Erholt zurück

Das war sehr notwendig nach dem anstrengenden Frühjahr und Sommer. Für einige Zeit weg von den vielen Aufgaben, die es täglich zu erledigen galt.

Nach den letzten anstrengenden Wochen, war mein Akku leer und ich brauchte eine kleine Anlaufzeit, um wieder in Schwung zu kommen. So habe ich mir für heute vorgenommen, die neuesten Beiträge von Shailia Stephens anzusehen und bin beim diesem Video gelandet, welches Sie mit Jesta Phoenix gemacht hat, es lautet “Slow Business“. Für mich ein sehr interessantes Video, denn ich konnte sehr viele Dinge, die besprochen wurden nachvollziehen.

Wir haben ja alle eine Erwartungshaltung an uns, die wir möglichst erfüllen möchten. Sonst sind wir in unserer inneren Meinung, die wir von uns haben nichts wert. Doch das Leben ist manchmal nicht damit einverstanden und wirft uns hin und wieder kleine oder größere Brocken vor die Füße, die wir dann wegzuräumen haben.

Auch ich war nicht verschont davon, wichtig ist nur dabei, danach wieder aufzustehen.

Was sagt uns nun das “Slow Business“? Jeder muss seinen Weg finden, der für ihn passt. Viele verlieren sich dabei in einem Arbeitswulst, den es täglich zu erledigen gibt, dass ihnen keine Zeit mehr bleibt, um schöpferisch tätig zu sein und sind daher ausgebrannt und frustriert. Warum das so ist, ich denke, dass dabei oft der Arbeitsaufwand und der Ertrag nicht in Einklang stehen.

Nicht dass ihr denkt, ich hätte diese Weisheit erfunden, nein auch ich habe mich jahrelang in diesem Hamsterrad bewegt. Und dann kam der große Sturz, der mich fast aufgefressen hat. Doch dies ist eine andere Geschichte.

Wenn Du davon träumst, Deine eigene Selbstständigkeit mit einem Kleingewerbe aufzubauen, dann tue es. Geh Deinen Weg gelassen an, vor allem wenn Du noch Familie hast. Glaube mir, es kommt nicht darauf an, schneller, reicher, besser werden zu wollen, sondern darauf, dass Du glücklich und zufrieden mit dem was Du tust bist. Wenn Du gut bist und Dein Handwerk beherrscht, wird sich der Erfolg auch einstellen.

Hab Geduld, es wird sich lohnen.

Kennst Du schon meine Ratgeber aus der Praxis eines Kleinunternehmers, ich habe sie bei XinXii eingestellt. Ein Exposé dazu gibt es gratis zum Download auf der Seite für Dich.

Tantchens neue Jacke


Habe mir überlegt, was ich Dir aus meinem Arbeitsalltag erzählen könnte. Da kam mir so leise von der Seite ein kleiner Gedankenabstecher in meine Vergangenheit in den Sinn.
Erzählt habe ich ja schon über meine Anfänge, darüber, wie wir in unserer Lehrzeit an die Verarbeitung der verschiedenen Aufträge der Kunden herangeführt wurden. Einst wurden wir zuerst einmal in die Arbeitstechniken die von Hand erledigt werden mussten eingeführt. Stundenlang saßen wir an unseren 8ter Tischen, 4 rechts 4 links und waren damit beschäftigt, erste Anproben vorzurichten. Eine mühselige Arbeit, die mit dem Durchheften mit Heftfaden begann (das war zum bezeichnen der unteren Seite), nach dem auseinander ziehen der beiden Schnittteile wurde der Heftfaden dazwischen aufgeschnitten. Dann folgte das zusammenheften der Teile, damit das Kleidungsstück anprobiert werden konnte.
So war der Ablauf einst in der Maßschneiderei, wo wir Lehrlinge oft den ganzen Tag damit verbrachten diese Vorarbeiten für eine Anprobe zu erledigen. Du kannst Dir denken, dass dies oft nicht so das war, was wir uns so vorstellten. Doch wenn ich heute so zurückblicke, bin ich sehr froh diese Erfahrung gemacht zu haben.
Jahre später als ich schon mein eigenes Atelier hatte, habe ich durch ständiges dazu lernen die Arbeitsabläufe optimiert und mir meine Art der Verarbeitung in ständigem üben so zurecht gelegt, dass viel Zeitersparnis in der Herstellung entstanden ist. Sicher, letztendlich verteilt sich mancher Ablauf und der Hauptzeitaufwand steckt mehr am Anfang, also sozusagen in der Schnitterstellung. Dies gleicht sich jedoch im Fertigungsprozess wieder aus.
Heute gehe ich her, wenn ich zum Beispiel Teile für eine Modenschau entwerfe, dass ich diese erst mal aus einem Nessel oder einem alten Stoff herstelle, um meine Schnittführung zu überprüfen, ob die Weite und Länge stimmt, probiere Ärmel und Krägen ob diese meinen Vorstellungen entsprechen. Wenn dann alles zu meiner Zufriedenheit auf der Schneiderpuppe oder wenn es möglich ist am Model probiert ist, dann kommt die Feinarbeit, der letzte Schliff den der Schnitt noch braucht. Natürlich kommt es beim richtigen Stück auch vor, dass noch eine kleine Korrektur fällig ist, so ging es mir zum Beispiel bei der Herstellung meines schwarzen Mantels.
Doch heute erzähle ich Dir die Geschichte von Tantchens Jacke. Im August besuchte mich meine Tante, Sie war noch nie in meinem jetzigen kleinen Reich, indem ich nun schon 6 Jahre wohne. Meine große Werkstatt musste ich aufgeben und war zuerst einmal völlig am Boden zerstört, dass ich nun keinen Arbeitsplatz mehr habe. Nach einigen Monaten und viel Hirnschmalz, welches ich verbraucht habe, bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass ich noch nicht reif für die „Insel“ bin. Ich fing an, meine Kunden zu Hause zu besuchen und so habe ich mir Stück für Stück wieder meine Aufträge beschafft. Dies war nun vor ca. 8 Jahren. So baute ich mir dann wieder mein Atelier auf, allerdings nur noch im kleinen exklusivem Rahmen. Das heißt für mich, dass ich mich meiner erlernten Tätigkeit widme der Maßschneiderei.
Nun kam Tantchen zu Besuch und ich zeigte Ihr meine Teile, die auf den Laufsteg am 22.September kommen sollten. Da hing sie dann, die Jacke im Chanel-Stil und Tante war hin und weg. Am liebsten hätte Sie das Einzelstück gleich mitgenommen, doch dies konnte ich nicht zulassen. Daher habe ich ein Teil, welches schon Schnitt technisch total abgerichtet war, ein zweites Mal aus dem gleichen Stoff hergestellt.
Du denkst jetzt sicher, das ist doch ein ganz normaler Vorgang, dass mehrere Teile aus ein und dem selben Stoff, mit dem gleichen Schnitt hergestellt werden. Ja das ist es in der Konfektion, aber nicht in der Maßschneiderei. Und darum geht es bei unserem kleinen exklusiven Handwerk und das sollten wir behüten, damit es nicht wie so viele Handwerksberufe verschwindet. Wie Du Dir dies erschaffen kannst, erzähle ich im Lauf der Zeit. Ach fast hätte ich es vergessen, die neue Jacke ist am Samstag per Post bei der Tante angekommen.

„Privatier“

Bin noch immer nicht in meinem inneren dazu bereit, mich wieder stundenlang mit der Herstellung von Kleidungsstücken zu befassen. Manchmal denke ich, dass mir das gewisse Begeisterungsgefühl für meinen Beruf fehlt. Doch diese Gedanken schiebe ich dann ganz schnell zur Seite. Ich möchte mit diesem Beitrag nicht meinem Beruf eine Absage erteilen, nein, ich bin mit Leib und Seele Maßschneiderin. Und wenn es für Dich der Traumberuf ist, freut es mich sehr. Lebe Deinen Traum und werde die oder der Beste, dann wird sich der Erfolg auch einstellen.


Mit meinem heutigen Beitrag möchte ich einfach mal aus der Sicht einer älteren Generation berichten. Wie schon in den letzten Beiträgen zu lesen war, habe ich an einer Modenschau teilgenommen. Wir waren eine bunte Truppe unterschiedlichsten Alters. Da konnte ich einmal wieder so meine Studien betreiben, wer sich was so vorstellt. Für mich selbst steht fest, es war das letzte Mal, dass ich mir diesen Kraftaufwand zumute.

Ich sehe die Dinge einfach etwas realistischer, als manch einer von unserer Zunft, denn die große Zeit der Maßgefertigten Kleidungsstücke, die noch von Kunden bestellt werden, hält sich sehr in Grenzen. Unser Berufsstand wird immer mehr von den großen Konfektionsfirmen ins Aus gedrängt, Kleidung hat heute nicht mehr den Stellenwert wie vor Jahren. Heute ist alles kurzlebig und schnell, dies vereinbart sich nicht mit einem handwerklichen Produkt. Kunden die früher beim Maßschneider die neuesten Kreationen aus Paris nacharbeiten ließen, fahren heutzutage mal kurz selbst nach Paris, oder Mailand und kaufen bei den großen bekannten Designern ein. Ob das Kleidungsstück für die Figur der Kundin passt, das ist eine andere Sache, das Label ist wichtig.

Daher habe ich mal die rosarote Brille abgenommen und mich auf heute bei der Modenschau konzentriert. Wir hatten tolle Teile, doch gibt es die Kundin dafür? Rein rechnerisch, wenn Material und Arbeitszeit verrechnet wird, überlegt sich manch eine Kundin die Anschaffung einer Maßanfertigung. So gab es viele Kleinigkeiten die von den verschiedenen Altersstufen unterschiedlich gesehen wurden. Manchmal passte es in den Zeitstrahl von heute und manchmal war es einfach gestern.

Was stellt sich der Kunde/in heute unter einer Schneiderei vor, hier kommt die Antwort;
das Telefon läutet und der Anrufer fragt: bin ich hier richtig bei der Änderungsschneiderei ……….. Das sucht der Kunde heute, die Änderungsschneiderei, die mal eben einen neuen Reißverschluss dem Anorak verpasst, die zu langen Hosen- oder Jackenärmel kürzt usw. Nicht dass Du jetzt denkst, die ist wählerisch. Ich habe mit Änderungen überhaupt kein Problem, denn dies sind die Arbeiten, welche uns die finanziellen Lücken schließen. Das Problem liegt wo anders, es liegt in der Denkweise von heute.

Schneider war ein angesehener Beruf, den hauptsächlich Männer ausübten. Das lag daran, dass es noch keine Konfektion gab. Wer einen Anzug brauchte, dem blieb der Weg zum Schneider nicht erspart. In meiner langjährigen Selbstständigkeit habe ich vor Jahren noch diese alte Garde von Kollegen getroffen, die für Firmenchefs usw. arbeiteten. Einmal war auch eine besondere Koryphäe aus dieser Zeit dabei, es war der private Schneider des damaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl. Man konnte von diesen Kollegen sehr viel an Verarbeitungstechniken lernen und kam immer neu inspiriert von einem Seminar nach Hause.

Es ist oft frustrierend, wenn ein erlerntes Handwerk mit einer 3-jährigen Lehrzeit auf eine untere Stufe herab gedrängt wird. Früher musste man noch mindestens 3 Gesellenjahre darauf packen, um den Meistertitel zu erlangen. Heute erfolgt der nächste Brief im Anschluss an die Gesellenprüfung. Dafür kann aber der Geselle nichts, Er macht nur das, was angeboten wird. Es war die Politik die uns vor mehr als einem Jahrzehnt in diese Nebenrolle gedrängt hat.
Von meiner langjährigen Zusammenarbeit mit der Konfektion, wo ich 2 bis 3 mal jährlich Musterteile erstellt habe, weiß ich, wie gut die Verarbeitung der Teile war. Um dies zu erreichen, reicht nicht mal eben ein Schnellkurs in Sachen nähen. Darum ist mein Anliegen, die Grundlagen der Maßschneiderei euch ein wenig näher zu bringen. Denn es gibt vieles, was zu einer guten Verarbeitung und Passform dazu gehört.

Genäht habe ich nun schon Jahrzehnte lang und tue es immer noch, wenn auch in eingeschränktem Maß. Jetzt kannst Du Dich bei mir informieren, wenn sich die Probleme nicht lösen lassen bei der Herstellung eines Kleidungsstückes.
Zum Schluss habe ich noch eine Frage an Dich: Wie kommst Du zu den Schnitten, kannst Du Schnittzeichnen? Oder benutzt Du einen Fertigschnitt.
Schreib mir, wie Du es machst.
Bis bald
EdithF

Der Tag X ist vorbei

Es war ein darauf hinarbeiten auf den Tag X, wofür ich viel Willenskraft aufwenden musste. Schon der Gedanke, dass ich nun jede Stunde in meiner Werkstatt volle Power geben muss und mir so gut wie keine Freizeit bleibt, machte mich manchmal ganz kribbelig. Schließlich gibt es ja, außer der Arbeit noch etwas anders zu tun. Doch es nutzte alles nichts, da musste ich durch.
Vor Jahren ging ich noch ganz euphorisch an die Sache heran, sprühte fast über vor Ideen, was ich alles herstellen könnte. Manchmal schoss ich dann total über mein Zeitbudget hinaus, das mir zur Verfügung stand. Auch das ist etwas, was man im Lauf der Jahre lernt, die Arbeitszeit einzuplanen. Natürlich passiert aus auch heute noch, dass nicht alles genau aufgeht, das durfte ich auch dieses Mal wieder einmal erfahren.

Da war die Bluse in Größe 50 für mein Curvy-Model, die nicht so schnell durchlief, oder mein schwarzer Mantel, der sich auch etwas sträubte gegen die Verarbeitung. So verging Stunde um Stunde und aus den Stunden wurde dann ein Tag, der dann wiederum in meiner Planung fehlte.
Ja, wir sind eben Handwerker und keine Maschinen.

Für die Gäste, so hatten wir uns diesmal entschieden, kleine Snacks anzubieten, die wir selbst herstellen wollten. Und der Tag für diese Arbeit war in meiner Zeitplanung von der Herstellung der Outfits verschluckt worden. Was nun, wie plane ich die restlichen Stunden weiter, Nachtarbeit war nicht drin, denn die Näharbeit ging fast bis Mitternacht. Ich entschloss mich für ein paar Stunden Schlaf, denn danach läuft es besser, das wusste ich.
Der Morgen der Modenschau fing dann mit einem kurzen Einkauf der Zutaten für die Häppchen an und danach habe ich den Turbo eingeschaltet und 90zig Snacks hergestellt.
Es folgte das Verpacken der Modelle für den Transport, dazu alles was sonst noch gebraucht wurde. Und selbst musste ich mich ja auch noch stylen.

Um 15:45 Uhr lief ich dann in der Handwerkskammer Region Stuttgart ein, wo unsere Schau stattfand.

Mitbekommen habe ich ja nicht all zu viel, weil ich hinter der Bühne im Einsatz war. Doch eins kann ich mit Sicherheit hier weitergeben, es war eine ausverkaufte, gelungene Modenschau.

Nach Tagen und Wochen mit Zeitdruck bin ich nun völlig ausgepowert und muss mich erst einmal regenerieren, bevor es weiter geht.

Hier gibt es einige Modelle zu sehen
https://www.facebook.com/edith.fruhner

Bis bald
EdithF

Im Fertigungsstress

Puh, komme zur Zeit gar nicht zum schreiben, denn ich bin im Endspurt mit der Herstellung meiner Modenschau Outfits.

Zwischendurch mache ich aber fleißig Fotos damit Du sehen kannst, wie die einzelnen Teile in der Maßschneiderei gearbeitet werden.

Nächste Woche ist Deadline und bis dahin wird geschnitten, fixiert, genäht, gebügelt was das Zeug hält.
Sicher verstehst Du es, wenn ich im Vorfeld keine Fotos von meinen Teilen veröffentliche, denn ein wenig Spannung muss bleiben.
So das war ein kurzer Einblick in mein Arbeitsleben, davon das nächste Mal mehr.

Bis bald
EdithF

Selbstgemacht

Bei meinen E-Mails fand ich dies: DIY selbstgemacht ist immer gut. Daher habe ich mir für heute vorgenommen, darüber etwas zu erzählen.

Die Mode ein großer Begriff, der alles was sich in diesem Wort herum einschließen lässt umfasst. So auch meinen Bereich, wo ich tätig bin. Nur, dass ich nicht jedem Trend folge, sondern meinen Weg gehe.
In der Textilindustrie hat ja ein grandioser Preisverfall stattgefunden. Kleidung die etwas wert war, vom Stoff und Schnitt, sowie von der Verarbeitung her, wurde verdrängt durch die billig Ware. Nicht dass ich was gegen billigere Produkte im textilem Bereich habe, das ginge zu weit. Jeder Verbraucher darf selbst entscheiden was er kauft.

Wenn ich ein neues Kleidungsstück brauche, dann gehe ich zuerst meine vorhandenen Teile durch, schaue nach, ob für das neue Teil etwas an Kombinationen vorhanden ist, oder ob ich noch ein Teil mehr herstellen muss. Schon vor Jahren habe ich meine Farben gefunden, anhand einer Farb- & Stilberatung, die ich dann selbst erlernt habe, und bei einer Neuanfertigung meinen Kunden mit anbiete. Dadurch grenzt sich die Farbauswahl schon etwas ein und das tolle daran ist, das neue Teil passt sich jedes mal in meine vorhandene Garderobe ein. Naturstoffe kommen meistens bei den neuen Stücken zum Einsatz und die Schnitte sind nicht einer kurzen Saison unterworfen. Meine Arbeit an dem neuen Teil ist zu wertvoll, als dass ich es gleich wieder entsorge.
Vor einigen Jahren hatte ich mal einen Parka aus einem Wollstoff in orange, es war ein tolles Teil. Schön lang und mit genügend Raum zum wohlfühlen, sowie einem gesteppten Innenfutter, war er ein perfekter Winterwärmer. Im Schrank hatte ich noch einen Pelzkragen liegen, der wurde um die Kapuze rundherum angenäht. Niemand sonst besaß solch ein Einzelstück, das die Blicke auf sich zog. In diesem Stil nähte ich mir noch einige Parkas, aber keiner war so ausgefallen wie der orangene.
Warum erzähle ich Dir von meinen alten Klamotten, einfach weil ich Dich ermutigen will etwas anderes als die Masse anzuziehen.
Stell es selbst her.

Ich habe ja in den letzten Beiträgen von unserer Modenschau im September berichtet, auch dies gehört in den Bereich außergewöhnlich. Hier kreiere ich meine eigenen Modelle ohne Schnittvorlage aus einem Modeheft, sondern sie werden von Grund auf von meiner Idee für das entsprechende Modell erstellt. In der kommenden Woche stürze ich mich über meinen Mantel (diesmal ausnahmsweise nicht in meiner Farbpalette) darunter kommt noch ein passende Kleid. Wie ich dabei vorgehe, kannst Du nach und nach hier verfolgen.

Bis bald
EdithF

Voll aus dem Arbeitsleben

Heute möchte ich einmal dazu nutzen Dir einige Beispiele aus dem Unternehmerleben mit einer Schneiderei zu erzählen.
Mein Unternehmerleben gibt es ja nun schon 45 Jahre, was habe ich nicht alles erlebt in dieser Zeit. Manchmal lief es wie von selbst und manchmal hätte man die Kunden am liebsten herein gezogen, damit die Arbeit die so dringend gebraucht wurde, vorhanden war. Ja das mit den Kunden ist so eine Sache die oft nicht eingeschätzt werden kann.
Da kann der Businessplan noch so wunderbar aufgestellt sein, und die Zahlen nach einiger Zeit einen Gewinn hergeben der sich sehen lassen kann. Aber!!!!!!!!!
Wenn das kleine Wörtchen wenn nicht wäre. Am besten ich zeige Dir einmal ein Fallbeispiel aus heutiger Zeit.

Ich habe eine ganz liebe jüngere Kollegin, die ich ab und zu mal unterstütze. Nicht mit Geld, das müssen wir alle hart erarbeiten, sondern ich stehe ihr mit Rat und Tat zur Seite.

Im Frühjahr war es wieder einmal so weit, Sie war völlig ausgepowert und brauchte meinen Rat. Drei Tage pro Woche arbeitet Sie in Vollzeit in einem Stoffgeschäft und zweieinhalb Tage in ihren eigenen Laden. Nun stand wieder einmal das Finanzamt „auf der Matte“ und wollte seinen Obolus einstreichen. Es geht ja nicht darum, dass die Steuer nicht bezahlt werden sollte, sondern es ging ganz einfach darum, was kann in 20 Stunden pro Woche verdient werden.
Das Ergebnis deckte sich nicht mit der Forderung des Finanzamts. So gingen wir die Zahlen und vor allem die Aufträge durch um einen Überblick zu bekommen. Meine erste Frage war, was verdienst Du in den 2 ½ Tagen. Ist es so viel, dass Du die monatliche Schallmauer für ein Kleingewerbe durchbrichst? Oder liegst Du darunter. Also fingen wir an zu rechnen. Sie lies einfließen, dass der Umsatz oft nicht ausreicht, um die anfallenden Kosten, wie Miete, Nebenkosten, Betriebskosten, zu decken. Überlegungen wurden angestellt, ob ein kleinerer Laden sinnvoll sei, oder was sonst noch verringert werden kann. Der Steuerberater hatte die Idee einer Mietminderung, na ja, ich finde das ist keine gute Lösung, da es kein horrender Mietpreis ist.
Die Lösung für die Abgabe der Steuergelder musste anders, sprich mit dem Finanzamt geregelt werden. Dort hilft nur eine genaue Auflistung der Einnahmen und Ausgaben und wenn das Laden-Atelier nicht als Kleingewerbe läuft, sollte ein Antrag dafür gestellt werden. Denn in 2 ½ Tagen wo auch noch Kundenverkehr dabei ist, ist es für eine Schneiderei im normalen täglichen Arbeitsablauf, mit meistens Änderungen von Hosen und kaputten Reißverschlüssen nicht möglich, mehr als die Mindesteinnahmen zu erwirtschaften. Denn Zeitaufwand und Endpreis stehen hier oft in keinem guten Verhältnis.
Wenn wir uns einen Stundenlohn von 35,00 Euro erlauben, dann bedeutet dies auf der Kundenseite, das kürzen der Hose kommt je nach Arbeitsaufwand auf ca. 20,00 bis 30,00 Euro. Das wäre für uns wunderbar, denn schon bei fünf Hosen kommt ein guter Verdienst dabei heraus. Und man hätte auch noch nicht den ganzen Arbeitstag dazu gebraucht.
Schon wieder aber!!!!! Haben wir immer soviel Änderungen, geht uns alles so gut von der Hand, halten uns Kunden auf und und und.

So ein Ladengeschäft steht und fällt mit der Kundschaft. In unserem Gewerbe sind das dann meistens die Änderungen die hereinkommen, selten sind es Neuanfertigungen. Daher bleibt den jüngeren Kollegen auch keine andere Wahl, als noch nebenher einem angemeldeten Job nachzugehen, um die Kosten für Krankenversicherung und Rente nicht selbst tragen zu müssen.

Auch hier habe ich etwas, was Dich als Einsteiger interessieren könnte. Vor ca. einem Jahr bekam ich einen verzweifelten Anruf einer Mutter, welche die Buchführung der Tochter erledigte. Ganz verzweifelt berichtete mir die Frau, ob es denn möglich sei, dass am Jahresende ein Gewinn von nur knapp 3 000,- € von der ganzen Schufterei übrig bleibt. Ich musste der Dame ganz cool mit ja antworten. Es kam ein kleiner Aufschrei zurück, aber von dem Geld kann doch keiner leben. Sie sei selbst im Finanzamt tätig und daher könne Sie den Verdienst nicht verstehen. Ich schon, aber dies wäre zu ausführlich für diesen Blog.

Natürlich verstehe ich, wenn man sich seinen Traum erfüllen möchte, mit einem eigenen Ladengeschäft, doch hast Du keinen guten Sponsor, dann las es sein

Ich hoffe, Du hast Dir schon mein Schneideratelier zum einlesen geholt, darin beschreibe ich wie Du es schaffen kannst. Der Ratgeber Praline oder Blockschokolade führt dich etwas tiefer ins Unternehmertum mit einem Schneideratelier ein, den bekommst Du bei XinXii.

Demnächst stelle ich aus der Praxis für die Praxis ein Exposé zusammen, vielleicht hast Du Interesse und möchtest einen Einblick in unsere Arbeit bekommen. Dann kannst Du gern Deine Mailadresse hinterlassen und bekommst mein gratis Exposé zugesandt.

EdithF

Urlaubsreif

in mir regen sich die Urlaubsgelüste, doch wenn ich meine Kleiderstange so ansehe, sieht es nicht gerade nach Erholung aus. Ich habe ja schon von meinem anstehenden Termin berichtet, der Modenschau im September. Und dafür sollte noch einiges getan werden.

Da ist zum Beispiel der Mantel, dieser muss von Grund auf entworfen werden. Dieser Entwurf sollte sich als Modellschnitt auf Papier wiederfinden, der dann auf den Mantelstoff aufgelegt wird und danach werden die Teile zugeschnitten. Das ist dann erst der Anfang, danach folgt noch der Zuschnitt des Futters. Die Fixiereinlage und verschiedene Bänder sowie Kleinteile gehören auch noch zur Vorbereitung, bis mit der Verarbeitung begonnen werden kann.

Zur Kontrolle ob der Schnitt das wiedergibt was ich mir vorgestellt habe, werden die Teile zuerst einmal zusammen geheftet.

Und das was dann zu sehen ist, ist mein selbst entworfener Mantel. Praktisch von der Vorstellung des Modells bis zur „Erstkontrolle“ alles aus einer Hand.

Wenn ich Teile für Modenschauen entwerfe gehe ich meistens den Weg der Schnitterstellung über die Schneiderbüsten. Dort kann ich mit einem Stück Stoff alles so formen, dass es für mich ein komplettes Bild gibt.

Sonst fange ich natürlich mit einem Grundschnitt an, der mit den Maßen der Kundin erstellt wird und entwickle daraus den Modellschnitt.

Diese Woche bin ich noch mit anderen Aufträgen beschäftigt und kann noch nicht meine Teile von der Puppe nehmen und einen Schnitt davon anfertigen. Doch sobald ich mich ans Herstellen des Mantels mache, werde ich davon berichten.

Sieht etwas zerrupft aus, aber wartet mal ab wie sich das Mäntelchen heraus putzt.

Bis bald

EdithF

Heiß

sehnsüchtig sehe ich in den Nachbargarten hinunter, dort steht ein großer runder Pool. Im Geiste baue ich eine große Rutsche die mich ins kühle Nass befördert. Ein Schwimmbadbesuch wäre vielleicht auch nicht schlecht, aber allein! Meine beiden Badenixen die mich in den letzten Jahren zu manch Badespaß verführten, sind anderweitig beschäftigt, und bei mir drängt die Modenschau im September. Na ja, träumen darf man schon mal, wenn die Temperaturen einen zu Schweißausbrüchen bringen, die dann in feuchten Händen enden.

Alles klebt und pappt, wie um Himmelswillen soll man dann die kleine dünne Handnähnadel von 3,4 cm halten. Ich liebe diese kleinen Nadeln, mit ihnen kann ich wunderbar an den feinsten Stoffen die Säume und was es sonst noch alles gibt nähen. Allerdings gibt mein Nadelkärtchen nun nichts mehr her, denn im Lauf der Zeit habe ich sämtliche Nadeln verbraucht.

Sicher denkst Du nun, so ein Quatsch, es gibt Nadeln ohne Ende zu kaufen. Das weiß ich schon, aber nicht mehr diese Marke von einst. Es waren Nähnadeln so fein und zart, die durch den Stoff nur so hindurch flutschten.

Die heutigen Prym Nadel sind zwar auch sehr dünn, doch durch das Goldköpfchen nicht ganz so flutschig.

Natürlich verwende ich auch etwas stärkere Nadeln, denn die Stoffe sind ja verschieden. Ich achte aber immer darauf, dass die Nähnadel nicht zu dick ist, denn sonst müht man sich ab beim durchstechen der Stoffe, vor allem dann, wenn kein Fingerhut benutzt wird. Mit diesen kleinen Dingern auf dem Mittelfinger, kannst Du problemlos die Nadel durch den Stoff führen. Die Kraft kommt aus dem Mittelfinger und strengt nicht so an. Probiere es mal aus, nach einiger Übung geht es wie von selbst.

Die Nadelstärken setzen sich bei den Nähmaschinen fort. Hier ist es genauso wichtig die richtige Stärke auszuwählen, denn sonst gibt es vielleicht eine Enttäuschung beim Nähen.

Und was ganz wichtig ist, die Nadel darf nicht beschädigt sein, zum Beispiel durch über nähen von Stecknadeln, oder dicken Stellen im Stoff, da bekommen die Maschinennadeln einen ganz leichten Haken und dieser lässt bei der Naht ein unschönes Bild zurück. Also immer schön auswechseln, dann gibt es keine Ziehfäden.

Wie Du siehst, lebe ich noch die gute alte Maßschneiderei in der Verarbeitung, doch ich kann auch die andere Variante, das konfektionierte Nähen. Beides miteinander kombiniert, lässt so manch tolles Outfit entstehen.

Willst Du mehr darüber erfahren, schau wieder vorbei.

So für heute ist Schluss, ich entwerfe nun meinen Schnitt für den Mantel, der auf den Laufsteg bei für der Modenschau soll.

Bis bald

EdithF

Sommerpause allerorts

Das Wetter zeigt sich wieder von seiner besten Seite, zumindest bei uns im Stuttgarter Raum. Viele meiner Kolleginnen treten ihren wohlverdienten Urlaub in den nächsten Tagen an, leider ich noch nicht. Denn trotz Sommerpause gibt es einiges zu tun. Und das hängt mit unserer Modenschau von der Maßschneider-Innung Stuttgart zusammen, die 9 Kolleginnen miteinander auf die Beine stellen werden.

Was soll ich sagen, der Druck im Nacken wird größer, denn die Modenschau am 22.September 2017 in der Handwerkskammer Region Stuttgart rückt immer näher heran.

Und es gibt noch viel zu tun.

Werde mich kommende Woche ans zuschneiden einiger Teile machen, denn die Wochen werden ja gefühlt immer kürzer bis zum Termin. Daher halte ich mich heute nicht lange mit Erzählungen auf, sondern wünsche euch allen eine wunderschöne nächste Woche.

Ach ja, wenn meine Zeit es zulässt, werde ich ein paar Bilder und Verarbeitungstechniken einstellen.

Bis bald

EdithF