Nicht mehr„in Amt und Würden“

Im letzten Jahr, als das Leben wieder eine Kurve nahm und ich danach zwar etwas aus der Spur kam, jedoch verspürte ich das erste Mal auch ein Gefühl von Freiheit. Die anstrengende Monate hingen mir in den Knochen und mein Ehrenamt als Obermeisterin der Maßschneider-Innung litt natürlich auch darunter.

Es war im März 2009 als ich völlig unerfahren dieses Amt antrat. Im Lauf der Jahre wuchs ich in die mir gestellten Aufgaben hinein und es machte mir mit der Zeit Spaß, unseren Beruf der Maßschneider im Außen zu repräsentieren.

Doch bei aller Freude die ich im ausüben der gestellten Aufgaben empfand, hatte ich mir von Anfang an vorgenommen, wenn die ersten Anzeichen von Unzufriedenheit meiner Mitglieder sich melden, darüber nachzudenken wie es weiter gehen soll. Ich habe gehofft, dass ich ein Gefühl dafür bekomme und es wahrnehmen kann. Und dies geschah für mich im letzten Sommer. Ich spürte, dass es rumorte. Im Schnellgang kann keine Innung umgestaltet werden das war mir klar, aber einige Mitglieder wollten einfach mehr. Und die andere Sache war, ich konnte auch manche Dinge nicht mehr nachvollziehen, die gewünscht wurden. Schon immer hatte ich ein gutes Gespür für den Zeitgeist und dieser schlägt in Innungen nicht ganz so schnell, wie es viele sehen möchten. Lange habe ich darüber nachgedacht, ob ich diesen Weg der eingeschlagen wurde mitgehen soll. Zuerst zauderte ich ein wenig herum, denn mein Ego wollte noch nicht aufgeben. Ein dreiviertel Jahr war es noch bis zu den nächsten Wahlen, die einen hätten mich gern von hinten gesehen, die anderen redeten auf mich ein weiter zu machen. Es ist nicht leicht, sich für den richtigen Weg zu entscheiden.

Im Mai war die Generalversammlung angesetzt, die dann verschoben werden musste, wegen zu großer Abwesenheit durch Urlaub der Mitglieder. Immer noch wankte ich, doch wie eine Eingabe kam in den 5 Wochen kurz vor dem nächsten Termin der Generalversammlung meine Entscheidung auf mich zugeflogen. Schluss aus fertig, „Du trittst zurück und zwar ganz“. Ohne noch im Vorstand mitzumischen stand für mich fest, den Weg frei zumachen für die Pläne die meine Mitglieder umsetzen möchten.

Drei Wochen sind nun vergangen und ich habe mich absolut richtig entschieden. Denn jetzt habe ich die Zeit für mich und meine Pläne, die ich nun in die Tat umsetzen kann.

Es ist herrlich, ich muss nicht mehr zu Pflichtterminen, brauche mich nicht um Dinge kümmern die mir die Zeit rauben. Kann mich mit ruhigem Gewissen zurücklehnen und einfach das tun was bei mir anliegt.

Und so schließt sich der Kreis zu meinem letzten Blogartikel

 frei sein für die Dinge die noch kommen

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