 Tagen bis zu 30 Teile fertigstellen.

Für jemand der das nähen als Hobby betreibt, klingt das bei so vielen Arbeitskräften nicht als so viel. Das sind ja für jeden nur 2-3 Teile in der vorgegeben Zeit. Doch bei einer professionellen Herstellung sieht die ganze Sache etwas anders aus.

Geliefert werden große Rollen mit Stoffen, dazu Rollen mit Einlagen und Futterstoffen. Die Schnitte aufgedruckt auf Papier, diese müssen zuerst noch ausgeschnitten werden. Dann folgt der Zuschnitt und dieser muss exakt an den Linien des Schnittpapiers entlangführen. Entweder wird Einlage aufgebügelt und danach werden die Punkte für Abnäher oder andere Dinge angezeichnet, oder geschieht dies noch während der Schnitt aufliegt. Bei dreißig Teilen ist dies schon Arbeit von mehreren Stunden. Die Kleidungsstücke bestehen ja nicht nur aus den Vorder-und Rückenteilen, sondern aus jeder Menge an Kleinteilen und Einlage, sowie Futtereilen. Kleider, Blusen, Hosen, Röcke werden versäubert, Jackenteile nach dem auffixieren erst einmal etwas liegengelassen, damit sich die Klebeschicht der Einlage mit dem Obermaterial verbinden kann. Bei der ganzen Arbeit muss alles perfekt sein, vom Zuschnitt bis zum fertigen Stück. Da geht es nicht an, dass bei einer Seitennaht das eine Teil am Ende ein paar cm länger ist und dann einfach abgeschnitten wird, oder Nähte nicht exakt da sitzen wo sie hingehören. Alles muss stimmen, oder man trennt. Die Schnittdirektriesen haben dies aufs genaueste ausgearbeitet und Zwicke für die Zusammensetzung an gegezeichnet. Stunde um Stunde, sowie Tage um Tage vergehen und es entstehen immer mehr Teile, die zum Schluss zusammengefügt werden. Der letzte Arbeitsschritt ist dann das annähen der Knöpfe, das dann bei oft 80-100 Stück die Finger zum singen bringt.

Das war nur ein kurzer Schnelldurchlauf von den Arbeitsschritten.

EdithF

Nähen ist wie Yoga

für heute habe ich einen tollen Artikel in unserer Zeitung gefunden, es geht darin ums Nähen. War es doch jahrelang überhaupt nicht hip sich mit dieser Arbeit zu beschäftigen, so ist nun scheinbar die Trendwende gekommen. Ich bin ja nun schon ein alter Hase auf diesem Gebiet und wurde oft wie ein Wundervogel angesehen, der einen Beruf ausübt, wo bei den einen Begeisterung ausbricht, wenn sie von meiner täglichen Arbeit hörten und die anderen sahen mich etwas abfällig und mitleidig an. So nach dem Motte, zu mehr hat es nicht gereicht.

Auch ich habe die H & M, Zara usw. Ketten und was nicht alles auf den Markt drängte hautnah miterlebt. Meine Tochter wurde immer mit selbstgenähtem versorgt, bis der Tag kam an dem Sie mir mitteilte, dass Sie in die Stadt möchte, um endlich was richtiges zum Anziehen zu kaufen. Das war dann so eine billig Klamotte von irgendeiner Kette, ich konnte sie mir nicht merken. Ein paar Jahre hielt dann dieser billig Trend an, danach „durfte“ ich Sie wieder ab und zu einkleiden. Als Sie dann Mutter von zwei Mädchen wurde, benähte Sie selbst ihre beiden Zuckerpuppen mit den tollsten Kleidern, Röcken und Hosen.

Jetzt ist wieder ein neues Zeitalter in unserer Familien-Hierarchie angebrochen, die Mädchen möchten nicht mehr benäht werden, jedoch meine große Enkelin hat die kreative Ader geerbt und näht was das Zeug hält. Geübt haben wir auf einer meiner Maschinen, wo ich immer mit etwas Bauchschmerzen die Näharbeiten verfolgte. Eine Bernina-Nähmaschine hatte ich noch übrig von der Ausbildungszeit, wo ich Lehrlingen die Kunst des maßschneiderns beigebracht habe, auf dieser entstehen nun die Kreationen meiner Enkelin.

Seit Guido Maria Kretschmer auf Vox seine Sendung „Geschickt eingefädelt“ moderiert gibt es sicher sehr viele, die der totalen Uniformität dieses globalen Einheitslooks entfliehen wollen. Ich freue mich sehr darüber, dass Nähen nicht mehr uncool ist, sondern wie es in meiner Zeitung genannt wird, nähen ist „Slow Fashion in Reinkultur“.

Also meine Lieben, ran an die Nadel und infiziert euch mit diesem Virus.

Ehrenamt und Arbeit

bin schon ganz gefrustet, dass ich mit meiner eigentlichen Arbeit nicht weiterkomme. Zuerst habe ich diese Woche für meine Maßkundschaft einiges an Änderungen erledigt und mich kreativ betätigt.

Es steht nämlich wie jedes Jahr an Pfingsten ein großes Fest mit Umzug in meiner Heimatstadt an. Und nun schon zum dritten Mal werde ich die Grundschulkinder mit Kostümen neu einkleiden. Das macht neben all der Maßanfertigung sehr großen Spaß. Hergestellt habe ich schon Schneckenhäuser und Eselköpfe. Dieses Jahr sind Schweinchen dran.


Dann hat mich mein Ehrenamt noch voll in Beschlag genommen. Ich habe unsere Homepage vom Landesinnungsverband http://www.massschneider-bw.de/ aktualisiert, unsere Vorbereitungen für die Modenschau unserer Massschneider-Innung Stuttgart erledigt und die Woche war um.

Eins habe jedoch bei all der Arbeit gefunden, einen kleinen Leitfaden für den Einstieg in die Selbstständigkeit. Hier ist der Link dazu

http://www.massschneider-bw.de/selbstaendigkeit/

Passform

Heute habe ich mir wieder die Chanel-Jacke vorgenommen, damit das gute Stück endlich fertig wird. Bin jedoch mit der Passform immer noch nicht zufrieden. Es ist anstrengend sich selbst einzukleiden.

Dazu eine kleine Geschichte aus längst vergangener Zeit. Vor ca. 25 Jahren war ich immer der Fahrer wenn wir zum Fachabend in unsere Innung fuhren. Meine beiden Mitfahrerinnen waren 2 Kolleginnen im Alter meiner Eltern. Ich sozusagen als Jungspund (der ich mit 40 auch nicht mehr war) in den Augen meiner Mitfahrerinnen, musste mir dann ihre Probleme anhören. Wenn ich dann völlig euphorisch von meinen Neueinkleidungen berichtete, so war ihre Antwort: Für mich selbst nähe ich überhaupt nicht mehr gern. Damals verstand ich das überhaupt nicht, heute allerdings schon. Warum das so ist, darüber habe ich lange nachgedacht. Obwohl ich nun mehr Zeit hätte als damals, macht die eigene Kleidung herzustellen keinen großen Spaß mehr. Zum anprobieren steht man ständig vor dem Spiegel, dann sitzen die Schultern nicht richtig, die Oberweite hat sich „ausgedehnt“ die Taille ist aus dem Ruder gelaufen, kurz gesagt, das Spiegelbild zeigt eine andere Frau als die, die mein inneres Auge sieht.

Soviel zu den Herstellungsproblemen der Garderobe im hier und heute. Warum ich aber diese kleine Geschichte erzählt habe, hat mit unserer Kundschaft in der Maßschneiderei zu tun. Denn meistens bekommen wir gerade solche Aufgaben gestellt, wenn sich ein Kunde/in ein neues Outfit schneidern lässt. Und der beste Grundstock hierfür ist, dass man seine Grundschnittaufstellung beherrscht. Dazu gehört die korrekte Maßabnahme beim Kunde/in und die Anprobe vor dem endgültigen fertigen des Kleidungsstückes.

So nun werde ich mich wieder über meine Jacke machen.

EdithF

Hosenschnitt

heute möchte ich von meinem letzten tollen Wochenende berichten.

Jedes Jahr am letzten Januarwochenende findet vom Landesinnungsverband für das Mass-Schneiderhandwerk Baden-Württemberg ein Fachseminar „Betriebspraxis“ statt. Unser Programm hatte in diesem Jahr den Schwerpunkt Hosenschnitt. Auch für mich wieder eine Herausforderung, denn nach vielen Jahren Praxis hat man sein System. Unsere Referentin kam von Müller & Sohn und hat uns ganz schön schwitzen lassen.

Wie Du siehst, auch alte Hasen lernen immer wieder dazu. Einen Hosengrundschnitt habe ich auf meiner Seite bei Xinxii Autorenseite eingestellt.

Demnächst geht es mit der Chanel-Jacke weiter. Bin beim einarbeiten der Knopflöcher angelangt, für diese Jacke habe ich mich für Paspelknopflöcher entschieden.

Bis zum nächsten mal

EdithF

Experimentierfreudig

Heute werde ich mal nicht in der Vergangenheit schwelgen, sondern mich am hier und jetzt erfreuen. Warum dies so ist, dazu eine kurze Einlage. Vielleicht hilft dies auch Dir falls Du im Loch steckst.

Hatte ich doch jahrelang keinerlei Blockaden im entwerfen neuer Kreationen, so war mir dies in den letzten Jahren etwas abhanden gekommen. Warum das so war, es lag an den äußeren Umständen die mir zu schaffen machten. Ich habe ja schon erzählt wie ich angefangen habe, danach ging es natürlich weiter. Nach dem Zimmer in der Wohnung kam das Haus, wo ich eine große Werkstatt mit Anprobe und separatem Eingang bekam. Dort lief es ganz gut, bis auf eine klitzekleine Kleinigkeit. Wir hatten unseren Traum vom Eigenheim mit meinen Eltern verwirklicht und dies gestaltete sich im Lauf der Jahre zum Alptraum. Nach 23 Jahren zogen wir aus und dann erlebte ich einen noch größeren Alptraum, der mir meine Kreativität über ein paar Jahre raubte.

Daher bin ich nun super glücklich, sie sind wieder da, meine Ideen Stoffe zu Outfits werden zu lassen. Gestern feilte ich fast den ganzen Tag an den Schnittmustern herum, habe dann eine Winterjacke sowie eine Jacke im Chanel-Stil zugeschnitten. Heute kann ich mich leider nicht meiner neu erwachten Leidenschaft dem herstellen von Maßkleidung widmen, denn es steht ein Fachabend unserer Maßschneider-Innung an.

Bis zum nächsten Mal

EdithF

Erste Kreationen

Hoffentlich hast Du die Weihnachtsfeiertage gut verdaut und kannst jetzt mit vollem Elan durchstarten. Vielleicht bist Du in der glücklichen Lage ein paar freie Tage zu haben, die Du für Deine Zukunftsplanung nutzen könntest.

Ich hab mir ja vorgenommen Dir aus meiner langen Berufslaufbahn einiges zu erzählen. Bin bei den Weihnachtsfeiern hängen geblieben, habe eben etwas in der Nostalgie geschwelgt.

Doch nun zurück in das wovon ich Dir berichten möchte. Natürlich ging der ganz normale Alltag in meiner Lehrzeit im Neuen Jahr weiter, aber wir hatten nun erst einmal Ferien.

Diese Zeit nutzte ich zu Hause für meine eigene Produktion an Kleidungsstücken. Wir wohnten sehr beengt und von einem großen Zimmer mit passendem Zuschneidetisch einer Nähmaschine (möglichst ein Schnellnäher) einer Overlock und was so alles noch zur Ausstattung gehört konnte ich nur träumen. Es ging so vor sich, dass im Wohnzimmer der Couchtisch für die Koffernähmaschine freigeräumt wurde, der Esstisch wenn nicht gerade Essenszeit war, zum zuschneiden genutzt wurde und in der Ecke noch ein Bügelbrett eingequetscht stand. Diese Grundausstattung war und ist immer noch wichtig, wenn ein Maßschneider ein Kleidungsstück herstellt. Das Bügeleisen spielt in unserem Handwerk eine große Rolle, es wird ständig gebügelt. Jede Naht fast jeder Umschlag usw. alles wird gebügelt. Es gibt ja den alten Spruch „mit dem Bügeln macht sichs“ da ist schon etwas dran.

So entstanden dann meine ersten Kreationen in dem kleinen Wohnzimmer. Meistens wollte ich viel mehr in der kurzen Zeit erschaffen, aber die Zeit dafür konnte ich noch nicht einschätzen. Wahrscheinlich geht es Dir manchmal ebenso. Vielleicht hast Du auch schon einen Nähkurs besucht und warst erstaunt wie lange manche Dinge dauern bis sie fertig sind.

Für die kleinen und großen Zeitfresserchen habe ich zwischenzeitlich einiges zusammengetragen und diese in einem Ratgeber „Störenfried Zeit“ aufgeschrieben. Die original Ausgabe überarbeite ich gerade und werde diese demnächst wieder einstellen auf meiner

Autorenseite bei XinXii.

Jetzt wünsche ich Dir lieber Leser einen guten Rutsch ins Jahr 2017

EdithF