Voll aus dem Arbeitsleben

Heute möchte ich einmal dazu nutzen Dir einige Beispiele aus dem Unternehmerleben mit einer Schneiderei zu erzählen.
Mein Unternehmerleben gibt es ja nun schon 45 Jahre, was habe ich nicht alles erlebt in dieser Zeit. Manchmal lief es wie von selbst und manchmal hätte man die Kunden am liebsten herein gezogen, damit die Arbeit die so dringend gebraucht wurde, vorhanden war. Ja das mit den Kunden ist so eine Sache die oft nicht eingeschätzt werden kann.
Da kann der Businessplan noch so wunderbar aufgestellt sein, und die Zahlen nach einiger Zeit einen Gewinn hergeben der sich sehen lassen kann. Aber!!!!!!!!!
Wenn das kleine Wörtchen wenn nicht wäre. Am besten ich zeige Dir einmal ein Fallbeispiel aus heutiger Zeit.

Ich habe eine ganz liebe jüngere Kollegin, die ich ab und zu mal unterstütze. Nicht mit Geld, das müssen wir alle hart erarbeiten, sondern ich stehe ihr mit Rat und Tat zur Seite.

Im Frühjahr war es wieder einmal so weit, Sie war völlig ausgepowert und brauchte meinen Rat. Drei Tage pro Woche arbeitet Sie in Vollzeit in einem Stoffgeschäft und zweieinhalb Tage in ihren eigenen Laden. Nun stand wieder einmal das Finanzamt „auf der Matte“ und wollte seinen Obolus einstreichen. Es geht ja nicht darum, dass die Steuer nicht bezahlt werden sollte, sondern es ging ganz einfach darum, was kann in 20 Stunden pro Woche verdient werden.
Das Ergebnis deckte sich nicht mit der Forderung des Finanzamts. So gingen wir die Zahlen und vor allem die Aufträge durch um einen Überblick zu bekommen. Meine erste Frage war, was verdienst Du in den 2 ½ Tagen. Ist es so viel, dass Du die monatliche Schallmauer für ein Kleingewerbe durchbrichst? Oder liegst Du darunter. Also fingen wir an zu rechnen. Sie lies einfließen, dass der Umsatz oft nicht ausreicht, um die anfallenden Kosten, wie Miete, Nebenkosten, Betriebskosten, zu decken. Überlegungen wurden angestellt, ob ein kleinerer Laden sinnvoll sei, oder was sonst noch verringert werden kann. Der Steuerberater hatte die Idee einer Mietminderung, na ja, ich finde das ist keine gute Lösung, da es kein horrender Mietpreis ist.
Die Lösung für die Abgabe der Steuergelder musste anders, sprich mit dem Finanzamt geregelt werden. Dort hilft nur eine genaue Auflistung der Einnahmen und Ausgaben und wenn das Laden-Atelier nicht als Kleingewerbe läuft, sollte ein Antrag dafür gestellt werden. Denn in 2 ½ Tagen wo auch noch Kundenverkehr dabei ist, ist es für eine Schneiderei im normalen täglichen Arbeitsablauf, mit meistens Änderungen von Hosen und kaputten Reißverschlüssen nicht möglich, mehr als die Mindesteinnahmen zu erwirtschaften. Denn Zeitaufwand und Endpreis stehen hier oft in keinem guten Verhältnis.
Wenn wir uns einen Stundenlohn von 35,00 Euro erlauben, dann bedeutet dies auf der Kundenseite, das kürzen der Hose kommt je nach Arbeitsaufwand auf ca. 20,00 bis 30,00 Euro. Das wäre für uns wunderbar, denn schon bei fünf Hosen kommt ein guter Verdienst dabei heraus. Und man hätte auch noch nicht den ganzen Arbeitstag dazu gebraucht.
Schon wieder aber!!!!! Haben wir immer soviel Änderungen, geht uns alles so gut von der Hand, halten uns Kunden auf und und und.

So ein Ladengeschäft steht und fällt mit der Kundschaft. In unserem Gewerbe sind das dann meistens die Änderungen die hereinkommen, selten sind es Neuanfertigungen. Daher bleibt den jüngeren Kollegen auch keine andere Wahl, als noch nebenher einem angemeldeten Job nachzugehen, um die Kosten für Krankenversicherung und Rente nicht selbst tragen zu müssen.

Auch hier habe ich etwas, was Dich als Einsteiger interessieren könnte. Vor ca. einem Jahr bekam ich einen verzweifelten Anruf einer Mutter, welche die Buchführung der Tochter erledigte. Ganz verzweifelt berichtete mir die Frau, ob es denn möglich sei, dass am Jahresende ein Gewinn von nur knapp 3 000,- € von der ganzen Schufterei übrig bleibt. Ich musste der Dame ganz cool mit ja antworten. Es kam ein kleiner Aufschrei zurück, aber von dem Geld kann doch keiner leben. Sie sei selbst im Finanzamt tätig und daher könne Sie den Verdienst nicht verstehen. Ich schon, aber dies wäre zu ausführlich für diesen Blog.

Natürlich verstehe ich, wenn man sich seinen Traum erfüllen möchte, mit einem eigenen Ladengeschäft, doch hast Du keinen guten Sponsor, dann las es sein

Ich hoffe, Du hast Dir schon mein Schneideratelier zum einlesen geholt, darin beschreibe ich wie Du es schaffen kannst. Der Ratgeber Praline oder Blockschokolade führt dich etwas tiefer ins Unternehmertum mit einem Schneideratelier ein, den bekommst Du bei XinXii.

Demnächst stelle ich aus der Praxis für die Praxis ein Exposé zusammen, vielleicht hast Du Interesse und möchtest einen Einblick in unsere Arbeit bekommen. Dann kannst Du gern Deine Mailadresse hinterlassen und bekommst mein gratis Exposé zugesandt.

EdithF

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