Ist unser Handwerk noch attraktiv?

Diese Frage beschäftigte uns schon vor 25 Jahren. Ich möchte jetzt nicht den alten Zeiten nachhängen, sondern ganz allgemein die Frage stellen, wo stehen wir mit unserem Handwerk des Maßschneiders.

Einige Wochen habe ich mich nun etwas in den Beiträgen von Kollegen bei Facebook und Instagram eingelesen und konnte den Stolz und die Zufriedenheit herauslesen die unsere Leistung darlegt. Es ist nicht nur das Herstellen eines Kleidungsstückes, sondern es umfasst den ganzen Ablauf vom ersten zusammentreffen mit dem Kunden/in bis zum fertigen Stück. Das ist es doch letztendlich, was uns auszeichnet, wir sind in der Lage ein Teil zu kreieren von der Zeichnung bis zum fertigen Teil.

Sicher es hat sich auch bei uns viel verändert wir können nicht mehr alles so arbeiten wie es das Handwerk vorsieht doch wir haben die Wahl neues mit altem zu verbinden. Heute haben wir einfach eine andere Zeit die alten Kunden welche die handwerkliche Verarbeitung noch wertschätzten und vor allem auch bezahlten gibt es bald nicht mehr. Was also tun, wenn man am Markt bestehen will?
Dies ist die Frage, die sich uns Maßschneider stellt eine Antwort darauf zu finden ist nicht ganz einfach denn es sollte einiges überdacht werden, um dieses wundervolle Handwerk in die Zukunft zu führen.

 

Maßgeschneidert

Heute bin ich etwas nachdenklich und lasse meine nun fast 50zig Jahre Selbstständigkeit Revue passieren. Viele Teile habe ich in dieser langen Zeit schon hergestellt, ob dies ausgefallene Kleider aus Seidentüchern waren, die durch ein raffiniertes Design eine einzigartige Wirkung bekamen oder Kostüme und Mäntel aus ausgesuchten edlen Stoffen.

Das ist nur ein kleiner Teil meiner vielfältigen Aufgaben die ich im Lauf der Jahre zu bewältigen hatte.


Mein Atelier befand sich über viele Jahre in einem kleinen Dorf, wo am Anfang meiner Selbstständigkeit vereinzelt Frauen aus dem Dorf oder den umliegenden Gemeinden zu mir kamen, die sich aber nicht so gern zeigen wollten, weil ich ja als viel zu teuer meinen Ruf weghatte. Sich ein maßgeschneidertes Teil zu leisten, wollte man daher nicht offen zeigen denn es waren ja oft nach außen hin einfache Dorfbewohner.

Sicher wir Maßschneider haben nicht die berühmten Namen der Modeschöpfer wie Chanel, Dior, Armani, Gaultier usw. die Liste lässt sich noch weiter fortführen. Was wir aber haben ist unser Können, das aus einem Stück Papier mit einer Zeichnung darauf ein Kleidungsstück entstehen lässt, welches dann auch noch nach den Maßen der Kundin vom ersten Strich für den Schnitt am Ende ein fertiges Teil entstehen lässt. Unseren Beruf üben wir nicht als Hobby aus, sondern wir wenden die Grundlagen der Maßschneiderei an.
Es ist nie einfach sich in eine Selbstständigkeit zu begeben und auf ein sicheres Einkommen zu verzichten und dadurch nicht Sozial abgesichert zu sein. Manchmal wird es dabei am Ende des Monats sehr eng doch mit Durchhaltevermögen und positiver Einstellung nimmt man so manche Hürde. Schau dir doch mal mein Schneideratelier an ich habe es für dich hinterlegt. Sicher heute ist vieles etwas komplizierter doch ich denke im Grunde, wenn man einige Grundregeln für den Start befolgt kann einem auch die heutige Bürokratie nicht viel anhaben. Für den Start in die Selbstständigkeit habe ich mein E-Book Praline oder Blockschokolade geschrieben es hilft dir bei deiner Entscheidung ein selbstständiges freies unabhängiges Leben zu führen.

Möchtest du mehr über die Selbstständigkeit mit einem Maßatelier wissen dann habe ich hier mein E-Book mein Schneideratelier für dich hinterlegt? Trage deinen Namen und deine Mailadresse ein und du kannst sofort mit dem Lesen beginnen.


 

Clutch

Heute mal ein kurzer Beitrag zu meiner Arbeit von letzter Woche. In der Druckerei meiner Kundin wurde über ein neues Werbepräsent, welches sie in ihr Portfolio aufnehmen wollte ausprobiert. Das Bedrucken von Stoff mit dazugehörigem Werbeemblem der Firma.

Meine Aufgabe hierbei bestand darin dieses Stoffstück zu einer Clutch zu verarbeiten, sah einfacher aus als es war. Mein Prototyp brauchte ganz schön lange bis ich alle Maße so errechnet hatte, sodass keine übermäßige Weite oder zu wenig Weite von innen und außen vorhanden war. Was ich hatte, war der bedruckte Stoff und eine Maßangabe. Die Schnittteile dazu und die Verarbeitung war dann meine Aufgabe. Der bedruckte Stoff brauchte eine Verstärkung und damit das Ganze gefälliger im Griff wurde noch eine Unterlage aus Volumenvlies. Als Verschluss sollten noch Magnetdruckknöpfe angebracht werden.

 


Die ganzen Schnittteile für die Clutch kannst du dir hier ansehen.


 

 


 

Frühlingserwachen

Es sind in diesem Jahr etwas andere Frühlingstage wie, die die wir schon etliche Jahre gewohnt sind. Fast könnte man meinen auch das Wetter hätte sich der allgemeinen Lage und Stimmung angepasst. Im April wo wir sonst schon üppig Sonne tanken konnten und der Frühling gleich in den Sommer überging, davon war in diesem Jahr wenig zu merken.


Schlimm finde ich das nicht weiter kommen doch wieder einmal die Jacken zum Einsatz, die sich im Lauf der letzten Jahre angesammelt haben. Natürlich will man ab und zu auch ein neues Kleidungsstück im Kleiderschrank haben. Mein Bestand wurde mit ein paar Basics aufgefüllt. Nach dem Motto es muss nicht immer Haute Couture sein, nähe ich zum größten Teil Kleidung die getragen wird. Auch meine Kunden legten großen Wert auf Kleidung aus guten Materialien das wichtigste aber war, dass die Maßgefertigten Stücke Alltagstauglich waren. Was nützt das wunderbarste Seidenkleid, wenn es nicht in die Situation passt, in der sich die Trägerin befindet! Daher habe ich nun zu einem Baumwollstoff gegriffen und für eine Hose einen Jeansstoff gewählt, diese beiden Kleidungsstücke begleiten mich nun bei meinen Einkäufen und beim Aufenthalt bei meinen Enkeln.


 

 

 

 

 

 

Da ich ja alle Teile für meinen täglichen Gebrauch selbst anfertige, weil ich wie schon öfter erwähnt ein absoluter Einkaufsmuffel bin, dauert es oft ein wenig länger bis ich ein neues Teil hergestellt habe. Es gibt mir nichts mich durch die fertigen Klamotten zu wühlen anprobieren ausziehen anziehen und das zigmal hintereinander um dann doch nicht das richtige zu finden.

Klar, wenn man Selbsthersteller ist, bleibt einem auch das Probieren nicht erspart doch das kann ich so zwischendurch erledigen. Ich finde es trotz meines fortgeschrittenen Alters immer noch aufregend, wenn ich ein Kleidungsstück entwerfe und es dann optimal an meine Figur anpasse so kann ich die kleinen Pölsterchen leicht verschwinden lassen. Was noch ein großer Vorteil dabei ist, wenn ich mir dazu ein Material aussuchen kann, das nicht aus purer Synthetik besteht.

Für die Hosenanfertigung stelle ich gerade einen Workshop zusammen, eine kurze  Hosen Information kannst du dir hier herunterladen.



 

Strickmantel und Kleid

Wollte mich meinen Frühlingskleidern widmen doch es kam etwas anders als geplant.

Ein Strickstoff, der schon etwas länger bei mir lagerte, sollte zu einem Kleid und passenden Mantel verarbeitet werden. Einen schlichten Schnitt in Kleid und Mantel ohne

irgendwelche Verzierungen habe ich aus dem Grundschnitt entwickelt beim Kleid in A-Form und den Mantel darüber mit der passenden Weite. Ein kleines Bonbon haben beide Kleidungsstücke noch unter dem Strickstoff versteckt, nämlich einen Futterstoff aus reiner Seide.

Dies sind die kleinen Dinge welche eine Anfertigung bieten kann wo jede Konfektion versagen würde, weil das Preis- Leistungsverhältnis dann nicht gehalten werden kann. Klassische Kleidungsstücke für die Figur passend verarbeitet mit Sonderwünschen versehen kann nur durch die Herstellung eines Einzelstückes erzielt werden und hier kommt wieder unser neues Logo voll zur Geltung
Ohne Schneider keine Kleider.

Es sind nicht immer die großen Roben die wir in der alltäglichen Arbeit anfertigen, sondern in den meisten Fällen die ganz normalen Tageskleider für die der Kunde/in bereit ist etwas mehr zu bezahlen als für ein Massenprodukt von der Stange. Es macht Freude solch Produkte herzustellen, wenn du dies ebenfalls vorhast dann erschaffe dir dafür einen guten Grundstock und eigne dir die Grundlagen der Maßschneiderei an.

In diesem Handwerksberuf ist es wie überall man sollte die Grundkenntnisse für den Aufbau eines Kleidungsstückes erlernt haben gute Arbeit leisten und Zusagen einhalten. Das sind nur 3 Dinge, die ich hier aufzähle natürlich ist das Ganze Spektrum rund um den Beruf des Maßschneiders noch viel umfangreicher.

Mein E-Book Nähen wie ein Profi  führt dich ein ins erste Lehrjahr in die Grundlagen der Schneiderei.

Einen kurzen Einblick kannst du dir hier gratis herunterladen.


Lust auf Frühling

Die letzten Tage hat zwar der Winter nochmal gezeigt was er zu bieten hat, doch mit Sicherheit wird der Frühling wieder ins Land ziehen mit wundervollem Sonnenschein und milden Temperaturen. Die Lust auf etwas Neues schleicht sich wieder in den bisherigen Kleiderbestand ein, da ist es doch wunderbar, wenn aus dem vorhandenem Stofflager noch etwas Brauchbares heraus kommt. 

An meiner Einstellung wie ich frischen Wind in meinen Kleiderschrank bringe, hat sich bis heute noch nichts geändert ich stelle jedes Teil selbst her. Dies geht los bei den Seidenunterhemdchen, Blusen, Shirt, Hosen, Jacken und auch Mäntel. Natürlich gibt es heutzutage alles zu kaufen, doch ich selbst bezeichne mich immer als „Einkaufsmuffel“ weil ich einfach keine Lust habe Laden für Laden abzuklappern (was momentan ja sowieso nicht geht), jedes Mal in die Umzugskabine zu verschwinden ausziehen anziehen ausziehen dazu habe ich keine Lust.

Ich entwerfe meine Kleidung selbst suche nach einem passenden Schnitt aus meinem Vorrat, den ich eventuell abändern kann oder wenn dies nicht möglich ist, aus dem vorhandenen Grundschnitt erstelle ich mir dann den gewünschten Modellschnitt . Genauso bin ich nun an den Zuschnitt meiner neuen Frühlingsjacke herangegangen. Den Schnitt dazu habe ich schon etliche Male angewendet, das letzte Mal entstand dieser Blazer.

Aus dem Stofflager kamen 4 m Leinenstoff hervor, dieser liegt mit Sicherheit schon über ein Jahrzehnt und fand bisher keine Verwendung. Im letzten Jahr habe ich einen Musselin für eine Bluse erstanden, die noch nicht entstanden ist. Dieser gelbe Musselin passt genau zu dem zarten Streifen im Leinenstoff. Bin jetzt noch auf der Suche nach einem grauen Hosenstoff und das neue Outfit ist perfekt.


Den Werdegang der Jacke werde ich mit Wort und Bild zusammenstellen und nach der Fertigstellung bei Massschneider News einstellen.Wenn dich die Innenverarbeitung interessiert dann hole dir doch diesen kleinen Überblick wie ein Profi eine Jacke herstellt.


Modische Einblicke

Heute mal ein kleiner Blogbeitrag über längst vergangene Zeiten.

Wer schon lange im Beruf des Maßschneiders ist, kann so einiges erzählen. Letzte Woche kamen mir durch Zufall einige Bilder längst vergangener Modenschauen in die Hände. Nach dem Durchsehen stellte ich dann eine Bildercollage zusammen mit einigen ausgesuchten Teilen. Manchmal so musste ich feststellen sind die Schnitte nicht viel anders als heutzutage. Einige der Kleidungsstücke liefen bereits vor 25 oder 30 Jahren über den Laufsteg andere auf der zweiten Collage zu sehen erst vor 4 oder 6 Jahren.

 

 

 

 

 

Du möchtest mehr über die Selbstständigkeit mit einem Maßatelier erfahren, dann trage dich in meinen Newsletter ein und du bekommst als kleines Dankeschön mein Schneideratelier gratis ausgeliefert.

 

 

Samt-Stoff der Könige-

Letzte Woche habe ich wieder einmal Samt verarbeitet. Vor Jahren stand dieses Material nicht unbedingt auf meiner Liste der Lieblingsmaterialien. Na ja ein Lieblingsmaterial zum Verarbeiten ist es bis heute nicht aber ich habe mich damit etwas angefreundet, seit ich meine Art der Verarbeitung anwende.


Zwischenzeitlich sind nun schon 2 Samtmäntel eine Jacke und zwei Kleider entstanden.


Über mein letztes Projekt werde ich nun berichten.
Der Samt stammt von einer Kundin, die sich daraus ein Kleid wünschte. Zuerst waren es einfache Schnitte die mit einem passenden 2. Stoff kombiniert werden sollten und zum Schluss kam dann dieser Schnitt mit Raffung einer Seite dabei heraus.
Das war eine Herausforderung, denn einen fertigen Schnitt gab es nicht, der Schnitt musste aus dem Grundschnitt entwickelt werden. Der Stoff war Samt ohne Elastan und sehr empfindlich daher wendete meine Art der Herstellung für solche Kleidungsstücke an. Mit dem Schnitt erstellte ich aus einem Baumwollstoff (ebenfalls nicht dehnbar) einen Prototyp, an dem ich ohne etwas am Originalstoff zu zerstören meine Änderungen abstecken konnte. Danach konnte ich anhand meines Prototyps meinen Modellschnitt ändern und nun diesen auf den Samt auflegen und ausschneiden.

Zur Sicherheit habe ich dann das Samtkleid zur Anprobe geheftet (mit Nähseide), um den Fall der Raffung sowie den Ausschnitt und die Ärmel zu kontrollieren, bevor ich mich an die Ausarbeitung des Kleides machte. Es war eine wunderschöne Aufgabe dieses Teil von Grund auf zu erstellen. Das sind die Vorteile, wenn dieser Beruf von Grund auf erlernt ist. Man braucht sich nicht auf die Suche nach einem Schnitt zu begeben, sondern alles entsteht von Grund auf mit ganz einfachen Dingen, wie den abgemessenen Maßen und Bleistift Schere und Papier. Möchtest du mehr über verschiedene Arbeiten aus dem Reich der Schneiderwerkstatt erfahren dann gibt es hier meine kleine Anleitung für die Samtverarbeitung;

Hol dir die Gratis Samtverarbeitung


Maßgeschneidert

Am 6. März war Tag des Kleides. Viele meiner Kollegen haben ihre selbstentworfene und angefertigte Kleider bei Facebook eingestellt, mit dem Button


was soll denn der Unterschied sein, wenn du doch selbst dein Kleid herstellen kannst? Ja wie soll ich das erklären für einen Maßschneider fängt die Arbeit nicht mit dem Zuschnitt eines fertigen Schnittes der auf den ausgesuchten Stoff gelegt wird an, sondern schon ein paar Schritte davor.


Der Kunde/in kommt ins Atelier mit dem Wunsch sich ein neues Kleidungsstück anfertigen zu lassen. Manchmal wird ein Stoff mitgebracht doch in den meisten Fällen wird der Stoff im Atelier mit der Schneiderin zusammen ausgesucht, was für den Entwurf die bessere Variante ist. Wir Maßschneider beherrschen nicht nur den ganzen Aufbau vom Stoff zum Entwurf und Schnitt, sondern haben sehr oft auch einen Blick für die passende Farbe und den Stil. In Seminaren für verschiedene Anwendungen in der Verarbeitung konnten wir die Farb & Stil Beratung uns aneignen, was den Kunden/innen nun beim Aussuchen von Stoff und Entwurf zugutekommt. Der nächste Schritt ist dann nach Abnehmen der Maße einen Grundschnitt zu erstellen, um aus diesem dann den Modellschnitt zu entwickeln.

Wenn du bis hier hin aufmerksam mitgelesen hast sind dir die Unterschiede einer Näherin und einer ausgebildeten Schneiderin sicher schon aufgefallen. Du kannst dir vorstellen, dass in dieser Vorarbeit bis es endlich an den Zuschnitt geht, schon eine Menge Arbeit liegt und Zeit vergeht. Nähen das können viele jedoch schneidern von Grund auf das ist etwas anderes.

Was ist nun der Vorteil sich ein Kleidungsstück anfertigen zu lassen. Die Kleidung ist ein Einzelstück das passt, weil nach den Maßen jeder Kundin gefertigt, der Stoff ist passend zum Typ und dem Stil des Kleides ausgewählt, wenn möglich in dem Material welches die Kundin wünscht.


Bei mir sind es zum Beispiel Kunden die sich ein reinseidenes Futter in ihrer Kleidung wünschen und Kleidung aus Naturfaser bevorzugen. Ältere Damen habe ich schon mit Hosen und Jacken eingekleidet die kein Konfektionär in dieser Form herzustellen vermag.

Meine letzten Kleidungsstücke waren für eine Frau mit Down-Syndrom eine schwierige Aufgabe. Meine Kundin war etwa Mitte 50zig und im Körper einer kleinwüchsigen Frau und vom geistigen Stand im Alter eines Kindes das rosa Farben liebt. Hier die Schnitte zu erstellen war nicht einfach. Zwei sommerliche Kleider stelle ich hier mal ein, es sind Kleider die vom Alter her für eine Frau gearbeitet worden sie haben aber einen kindlichen Schnitt sowie die Lieblingsfarbe rosa.

 

 

 

 

 

 

 

 

Möchtest du etwas tiefer ins Reich der Schneiderei einsteigen dann fang mit dem  Nähen wie ein Profi  an; dieses Modul beginnt mit dem Einstieg ins erste Lehrjahr;

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Hosen Jacken Blusen

Alles, was so im Frühling angesagt ist, werde ich nun mal aus meinem Stofflager zusammenstellen. Vielleicht fehlt auch noch der eine oder andere Stoff für ein Kleidungsstück mal sehen.


Wie bei all meinen Kleidern bin ich im Vorfeld meinen Bestand durchgegangen hab das ein oder andere probiert, ob es noch zur Figur und was ich ebenfalls sehr wichtig finde, zur jetzigen Altersphase passt. Die meisten Stücke haben bei mir eine Haltbarkeit von ca. 10 Jahren das ist so der Zeitraum, indem sich Figürlich und vom optischen her bei Frauen, die das 60zigste Lebensjahr schon überschritten haben, sehr oft einiges verändert.

Als noch meine tägliche Arbeit aus der Anfertigung von Kleidungsstücken für Kunden bestand und diese meistens in der genannten Alterskategorie zu finden waren haben mir die Veränderungen des Körpers oft gezeigt, dass sich an der Grundfigur sich nicht viel ändert. Es muss lediglich an verschiedenen Stellen wie der Weite oder Länge etwas nachjustiert werden. Hosen sind ein gutes Beispiel dafür, aus einer Figur mit flachem Po wird nicht urplötzlich ein rundes Gesäß. Was im Lauf der Jahre dazu kommt, ist mehr Weite in der Taille und eventuell in der Hüfte. Das heißt, um es einmal ganz banal auszudrücken, die Taille gerät aus den Fugen. Diesen Wortlaut habe ich schon einmal auf Facebook verwendet und musste dann von einer 50zig Jährigen anhören, dass dies sozusagen Blödsinn sei.

Mal ganz ehrlich mit fünfzig dachte ich das auch, dass die Figur Veränderungen nur die anderen treffen würde aber mich doch nicht. Dabei hätte ich es wissen müssen, weil sich jahrelang diese Klientel von Kunden bei mir ankleiden ließ. Fettpölsterchen an den unterschiedlichsten Stellen waren gekonnt zu verstecken durch dementsprechende Schnittführung. Da gab es Kunden mit breitem Oberkörper schmalen Hüften und sehr dünnen Beinen wo die Taille sich verabschiedete oder kleine gedrungene mit ausladenden Hüften all diese Figuren passten nicht in die vorgegebenen Größen der Konfektion. Alle wollten aber schön aussehen in ihren Kleidern und ihre Schwachstellen sollten, gekonnt überspielt werden.

Es hat mir große Freude bereitet meinen Kundinnen das Gefühl zu geben, dass sie gut aussehen.

Eine kleine Anekdote vom Mann einer Kundin.

Sie waren zu einem Fest eingeladen und die Frau brauchte ein passendes Gewand. Wir entschlossen uns gemeinsam für einen schwarzen Woll-Georgette die Kundin war ein Wintertyp und schwarz passte sehr gut zu ihr. Es ist schon sehr lange her doch der Satz von ihr ist mir noch in Erinnerung geblieben als sie das nächste Mal zu mir kam sagte sie mir, dass ihr Mann gesagt hätte, sie sei die schönste gewesen auf dem Fest.

Nicht jede Figur verändert sich im Lauf der Jahre doch sollte dies der Fall sein so kannst du ganz einfach deinen vorhandenen Schnitt wieder mit ein paar Abänderungen in Form bringen.

 

Das war ein kleiner Streifzug durch meine Arbeit als Maßschneiderin. Ich denke gerade jetzt in dieser Zeit wo alles auf dem Prüfstand steht, könnte vielleicht auch ein umdenken in unserem Bereich stattfinden. Es gehen jährlich sehr viele Gesellen wie auch Meister von den Schulen ab und begraben ihren großen Traum von einem eigenen Atelier, weil die Gegebenheiten nicht passen. Es muss nicht immer gleich die große Nummer mit einem Designer Label sein vielleicht ist ein kleines erfolgreiches Atelier passender zur Lebenssituation. Sieh dir meinen Weg an, du kannst ihn als roten Faden nutzen.

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Wenn dich mein Hosenschnitt interessiert der nach den vorhandenen Maßen erstellt wurde, dann bekommst du in meiner kleinen Anleitung einen kurzen Einblick.

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