Wer bin ich – und wo will ich hin?

Diese Überschrift habe ich bei meiner Recherche im Internet auf einem Blog gefunden.

Das ist eine gute Frage und nicht ganz leicht zu beantworten.

Ja wer bin ich – inzwischen in die Jahre gekommen, aber immer noch fit und neugierig, das wäre meine Kurzform zu der Frage – wer bin ich –

Wo will ich hin – ich lebe meinen Takt im Alltag, lasse mich von niemanden mehr verbiegen.

Arbeite ab und zu in meiner langjährigen Tätigkeit als Maßschneiderin, wobei ich mir heute die Freiheit des aussuchens der Arbeit genehmige. Vor einigen Jahren, als mein Leben total aus den Fugen geriet, hatte ich mir einige Dinge vorgenommen.

Früher stand bei mir Arbeiten immer an vorderster Stelle. Als ich dann meinen größten Lebenscrash hinnehmen musste und dabei fast alles verlor, schlich sich langsam der Gedanke an die eigene Endlichkeit bei mir ein. In meinem engeren Kreis konnte ich es an den Augen ablesen was Alle dachten. Insgeheim schob mir jeder die Schuld zu an dem was uns überrollt hatte. Doch ganz so einfach war die Sache nicht. Genügend Zeit darüber nachzudenken hatte ich in der Vergangenheit. Heute weiß ich, das der Grundstock über Erfolg oder Misserfolg schon viele Jahre zuvor gelegt wird. Es ist dann wie bei einem Glas, das je mehr hineinkommt, irgendwann überläuft. Doch darauf gehe ich jetzt nicht weiter ein.

Ich selbst fragte mich – wozu hast du dich abgerackert – wenn du nun nicht mal einen vernünftigen Arbeitsplatz mehr hast. Doch dieses Problem löste sich im Lauf der Zeit und ich konnte wieder eine kleine Werkstatt mein Eigen nennen. Es hat viel Kraft gekostet, wieder in die Normalität zurückzukehren. Vorgenommen habe ich mir dann, nur noch das zu tun wozu ich Lust habe. Vor allem nahm ich mir vor, nicht mehr alles anzunehmen. Mein Spruch war – ich hänge mein Haus nicht mehr voll mit Änderungen -. Klingt vielleicht etwas abgehoben, ist es aber nicht, denn ich kann mir dies nun in dieser Lebensphase erlauben.

Und was tue ich sonst noch, ich fröne meiner Leidenschaft dem Schreiben, was mir hilft mich zu entspannen, neu zu sortieren und es öffnet mir eine neue Welt mit Gleichgesinnten.

Außerdem helfe ich jungen Kollegen die oft sehr frustriert über ihre Situation sind und mit dem was an Geldern hereinfließt nicht auskommen.

Einmal rief mich vor circa 3 Jahren eine Mutter an, die mir das Leid ihrer Tochter mit dem kleinen Ladengeschäft klagte. Sie selbst war beim Finanzamt beschäftigt und hatte die Steuer für die Tochter übernommen. Die Zahlen, welche sie mir damals nannte sind mir nicht mehr präsent, nur blieb mir eins noch hängen. Für die Stunden welche die Tochter in ihrem Atelier verbrachte, konnte unter dem Strich nicht mehr herauskommen. Und genau das ist die Krux in unserem Beruf. Klar hätten wir sehr gern einen Stundenlohn der für einen Meister angebracht ist. Doch Realität sieht leider anders aus.

Und da jeder Tiefschlag auch etwas Gutes hat, kann ich heute auf diesem Gebiet meine Hilfe anbieten, damit uns von unsere Arbeit unterm Strich noch etwas übrig bleibt.

Es ist wunderbar meine erworbene Fähigkeiten meines langen Berufslebens weiter zu geben, Neueinsteigern zu helfen welchen Weg sie gehen können.

Kleider nähen war über 45 Jahre meine Hauptarbeit, die ich nicht missen möchte. Doch nun im letzten Lebensdrittel angekommen möchte ich Dinge tun, die mir Spaß und Freunde machen. Möchte Zeit für meine Familie übrig haben, verreisen können wenn ich Lust habe, einfach so leben wie ich es mag. Man könnte es auch mit den Worten beschreiben

                    – frei sein für die Dinge die noch kommen –

Bis bald

EdithF

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