Modische Einblicke

Heute mal ein kleiner Blogbeitrag über längst vergangene Zeiten.

Wer schon lange im Beruf des Maßschneiders ist, kann so einiges erzählen. Letzte Woche kamen mir durch Zufall einige Bilder längst vergangener Modenschauen in die Hände. Nach dem Durchsehen stellte ich dann eine Bildercollage zusammen mit einigen ausgesuchten Teilen. Manchmal so musste ich feststellen sind die Schnitte nicht viel anders als heutzutage. Einige der Kleidungsstücke liefen bereits vor 25 oder 30 Jahren über den Laufsteg andere auf der zweiten Collage zu sehen erst vor 4 oder 6 Jahren.

 

 

 

 

 

Du möchtest mehr über die Selbstständigkeit mit einem Maßatelier erfahren, dann trage dich in meinen Newsletter ein und du bekommst als kleines Dankeschön mein Schneideratelier gratis ausgeliefert.

 

 

Samt-Stoff der Könige-

Letzte Woche habe ich wieder einmal Samt verarbeitet. Vor Jahren stand dieses Material nicht unbedingt auf meiner Liste der Lieblingsmaterialien. Na ja ein Lieblingsmaterial zum Verarbeiten ist es bis heute nicht aber ich habe mich damit etwas angefreundet, seit ich meine Art der Verarbeitung anwende.


Zwischenzeitlich sind nun schon 2 Samtmäntel eine Jacke und zwei Kleider entstanden.


Über mein letztes Projekt werde ich nun berichten.
Der Samt stammt von einer Kundin, die sich daraus ein Kleid wünschte. Zuerst waren es einfache Schnitte die mit einem passenden 2. Stoff kombiniert werden sollten und zum Schluss kam dann dieser Schnitt mit Raffung einer Seite dabei heraus.
Das war eine Herausforderung, denn einen fertigen Schnitt gab es nicht, der Schnitt musste aus dem Grundschnitt entwickelt werden. Der Stoff war Samt ohne Elastan und sehr empfindlich daher wendete meine Art der Herstellung für solche Kleidungsstücke an. Mit dem Schnitt erstellte ich aus einem Baumwollstoff (ebenfalls nicht dehnbar) einen Prototyp, an dem ich ohne etwas am Originalstoff zu zerstören meine Änderungen abstecken konnte. Danach konnte ich anhand meines Prototyps meinen Modellschnitt ändern und nun diesen auf den Samt auflegen und ausschneiden.

Zur Sicherheit habe ich dann das Samtkleid zur Anprobe geheftet (mit Nähseide), um den Fall der Raffung sowie den Ausschnitt und die Ärmel zu kontrollieren, bevor ich mich an die Ausarbeitung des Kleides machte. Es war eine wunderschöne Aufgabe dieses Teil von Grund auf zu erstellen. Das sind die Vorteile, wenn dieser Beruf von Grund auf erlernt ist. Man braucht sich nicht auf die Suche nach einem Schnitt zu begeben, sondern alles entsteht von Grund auf mit ganz einfachen Dingen, wie den abgemessenen Maßen und Bleistift Schere und Papier. Möchtest du mehr über verschiedene Arbeiten aus dem Reich der Schneiderwerkstatt erfahren dann gibt es hier meine kleine Anleitung für die Samtverarbeitung;

Hol dir die Gratis Samtverarbeitung


Maßgeschneidert

Am 6. März war Tag des Kleides. Viele meiner Kollegen haben ihre selbstentworfene und angefertigte Kleider bei Facebook eingestellt, mit dem Button


was soll denn der Unterschied sein, wenn du doch selbst dein Kleid herstellen kannst? Ja wie soll ich das erklären für einen Maßschneider fängt die Arbeit nicht mit dem Zuschnitt eines fertigen Schnittes der auf den ausgesuchten Stoff gelegt wird an, sondern schon ein paar Schritte davor.


Der Kunde/in kommt ins Atelier mit dem Wunsch sich ein neues Kleidungsstück anfertigen zu lassen. Manchmal wird ein Stoff mitgebracht doch in den meisten Fällen wird der Stoff im Atelier mit der Schneiderin zusammen ausgesucht, was für den Entwurf die bessere Variante ist. Wir Maßschneider beherrschen nicht nur den ganzen Aufbau vom Stoff zum Entwurf und Schnitt, sondern haben sehr oft auch einen Blick für die passende Farbe und den Stil. In Seminaren für verschiedene Anwendungen in der Verarbeitung konnten wir die Farb & Stil Beratung uns aneignen, was den Kunden/innen nun beim Aussuchen von Stoff und Entwurf zugutekommt. Der nächste Schritt ist dann nach Abnehmen der Maße einen Grundschnitt zu erstellen, um aus diesem dann den Modellschnitt zu entwickeln.

Wenn du bis hier hin aufmerksam mitgelesen hast sind dir die Unterschiede einer Näherin und einer ausgebildeten Schneiderin sicher schon aufgefallen. Du kannst dir vorstellen, dass in dieser Vorarbeit bis es endlich an den Zuschnitt geht, schon eine Menge Arbeit liegt und Zeit vergeht. Nähen das können viele jedoch schneidern von Grund auf das ist etwas anderes.

Was ist nun der Vorteil sich ein Kleidungsstück anfertigen zu lassen. Die Kleidung ist ein Einzelstück das passt, weil nach den Maßen jeder Kundin gefertigt, der Stoff ist passend zum Typ und dem Stil des Kleides ausgewählt, wenn möglich in dem Material welches die Kundin wünscht.


Bei mir sind es zum Beispiel Kunden die sich ein reinseidenes Futter in ihrer Kleidung wünschen und Kleidung aus Naturfaser bevorzugen. Ältere Damen habe ich schon mit Hosen und Jacken eingekleidet die kein Konfektionär in dieser Form herzustellen vermag.

Meine letzten Kleidungsstücke waren für eine Frau mit Down-Syndrom eine schwierige Aufgabe. Meine Kundin war etwa Mitte 50zig und im Körper einer kleinwüchsigen Frau und vom geistigen Stand im Alter eines Kindes das rosa Farben liebt. Hier die Schnitte zu erstellen war nicht einfach. Zwei sommerliche Kleider stelle ich hier mal ein, es sind Kleider die vom Alter her für eine Frau gearbeitet worden sie haben aber einen kindlichen Schnitt sowie die Lieblingsfarbe rosa.

 

 

 

 

 

 

 

 

Möchtest du etwas tiefer ins Reich der Schneiderei einsteigen dann fang mit dem  Nähen wie ein Profi  an; dieses Modul beginnt mit dem Einstieg ins erste Lehrjahr;

Trage deinen Namen und die Mailadresse ein und du bekommst einen Überblick was alles in Nähen wie ein Profi steht.