Hosen Jacken Blusen

Alles, was so im Frühling angesagt ist, werde ich nun mal aus meinem Stofflager zusammenstellen. Vielleicht fehlt auch noch der eine oder andere Stoff für ein Kleidungsstück mal sehen.


Wie bei all meinen Kleidern bin ich im Vorfeld meinen Bestand durchgegangen hab das ein oder andere probiert, ob es noch zur Figur und was ich ebenfalls sehr wichtig finde, zur jetzigen Altersphase passt. Die meisten Stücke haben bei mir eine Haltbarkeit von ca. 10 Jahren das ist so der Zeitraum, indem sich Figürlich und vom optischen her bei Frauen, die das 60zigste Lebensjahr schon überschritten haben, sehr oft einiges verändert.

Als noch meine tägliche Arbeit aus der Anfertigung von Kleidungsstücken für Kunden bestand und diese meistens in der genannten Alterskategorie zu finden waren haben mir die Veränderungen des Körpers oft gezeigt, dass sich an der Grundfigur sich nicht viel ändert. Es muss lediglich an verschiedenen Stellen wie der Weite oder Länge etwas nachjustiert werden. Hosen sind ein gutes Beispiel dafür, aus einer Figur mit flachem Po wird nicht urplötzlich ein rundes Gesäß. Was im Lauf der Jahre dazu kommt, ist mehr Weite in der Taille und eventuell in der Hüfte. Das heißt, um es einmal ganz banal auszudrücken, die Taille gerät aus den Fugen. Diesen Wortlaut habe ich schon einmal auf Facebook verwendet und musste dann von einer 50zig Jährigen anhören, dass dies sozusagen Blödsinn sei.

Mal ganz ehrlich mit fünfzig dachte ich das auch, dass die Figur Veränderungen nur die anderen treffen würde aber mich doch nicht. Dabei hätte ich es wissen müssen, weil sich jahrelang diese Klientel von Kunden bei mir ankleiden ließ. Fettpölsterchen an den unterschiedlichsten Stellen waren gekonnt zu verstecken durch dementsprechende Schnittführung. Da gab es Kunden mit breitem Oberkörper schmalen Hüften und sehr dünnen Beinen wo die Taille sich verabschiedete oder kleine gedrungene mit ausladenden Hüften all diese Figuren passten nicht in die vorgegebenen Größen der Konfektion. Alle wollten aber schön aussehen in ihren Kleidern und ihre Schwachstellen sollten, gekonnt überspielt werden.

Es hat mir große Freude bereitet meinen Kundinnen das Gefühl zu geben, dass sie gut aussehen.

Eine kleine Anekdote vom Mann einer Kundin.

Sie waren zu einem Fest eingeladen und die Frau brauchte ein passendes Gewand. Wir entschlossen uns gemeinsam für einen schwarzen Woll-Georgette die Kundin war ein Wintertyp und schwarz passte sehr gut zu ihr. Es ist schon sehr lange her doch der Satz von ihr ist mir noch in Erinnerung geblieben als sie das nächste Mal zu mir kam sagte sie mir, dass ihr Mann gesagt hätte, sie sei die schönste gewesen auf dem Fest.

Nicht jede Figur verändert sich im Lauf der Jahre doch sollte dies der Fall sein so kannst du ganz einfach deinen vorhandenen Schnitt wieder mit ein paar Abänderungen in Form bringen.

 

Das war ein kleiner Streifzug durch meine Arbeit als Maßschneiderin. Ich denke gerade jetzt in dieser Zeit wo alles auf dem Prüfstand steht, könnte vielleicht auch ein umdenken in unserem Bereich stattfinden. Es gehen jährlich sehr viele Gesellen wie auch Meister von den Schulen ab und begraben ihren großen Traum von einem eigenen Atelier, weil die Gegebenheiten nicht passen. Es muss nicht immer gleich die große Nummer mit einem Designer Label sein vielleicht ist ein kleines erfolgreiches Atelier passender zur Lebenssituation. Sieh dir meinen Weg an, du kannst ihn als roten Faden nutzen.

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Fast Fashion

Meinen heutigen Beitrag wollte ich eigentlich der Anfertigung einer Hose widmen doch bei meinem „Rundgang“ durch die Facebookseiten bin ich auf einen Artikel gestoßen, der mich vom Inhalt her gezwungen hat, ihn zu lesen wohin mit 500 Mio Kleidungsstücken

Bild aus Trigema Magazin


Mit dieser Thematik befasse ich mich schon sehr lange und ich bin immer wieder entsetzt warum dieser Zwang sich ständig neue Klamotten zu kaufen nicht die Gehirnwindungen in Gang setzt, dass dies eine Ausbeutung der Rohstoffe ist und letztendlich ebenfalls etwas mit der Umwelt zu tun hat. Warum geht den Menschen bei Fast Fashion nicht die Umweltlampe an, dann wären die Berge von Altkleidern die entsorgt werden um einiges kleiner.

Ich möchte nicht die ganze Kette der Herstellung hier aufzählen doch eins ist sicher, es werden Unmengen an Wasser verbraucht mit Pestiziden wird nicht gespart und die Menschen werden ausgebeutet. Es wäre doch an der Zeit auch von dieser Seite aus einmal darüber nachzudenken, ob wir unser Verhalten in Bezug auf Kleidung ändern und nicht jedem neuesten Trend nachlaufen. Muss es denn sein, dass wir dazu beitragen, dass diverse Händler jede 2. Woche eine neue Kollektion anbieten? Was allein dadurch an Ressourcen verbraucht werden für Klamotten, die oft nicht mal getragen werden, sondern auf solchen Müllbergen landen wie der Bericht sie zeigt, das regt doch zum Nachdenken an.


In einem Blogbeitrag vom letzten Jahr habe über Slow Fashion  berichtet es wäre schön, wenn Corona etwas zum Nachdenken anregen würde bei den Herstellern der Fast Fashion und bei den Verbrauchern denn es hängt an beiden wie sich die Ausbeutung weiterentwickelt.