Nähen wie ein Profi

so habe ich einen Praxisteil meiner Ratgeber genannt. Kennst Du das, wenn sich oft schwierige Arbeitsgänge nicht lösen lassen, weil das Grundwissen dazu unvollständig ist. Glaube mir, auch ich hatte so meine Probleme damit, obwohl ich über eine umfassende Ausbildung verfüge. Meistens lernt man erst im Lauf der Jahre viele Kniffs und Tricks kennen die einem die Arbeit erleichtern.

Jahrelang habe ich Musterteile für die Konfektion genäht und konnte mir so manch gute Verarbeitung dann zu eigen machen.

Hier ein Ausschnitt aus meinem Ratgeber:

Stecken und heften

Bei den Profis wird zwar grundsätzlich nichts geheftet, meistens sogar nicht einmal gesteckt.

Doch ich selbst verwende diese alte Methode gern bei sehr komplizierten Teilen, wo ich genau arbeiten muss. Oder bei einem Teil aus Samt oder einem dicker Wollstoff, denn hier besteht die Gefahr des Verschiebens unter der Nähmaschine.

Wenn das Nähgut unter der Maschine liegt, dann ruht Ihre linke Hand dicht neben dem Steppfuss und die rechte davor. Jetzt nicht einfach drauf los nähen, sondern durch leichten Druck der Hände die Richtung der Naht bestimmen. Sollte nun ein Stoff auf der oberen Seite etwas mehr nach unten geschoben werden, so muss durch ein leichtes spannen des unteren Stoffteils dies ausgeglichen werden. Auf jeden Fall muss am Ende ein Teil auf dem anderen liegen, so wie es vorgesehen war.

Zum verschieben gleich ein ganz wichtiger Punkt: Niemals einfach die Naht am Ende hinaus laufen lassen, so dass ein Unterschied der zwei Stoffseiten entsteht. Das ergibt nämlich am Saum einen schiefen Fadenlauf, oder es fehlt am oberen Rand ein Stück Stoff. Darum nicht einfach abschneiden und angleichen, denn dies bringt die ganze Schnittkonstruktion durcheinander.

Kleidung herstellen ist wie Architektur, dort kann auch nicht eine Wand höher sein als die andere sonst gibt es eine schiefe Decke.

Wir sind die Architekten für die Kunst am Körper.

Sollten die Enden nicht sauber aufeinander treffen, empfehle ich das was der Profi auch tut: Auftrennen und noch einmal nähen.

Bis zum nächsten Mal

EdithF

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