Herbstkleidung

Die heißen Tage haben sich verabschiedet und ich war die ganze letzte Woche sehr fleißig am Herstellen verschiedener Kleidungsstücke. Es lagen Blusen eine Hose und Jacke herum die ich schon monatelang vor mir hergeschoben habe. Als ich einst anfangen wollte, kam Corona über uns. Dies konnte zwar nichts meiner Schneiderwerkstatt antun doch irgendwie lähmte dieser Lockdown alles. Wir konnten nicht mehr raus und mussten uns zu Hause beschäftigen. Stoffe, die ich bestellt habe brauchten manchmal 14 Tage und noch länger bis sie ankamen und dies alles frustrierte meine Schneider Seele.

Kreativlinge leiden in solchen Zeiten besonders da ein neuer Entwurf einfach nicht entstehen möchte. Wahrscheinlich hängt dies mit den äußeren Bedingungen zusammen wie zum Beispiel ein Theater- oder Kinobesuch einem Treffen mit Freunden und was auch immer auf dem Plan steht. Durch die verschiedenen Eindrücke entstehen dann höchstwahrscheinlich die Kreationen die dann zu Kleidungsstücken werden. Mir ist es schon sehr oft so ergangen, dass in meinem Kopf ein neues Modell entstand, welches ich dann in den Zeitschriften bei der neuen Kollektion in verschiedenen Teilen wiedergefunden habe.

Doch was bekamen wir in dieser Zeit zu sehen Masken zwar waren diese sehr unterschiedlich in den Farben und Ausführung, von uni bis farblich war alles vorhanden jedoch war dies kreativ?


Nun hänge ich an einer sehr aufwendigen Arbeit fest dem Herstellen einer Jeanshose sowie einer Jeansjacke. Alle Teile sind nicht gerade in einer Normalgröße, sondern mit einer OW von 130 cm und HW 138 cm sowie einer Körper-Größe von ca. 1,50 m.
Diese Anfertigungen fordern einen ganz schön heraus im Schnitt erstellen sowie in der Herstellung. Passend zur Figur müssen die Proportionen abgestimmt werden, es darf nicht zu mächtig wirken und sollte trotzdem eine bequeme Weite bieten.

Die Hose ist auch nicht ganz einfach den es muss zur kurzen Beinlänge für einen genügend großen Hüftumfang gesorgt werden der aber nicht in flatterige Hosenbeine ausarten darf.


Dies ist so die Anforderungen an einen Maßschneider die oft nur vom Fachmann oder der Fachfrau gelöst werden kann. Dazu gibt es die Ausbildung des Maßschneiders im Handwerk wo gelehrt wird wie ein Kleidungsstück entsteht. Mit dem Erwerb des Meisters erlernt man dann die Schnitterstellung die als Grundlage für jedes Kleidungsstück gebraucht wird.

Wie du dir das Wissen einer fachgerechten Ausbildung eines Maßschneiderhandwerks aneignen kannst, erfährst du in den nächsten Folgen meiner Blogeinträge. Damit du keinen verpasst trage deine Mailadresse ein und du bekommst jeweils Nachricht, wenn es etwas Neues gibt.

Als kleines Geschenk habe ich für dich einen wichtigen Arbeitsgang aus der Maßschneiderei hinterlegt den du nach dem Eintrag deiner E-Mail-Adresse sofort ausgeliefert bekommst.


 

Heiß es ist viel zu Heiß

An diesen Song aus dem Musical ‚Kiss me Kate‘ erinnerte ich mich bei diesen Temperaturen, die momentan draußen herrschen.


Als ich im ersten Lehrjahr war, das schon ewig lange her ist, gab es für uns damals einige Highlights, die ich nie vergessen werde. So streng meine Lehrmeisterin auch war doch diese Glanzpunkte im anstrengendem Näh-Alltag der damals noch schlappe 9 Std. lang war machten vieles wett.

Es war Sommer und im Garten war ein großer

Ein klein wenig unscharf doch man kann die glücklichen Gesichter sehen.

Swimmingpool, den wir in der Mittagspause benutzen durften. Ihr könnt euch denken was mich an dieser Lehrstelle am meisten gereizt hat, das waren genau diese kleinen Nebensächlichkeiten.

Schon als ich beim Vorstellungsgespräch die großzügige Einrichtung des Modesalons sah, so nannte man damals die edleren Schneiderwerkstätten, alles ganz edel mit Marmorfußboden Lüstern an Wänden und Decke. Einer großen Anprobe mit Spiegelfront und einer Werkstatt die Plätze für 15–18 Leute bot und natürlich die Aussage, dass der Pool für die Lehrlinge in der Mittagspause zur Verfügung steht, wusste ich hier will ich lernen. Es waren wunderschöne Sommertage zwar mit viel Arbeit aber mit einem großen Vergnügen mit meinen Kolleginnen. Auch sonst konnten wir uns nicht beklagen was uns noch so alles geboten wurde.


Ich habe dies alles mal aufgeschrieben nicht, weil ich mich damit rühmen will, sondern, um dir zu zeigen, dass zu einem guten Arbeitsverhältnis mehr gehört wie nur das Abarbeiten der Stunden im Betrieb.

Du hast vor Chefin zu werden dann sei ein guter Teamplayer in deinem Bereich. Erfolg hängt nicht nur davon ab wie kreativ du bist, sondern es gehört viel mehr dazu. Denk daran den Lohn deiner Mitarbeiter bezahlst nicht du, sondern die glückliche und zufriedene Kundschaft.


Wie du lesen konntest schwärme ich heute noch von meiner Lehrstelle, die alles andere war als einfach und lasch. Doch die angenehmen Dinge, welche ich erleben durfte, wogen die Strenge wieder auf.

Ausstattung der Schneiderwerkstatt

Dieses Mal wende ich mich mal so ein paar „Nebensächlichkeiten“ wie der Ausstattung einer Schneiderwerkstatt zu. Hin und wieder lese ich mal ganz gern die Kommentare in verschiedenen Gruppen auf Facebook die sich mit Nähen und allem, was dazu gehört befassen. Sehr viele Hobbyschneiderinnen sind recht fit in unserem Handwerk unterwegs. Oft mangelt es zwar ein wenig an Kleinigkeiten wie mit Einlage oder anderen Hilfsmitteln umzugehen ist, doch dies ist nicht weiter erwähnenswert. Für diese Dinge gibt es ja genügend Aufklärung auf YouTube allerdings meistens auch wieder von Hobbys.

Eine ganz wichtige Sache scheint bei vielen die Ausstattung mit genügend maschineller Unterstützung zu sein. Sicher ist es wunderbar eine hochwertige Nähmaschine sowie eine gute Overlock sein Eigen zu nennen aber von allein nähen diese tollen Stücke nicht da gehört schon ein wenig Grundkenntnis in der Herstellung von Kleidung dazu. Wobei es sehr viele Näherinnen gibt, die dies perfekt beherrschen, das muss ich neidlos eingestehen.

Doch was brauchst du für deinen Einstieg in dein neues Hobby, wenn dein Geldbeutel nicht üppig gefüllt ist und mal schnell eine Maschine für rund 3000,- Euro gekauft werden kann. Vielleicht hat ja irgendwer in deiner nächsten Verwandtschaft keine Verwendung mehr für seine Nähmaschine und du kannst diese haben.

Wunderbar mit Nähmaschinen ist es wie mit allen alten Teilen aus vergangenen Zeiten sie müssen erst einmal überholt werden. Das kannst du entweder selbst erledigen oder du gibst sie in fachkundliche Hände. Als ich noch Nähkurse gabt, kamen mir so allerlei Maschinen unter, die zuerst gepflegt werden mussten.

Dazu kannst du dir eine Anleitung Downloaden die dir einiges über Nähmaschinen und ihre Pflege erzählt.

Denn auch mit einer alten Maschine kannst du tolle Kleider nähen.
Mit einer Overlock liebäugeln die meisten denn viele denken damit kann sehr schnell etwas Neues hergestellt werden. Eine Overlock ist toll, wenn man sie hat aber sie wird nicht dringend benötigt.
Als ich einst anfing, mit meinem Atelier besaß ich eine Nähmaschine ein Bügelbrett und einen Zuschneidetisch. Damit habe ich mein erstes Geld als selbstständige Schneidermeisterin verdient. Eine Kollegin aus meinem Meisterkurs lag mir damals ständig in den Ohren, ich soll mir doch eine Overlock und einen Bügeltisch mit Abzug kaufen. Doch wie das manchmal so ist im Leben, wir hatten gerade unser erstes Haus gebaut und hatten eine kleine Tochter zu versorgen da fehlte einfach das Geld für die perfekte Werkstatteinrichtung.

Nach und nach habe ich mir dann zuerst eine Overlock dann eine große Bügelanlage und einen Schnellnäher sowie eine zweite Haushaltsmaschine gekauft. Meine Schneiderwerkstatt füllte sich im Lauf der Jahre mit einem zweiten Schnellnäher einer Ledernähmaschine 2 Berninas und einer weiteren Overlock.
Jetzt einige Jahre später habe ich bis auf 2 Nähmaschinen 1 Overlock und meiner Bügelanlage alles andere hergegeben, weil ich es nicht mehr brauche und meine Werkstatt sich verkleinert hat. Herstellen kann ich mit dieser Ausstattung noch alles, was ich auch in einer großen Werkstatt hergestellt habe.

Natürlich gibt es heute noch sehr viele andere Maschinen mit denen besondere Nähtechniken hergestellt werden können. Diese individuellen Maschinen sind aber nicht zur Grundausstattung einer Werkstatt von nöten, sondern nur für die Besitzerin die vielleicht ausgefallene Teile herstellen möchte.

Wenn dich die Maschinenkunde interessiert dann trage deinen Namen und die Mailadresse ein und du bekommst sie gratis ausgeliefert.

 

Aufgefrischt

In der Ecke standen meine Kleidersäcke mit den Teilen, die ich im Mai ausgemistet habe. Ich hätte diese auch längst zu den Altkleidercontainern gebracht doch durch Corona sind die Abholer überlastet. Diese Meldung kam vor einigen Wochen im Radio, mit einer Bitte von den sozialen Einrichtungen, man soll doch noch ein wenig warten mit der Entsorgung.

So kam es dann auch, dass ich einen Rock wieder herausholte und ihn anprobierte. Was dabei herauskam war schon etwas frustrierend. Die Taille zu eng und irgendwie nicht mehr in der Balance. Der Rock aus reinem Leinen als Bahnenrock gearbeitet in leuchtendem gelb fand ich mit einem Mal viel zu schade für den Altkleidercontainer. Zudem hatte ich mir im Februar schon einen Musselin-Stoff in Gelb mit kleinen Blüten zugelegt und fand in meinen Vorräten noch einen Viskose Stoff schwarz mit gelben Punkten.

Zu dem Rock gab es auch eine Bluse, die musste leider im Sack verschwinden. Der Schnitt für den Bahnenrock ist ganz einfach, die Schwingung der Bahnen bekommst Du durch einen kleinen Trick hin.

 

Warum erzähle ich Dir diese Rockgeschichte zum einen, weil sie meine Einstellung

widerspiegelt, zur Wegwerfgesellschaft ich habe im Beitrag Minimalliismus im Kleiderschrank schon davon erzählt mit wie viel Teilen man auskommen kann und die andere Sache bei den Maßkleidern ist, man kann diese meistens wieder in Form bringen. Bei meinem Rock waren das 8 cm in der Taille und beim Nachsehen siehe da waren noch 8 cm insgesamt an Nahtzugabe vorhanden. Da der Rock vorne in der Taille zu hoch war, weil die Figur sich durch die größere Taillenweite verändert hatte musste ich den Bund tiefer ansetzen und danach stimmte auch die Balance wieder.

Diese Passform Änderungen lernst Du nur von den Profis sie haben anprobieren über Jahre hinweg an den kompliziertesten Figuren gemacht und wissen wie eine Umgestaltung vorzunehmen ist. Bei meinem Rock habe ich nur die Taille erweitert und auslaufend noch ein kleines Stück am Rock damit der Bund wieder schön glatt angenäht werden konnte und zusätzlich den Bund im Vorderteil um 3 cm tiefer gesetzt. Wenn nun mein passendes Oberteil dazu fertiggestellt ist, welches meine kleine Problemzone überspielt, sieht niemand dem Outfit an wie alt es ist und dass es angepasst wurde. Das sind die kleinen Schneidergeheimnisse, die Du Dir von mir abholen kannst.

Wenn Du Deinen Namen und die Mailadresse einträgst, bekommst Du gratis den kleinen Kurs

„Fit im Rock“ zum sofortigem Lesen ausgeliefert.


Sommerfarben 2020

Als ich nach meiner Kleiderauswahl für die nächste Woche in meinem Kleiderbestand Ausschau hielt, musste ich feststellen, dass mir meistens ein Teil für das jeweilige Outfit fehlt. Ab Montag ist ja wechselhaftes Wetter angesagt und dies bedeutet dann meistens, dass eine Jacke von Vorteil ist. So ging ich meinen Bestand an Jacken durch und fand erstaunlicherweise sogar einen Sommerblazer in der Trendfarbe weiß. Bei meiner weißen Kleidung wähle ich immer ein gebrochenes weiß (ecru) weil ich kein Wintertyp bin und daher ein klassisches Weiß zu hart ist.

Trendfarben des Sommers das Thema interessierte mich dann.

Was ich dann fand bei meiner Suche danach, war die Aussage der „Mode Sommer 2020 wird bunt“.
Da ging es los mit rot, orange, grün, blau, gelb und Co.

Rot eine wunderbare Farbe die gekonnt eingesetzt Aufmerksamkeit erregt. Probier es einmal aus, auch unsichtbar eingesetzt verleiht rot Selbstvertrauen.


Orange eine Farbe, die ich vor Jahren sehr gern getragen habe, weil sie perfekt zum Herbsttyp passt.


Grün ist eine meiner Lieblingsfarben da muss ich manchmal aufpassen, dass ich nicht zu sehr ins „Jägerlatein“ abrutsche.


Blau eine Farbe die sehr viele Menschen gefällt in Jahren wo blau nicht zu den Favoriten der Modefarben zählt suchen Kunden oft ganz verzweifelt nach blauen Stoffen.


Gelb ist auch so eine Farbe wo nicht bei jedem Farbtyp gut aussieht. Zum Glück gibt es verschiedene Nuancen und gelb kann sehr gut mit Jeansblau kombiniert werden.

Mein Favorit in diesem Sommer ist mein Weißer und bunter Blazer meine Hosen in rosa, weiß, beige, blau und gelb, einige bunte Blusen und Shirts und ein Kleid in meiner Lieblingsfarbe Beige oder Schlamm. Mit diesem kleinen Kleiderstamm bin ich optimal gerüstet für die kommende Sommertage.

Wie hälst Du es mit den Sommerfarben?


 

Prüfungsaufsicht

Es ist schon seltsam dieses Jahr, wenn Abschlussprüfungen im Handwerk anstehen. Statt vollbesetzter Klassen finden sich 4 Prüflinge ein. So ist die Vorschrift und diese muss eingehalten werden.
Als Aufsichtsperson sitzt man dann den ganzen Tag vor der Klasse denn ein herumlaufen sollte möglichst vermieden werden. Das ist ganz schön anstrengend, denn wir sind es nicht gewohnt einen Tag lang auf einem Stuhl sitzend zu verbringen. Diese Meinung schwebt zwar vielen vor, wenn sie hören welchen Beruf wir ausüben, weil die Leute wahrscheinlich die Nähsäle im Kopf haben, wo jeder der dort arbeitenden Personen immer nur einen Arbeitsschritt an einem Kleidungsstück tätigt, es ist sozusagen wie am Fließband.

Wenn wir ein Kleidungsstück herstellen läuft dies etwas anders ab wir arbeiten individuell und stellen Einzelteile her, die nach den Maßen der Kunden angefertigt sind. Daher ist letztendlich auch der Endpreis ein anderer wie bei der konfektionierten Ware.
Schon die Anfertigung eines Rockes ist mit einigem Aufwand verbunden und erfordert daher seine Zeit bei der Herstellung.

 

Die Prüflinge tun sich jedes Jahr mit diesem Kleidungsstück etwas schwer weil die Übung hierfür fehlt. Dies wollte ich einmal ansprechen bei den Lehrern, weil es mir wichtig ist, dass alle Teile der Bekleidung die gleiche Aufmerksamkeit bei der Herstellung bekommen. In der Schule ist es nicht anders als im Betrieb musste ich feststellen der Rock ist Ausbildungsteil im ersten Schuljahr (Lehrjahr). Es gibt jedoch einen Unterschied, der Rock wird dann in der Schule nicht mehr geübt. Im Betrieb kommen im Lauf der Ausbildung jedoch immer wieder Röcke zur Anfertigung herein, die dann der Lehrling arbeiten kann. Der Zuschnitt wird vom Meister übernommen dann wird probiert und ab da ist es die Aufgabe des Lehrlings den Rock zu arbeiten und fertig zu stellen.

Den Arbeitsablauf eines Rockes habe ich in einem kleinen Rockratgeber zusammengestellt den kannst Du Dir nach Angabe Deiner Mailadresse gratis herunter laden.


Minimalismus im Kleiderschrank

 

Am Freitag habe ich mich sehr gefreut, dass das miese Wetter hinter uns liegt denn bei Sonnenschein blühen wir doch richtig auf. In Nachbargarten wurde der Swimmingpool befüllt und dies lässt einen doch richtig in Sommerlaune schwelgen.

An solchen Tagen kommt mein kreatives Hirn endlich wieder in Schwung und ich habe mich daher mal gleich auf die Schnitterstellung meiner ganz persönlichen Projekte gestürzt. Da ja sämtliche Schnittvorlagen überarbeitet werden müssen (nicht nur die Schnitte sind älter geworden) bin ich ganz schön gefordert.

Nächste Woche bin ich als Prüfungsaufsicht für die Abschlussklassen des Berufskollegs Mode und Design und der Maßschneider im Einsatz und da die Tage lang sind und viele Corona-Auflagen eingehalten werden müssen werde ich dieses Wochenende noch einiges an Handarbeit zusammen richten damit die Stunden leichter vergehen.
Ich setzte ja gern kleine Akzente an handwerklicher Schmuckarbeit bei meinen Teilen ein. Manchmal sind dies ganz alte Techniken doch wo sie hinpassen wirken sie dezent und schön. An einem Wickelrock hatte ich einst Verschlüsse von den ausgezogenen Fäden geflochten, ein anderes Teil habe ich mit Hohlsaum versehen, Knöpfe habe ich aus Kordel schon selbst hergestellt und diese dann noch mit Perlen bestickt. Auch Schachbrettmuster aus verstürzten Bändern sind oft ein optischer Hingucker.

Auf der Suche nach einer geeigneten Vorlage für meine Schmuckarbeiten bin ich auf das Wort Minimalismus gestoßen. Also machte ich mich auf die Suche, ob ich dies auch für meinen Bedarf anwenden kann. Ja ich kann denn bei Google fand ich die Antwort auf meine Frage. Minimalismus im Kleiderschrank fand ich und habe mich etwas schlau gemacht. Ich fand einen sehr interessanten Artikel dazu.Minimalismus im Kleiderschrank

Beim Durchlesen dachte ich so bei mir, das lebe ich doch schon längst. Von der ständigen Sucht nach neuen Kleidungsstücken und Schuhen Handtaschen und was sonst noch alles zum Lifestyle gehört kann ich mich freisprechen. Sicher brauche ich auch ab und zu ein neues Teil, weil das jetzige Etwas zu eng zu kurz oder nicht mehr altersentsprechend aussieht. Dabei gehe ich meistens auf die gleichen Art vor. Welche Farben passen zueinander welche Teile kann ich kombinieren was sieht heute noch gut aus vom Schnitt her oder was kann ich daran verändern damit es wieder zu mir Passt. Diese Art der Kleiderbeschaffung ist sicher nicht jedermanns Sache, doch sie schont Rohstoffe und Ressourcen und letztendlich auch meinen Geldbeutel, hier gibt es mehr zum Lesen. https://www.avocadostore.de/ressourcenschonend

Jetzt ist eine gute Zeit sich einmal darüber Gedanken zu machen wie verschwenderisch wir doch mit allem umgehen, ob wir vielleicht auch mit weniger auskommen könnten. Brauchen wir all den Luxus, der uns überall entgegen schreit, kauf mich damit das Rad der Wirtschaft weiterläuft.
Ich gebe zu geschäftsfördernt ist diese Art zu leben sicher nicht, zumal ich ja selbst im produzierendem Handwerk tätig bin. Doch es ist egal was man tut nachdenken darüber wie man Ressourcenschonend leben kann, sollte für uns alle wichtig sein. Unser Bereich umfasst nur einen Teil des Ganzen doch auch hier kann viel getan werden.

Sommerstoffe

Lange hat es gedauert, nun sind sie eingetroffen meine ausgesuchte Sommerstoffe. Schon einige Male habe ich erwähnt, dass ich auf Naturfasern stehe.

Im Winter trage ich Seidenhemdchen meistens aus Crêpe de Chine manchmal auch aus Seidensatin. Wobei ich den Crêpe de Chine vorziehe er ist nicht so kühl auf der Haut, wenn dann die Saison beginnt und die Pullover weggeräumt werden sind mir Shirts aus Baumwolle meistens mit ein wenig Elastan die liebsten Frühlingsbegleiter.

 

Jetzt steht der Sommer vor der Tür und bei der Überlegung was ziehe ich an kam mir bei der Durchsicht meiner Kleider die Idee mir einen leichten Hosenanzug mit passender Bluse zu nähen. Ich selbst mag ja nicht so die großen Muster und Blumen, sondern mag es eher etwas dezent und zurückhaltend. Vom letzten Jahr habe ich noch einige Sommerblusen im Schrank und passende 7/8 Hosen und Röcke  für den alltäglichen Gebrauch doch ein schickeres Neues Teil muss ich mir unbedingt noch zulegen. Für mich ist es wichtig den optimalen Schnitt für mich zu finden der zu meiner Figur und was ich noch sehr wichtig finde, auch altersentsprechend ist. Sicher wir alle wollen nicht aussehen wie die Omas von gestern, sondern schon zeigen, dass wir noch geistig fit und vital sind.

Für meinen Hosenanzug habe ich mir eine lässige Jacke vorgestellt ungefüttert mit einer etwas weiteren Hose vielleicht mit einem Binde-Gürtel. Aber das ist eben nur mein Kopfentwurf ob dieser optimal zu mir passt das weiß ich noch nicht. Am besten ich nähe nach dem Schnittentwurf noch einen Prototyp von ähnlichem Material wo ich mir die Proportionen und den ausgesuchten Schnitt an meiner Figur ansehen kann. Doch dies ist eine aufwendige Sache und entsteht nicht so nebenbei.

Ich berichte dir das nicht, weil ich mich damit rühmen will wie ich Teile herstelle, sondern aus einem ganz anderen Grund. Wenn du in dieses Handwerk einsteigen möchtest dann bedeutet dies, dass du alles sein musst. Designerin, Schnittdirektriese, Schneiderin und was ich auch ganz wichtig finde ein Gefühl dafür haben was einer Kundin steht welche Farbe und welchen Schnitt sie tragen könnte. Ich habe mir im Lauf meines Berufslebens dies alles durch etliche Kurse und Seminare erworben und sehr viel davon profitiert.

Willst Du mehr über die Selbstständigkeit erfahren dann hol Dir hier einen kleinen kostenlosen Einblick


Ausmisten steht auf dem Plan

Heute mache ich mal einen Streifzug durch meinen Kleiderschrank und die diversen Ablagen.


Ein langes Berufsleben mit vielen Modeschauen, welche ich mit bestückt habe, liegt oder hängt teilweise noch bei mir herum. Was macht man mit Kleidern, welche man selbst nicht anziehen kann, weil die Größe nicht passt. Vor ca. 25 Jahren konnte ich meine Tochter mit dem ein oder anderen Stück erfreuen oder hin und wieder etwas verkaufen.


Meine letzte Teilnahme an einer Modenschau war im Jahr 2017, danach habe ich beschlossen jetzt ist Schluss damit. Es ist zwar immer eine große Herausforderung Kleidungsstücke für eine Schau zu erstellen doch erfordert es auch einen großen Einsatz an Zeit, Material und letztendlich auch Geld um etwas herzustellen.

Einen kleinen Streifzug durch die Jahrzehnte zeigt dieses Foto. Es sind längst nicht alle Kleidungsstücke da einiges nicht fotografiert wurde oder nur als Video von der damaligen Handwerksmesse oder anderen Veranstaltungen  vorliegen.
Ja auch diese Highlights gibt es in unserem Beruf. Meistens wird dies in den Verbänden geboten, wodurch man ein großes Umfeld an Bekanntheit erlangt.

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Besonderer Auftrag

Wie ich schon berichtet habe liegt mein Hauptgeschäft nicht mehr in der Annahme von jeglichem Auftrag. Nach 48 Jahren Selbstständigkeit nehme ich mir die Freiheit nur die Aufträge anzunehmen, an denen ich mein kreatives Können anwenden kann. Ich möchte auch nicht falsch verstanden werden wegen Änderungsaufträgen, sie bringen Einnahmen die ein jedes Atelier gut gebrauchen kann. Nur für mich habe ich beschlossen diese Arbeit nicht mehr anzubieten.
Mit meinen Beiträgen möchte ich Dich ermutigen, wenn Du den Wunsch verspürst in diesem Handwerk tätig zu werden Dir dazu vielleicht ein paar Hilfestellungen anzubieten. Daher berichte ich dieses Mal von meinem letzten Auftrag, den ich mit sehr viel Freude erledigt habe.

Im letzten Jahr kam ein besonderer Auftrag auf mich zu Kleidung nähen für eine Behinderte Person. Diese Art der Herstellung von Kleidungsstücken ist keine einfache Angelegenheit. Meine Kundin ist eine Frau mit Down-Syndrom. Eine ganz liebevolle nette Person, die in einem Frauenkörper steckt doch deren Entwicklung auf der Stufe eines Kindes stehengeblieben ist.
Schon das Abnehmen der Maße gestaltete sich nicht ganz einfach, weil die Personen so ihre Eigenarten haben. Vertrauen das war die Grundbasis, die ich schaffen musste um überhaupt meine Arbeit tun zu können und das erforderte sehr viel Zeit.

Ich habe dann mit den Maßen die ich abnehmen konnte zuerst einmal einen Prototyp angefertigt um überprüfen zu können wie die Teile in der Balance an diesem nicht einfachen Körper sitzen. Das war die eine Aufgabe die konnte ich sehr gut lösen. Was mich jedoch viel mehr beschäftigte wie ich dieses „große Kind“ letztendlich so anziehe dass es sich darin wohlfühlt.
Wochenlang habe ich überlegt mir Modelle ausgedacht sie dann wieder verworfen. Es sollten 2 Sommerkleider werden, möglichst mit der Lieblingsfarbe rosa oder pink die Stoffe waschbar und gut zu pflegen das war wichtig für das Pflegeheim. Aus meinem Prototyp, den ich mir als Grundschnitt aufbereitet hatte, wurden dann 2 Schnitte erstellt etwas verspielt aber dennoch passend für eine optisch ältere Person.

Es sind nicht nur die Aufträge für große Roben und schicke Kleider womit wir uns beschäftigen, sondern ganz oft ist es die übliche normale Kleidung, die man nicht in jedem Textilgeschäft bekommt. Jetzt in der Corona-Zeit ist man froh an unserer Arbeit für die Maskenherstellung, vielleicht kommt für das ein oder andere Atelier noch das Anfertigen von Schutzkleidung dazu. Ich glaube daher fest daran, dass unser Handwerk wieder eine Renaissance erlebt. Wenn Du gut bist und Du diesen Beruf erlernt hast, dann steige ein in diese Selbstständigkeit denn es ist sehr erfüllend etwas selbst zu gestalten und andere Menschen damit zu erfreuen.
Falls Du noch Unterstützung für den Eintritt in Deine freie Unabhängigkeit brauchst, dann sieh mal auf meiner Seite Gründen nach, vielleicht hilft Dir der ein oder andere Ratgeber dabei.

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