Prüfungsaufsicht

Es ist schon seltsam dieses Jahr, wenn Abschlussprüfungen im Handwerk anstehen. Statt vollbesetzter Klassen finden sich 4 Prüflinge ein. So ist die Vorschrift und diese muss eingehalten werden.
Als Aufsichtsperson sitzt man dann den ganzen Tag vor der Klasse denn ein herumlaufen sollte möglichst vermieden werden. Das ist ganz schön anstrengend, denn wir sind es nicht gewohnt einen Tag lang auf einem Stuhl sitzend zu verbringen. Diese Meinung schwebt zwar vielen vor, wenn sie hören welchen Beruf wir ausüben, weil die Leute wahrscheinlich die Nähsäle im Kopf haben, wo jeder der dort arbeitenden Personen immer nur einen Arbeitsschritt an einem Kleidungsstück tätigt, es ist sozusagen wie am Fließband.

Wenn wir ein Kleidungsstück herstellen läuft dies etwas anders ab wir arbeiten individuell und stellen Einzelteile her, die nach den Maßen der Kunden angefertigt sind. Daher ist letztendlich auch der Endpreis ein anderer wie bei der konfektionierten Ware.
Schon die Anfertigung eines Rockes ist mit einigem Aufwand verbunden und erfordert daher seine Zeit bei der Herstellung.

 

Die Prüflinge tun sich jedes Jahr mit diesem Kleidungsstück etwas schwer weil die Übung hierfür fehlt. Dies wollte ich einmal ansprechen bei den Lehrern, weil es mir wichtig ist, dass alle Teile der Bekleidung die gleiche Aufmerksamkeit bei der Herstellung bekommen. In der Schule ist es nicht anders als im Betrieb musste ich feststellen der Rock ist Ausbildungsteil im ersten Schuljahr (Lehrjahr). Es gibt jedoch einen Unterschied, der Rock wird dann in der Schule nicht mehr geübt. Im Betrieb kommen im Lauf der Ausbildung jedoch immer wieder Röcke zur Anfertigung herein, die dann der Lehrling arbeiten kann. Der Zuschnitt wird vom Meister übernommen dann wird probiert und ab da ist es die Aufgabe des Lehrlings den Rock zu arbeiten und fertig zu stellen.

Den Arbeitsablauf eines Rockes habe ich in einem kleinen Rockratgeber zusammengestellt den kannst Du Dir nach Angabe Deiner Mailadresse gratis herunter laden.


Minimalismus im Kleiderschrank

 

Am Freitag habe ich mich sehr gefreut, dass das miese Wetter hinter uns liegt denn bei Sonnenschein blühen wir doch richtig auf. In Nachbargarten wurde der Swimmingpool befüllt und dies lässt einen doch richtig in Sommerlaune schwelgen.

An solchen Tagen kommt mein kreatives Hirn endlich wieder in Schwung und ich habe mich daher mal gleich auf die Schnitterstellung meiner ganz persönlichen Projekte gestürzt. Da ja sämtliche Schnittvorlagen überarbeitet werden müssen (nicht nur die Schnitte sind älter geworden) bin ich ganz schön gefordert.

Nächste Woche bin ich als Prüfungsaufsicht für die Abschlussklassen des Berufskollegs Mode und Design und der Maßschneider im Einsatz und da die Tage lang sind und viele Corona-Auflagen eingehalten werden müssen werde ich dieses Wochenende noch einiges an Handarbeit zusammen richten damit die Stunden leichter vergehen.
Ich setzte ja gern kleine Akzente an handwerklicher Schmuckarbeit bei meinen Teilen ein. Manchmal sind dies ganz alte Techniken doch wo sie hinpassen wirken sie dezent und schön. An einem Wickelrock hatte ich einst Verschlüsse von den ausgezogenen Fäden geflochten, ein anderes Teil habe ich mit Hohlsaum versehen, Knöpfe habe ich aus Kordel schon selbst hergestellt und diese dann noch mit Perlen bestickt. Auch Schachbrettmuster aus verstürzten Bändern sind oft ein optischer Hingucker.

Auf der Suche nach einer geeigneten Vorlage für meine Schmuckarbeiten bin ich auf das Wort Minimalismus gestoßen. Also machte ich mich auf die Suche, ob ich dies auch für meinen Bedarf anwenden kann. Ja ich kann denn bei Google fand ich die Antwort auf meine Frage. Minimalismus im Kleiderschrank fand ich und habe mich etwas schlau gemacht. Ich fand einen sehr interessanten Artikel dazu.Minimalismus im Kleiderschrank

Beim Durchlesen dachte ich so bei mir, das lebe ich doch schon längst. Von der ständigen Sucht nach neuen Kleidungsstücken und Schuhen Handtaschen und was sonst noch alles zum Lifestyle gehört kann ich mich freisprechen. Sicher brauche ich auch ab und zu ein neues Teil, weil das jetzige Etwas zu eng zu kurz oder nicht mehr altersentsprechend aussieht. Dabei gehe ich meistens auf die gleichen Art vor. Welche Farben passen zueinander welche Teile kann ich kombinieren was sieht heute noch gut aus vom Schnitt her oder was kann ich daran verändern damit es wieder zu mir Passt. Diese Art der Kleiderbeschaffung ist sicher nicht jedermanns Sache, doch sie schont Rohstoffe und Ressourcen und letztendlich auch meinen Geldbeutel, hier gibt es mehr zum Lesen. https://www.avocadostore.de/ressourcenschonend

Jetzt ist eine gute Zeit sich einmal darüber Gedanken zu machen wie verschwenderisch wir doch mit allem umgehen, ob wir vielleicht auch mit weniger auskommen könnten. Brauchen wir all den Luxus, der uns überall entgegen schreit, kauf mich damit das Rad der Wirtschaft weiterläuft.
Ich gebe zu geschäftsfördernt ist diese Art zu leben sicher nicht, zumal ich ja selbst im produzierendem Handwerk tätig bin. Doch es ist egal was man tut nachdenken darüber wie man Ressourcenschonend leben kann, sollte für uns alle wichtig sein. Unser Bereich umfasst nur einen Teil des Ganzen doch auch hier kann viel getan werden.

Sommerstoffe

Lange hat es gedauert, nun sind sie eingetroffen meine ausgesuchte Sommerstoffe. Schon einige Male habe ich erwähnt, dass ich auf Naturfasern stehe.

Im Winter trage ich Seidenhemdchen meistens aus Crêpe de Chine manchmal auch aus Seidensatin. Wobei ich den Crêpe de Chine vorziehe er ist nicht so kühl auf der Haut, wenn dann die Saison beginnt und die Pullover weggeräumt werden sind mir Shirts aus Baumwolle meistens mit ein wenig Elastan die liebsten Frühlingsbegleiter.

 

Jetzt steht der Sommer vor der Tür und bei der Überlegung was ziehe ich an kam mir bei der Durchsicht meiner Kleider die Idee mir einen leichten Hosenanzug mit passender Bluse zu nähen. Ich selbst mag ja nicht so die großen Muster und Blumen, sondern mag es eher etwas dezent und zurückhaltend. Vom letzten Jahr habe ich noch einige Sommerblusen im Schrank und passende 7/8 Hosen und Röcke  für den alltäglichen Gebrauch doch ein schickeres Neues Teil muss ich mir unbedingt noch zulegen. Für mich ist es wichtig den optimalen Schnitt für mich zu finden der zu meiner Figur und was ich noch sehr wichtig finde, auch altersentsprechend ist. Sicher wir alle wollen nicht aussehen wie die Omas von gestern, sondern schon zeigen, dass wir noch geistig fit und vital sind.

Für meinen Hosenanzug habe ich mir eine lässige Jacke vorgestellt ungefüttert mit einer etwas weiteren Hose vielleicht mit einem Binde-Gürtel. Aber das ist eben nur mein Kopfentwurf ob dieser optimal zu mir passt das weiß ich noch nicht. Am besten ich nähe nach dem Schnittentwurf noch einen Prototyp von ähnlichem Material wo ich mir die Proportionen und den ausgesuchten Schnitt an meiner Figur ansehen kann. Doch dies ist eine aufwendige Sache und entsteht nicht so nebenbei.

Ich berichte dir das nicht, weil ich mich damit rühmen will wie ich Teile herstelle, sondern aus einem ganz anderen Grund. Wenn du in dieses Handwerk einsteigen möchtest dann bedeutet dies, dass du alles sein musst. Designerin, Schnittdirektriese, Schneiderin und was ich auch ganz wichtig finde ein Gefühl dafür haben was einer Kundin steht welche Farbe und welchen Schnitt sie tragen könnte. Ich habe mir im Lauf meines Berufslebens dies alles durch etliche Kurse und Seminare erworben und sehr viel davon profitiert.

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