Handwerk ist Kult

Diesen Spruch hat eine Kollegin von mir vorgeschlagen, als wir eine Headline für unseren Flyer für die Modenschau suchten. Leider wurde etwas anderes genommen. Ich dagegen finde, dass es genau das aussagt was Handwerk ist.

Es ist immer wieder interessant auf Menschen zu treffen, die ganz neugierig darauf sind zu erfahren, was eigentlich in einem Maßatelier gemacht wird. Erst gestern hatte ich wiedermal das Vergnügen unseren wunderbaren Beruf zu erklären. Ja und was macht man so in der Schneiderei, war die Frage. Ich habe dann aus unserer täglichen Arbeit erzählt, dass wir Neuanfertigungen für private Kunden hergestellt, fürs Theater und Musical gearbeitet haben und sogenannte Zwischenmeister für die Konfektion waren, indem wir Musterteile für Messen hergestellt haben. Egal welche Arbeit anstand, es war immer eine große Herausforderung für uns. Mit großen Augen wurde ich dann angesehen und dann kam der übliche Satz, ich dachte in der Schneiderei werden Änderungen gemacht, kürzen, länger machen, flicken, Reißverschlüsse neu, ausbessern usw. Es ist richtig, auch diese Arbeiten haben wir in meinem Atelier erledigt, doch unser eigentlicher Lernberuf besteht nicht nur im Ausbessern der Kleidung, sondern wir lernen diese komplett mit Schnittgestaltung und Verarbeitung herzustellen.

Daher bin ich ein großer Anhänger einer Berufsausbildung für das entsprechende Gewerk, denn vieles kann man sich aneignen, jedoch manches bleibt dabei auf der Strecke. Möchte man jedoch sein täglich Brot damit verdienen, so sollte man das erlernte oder angeeignete Handwerk auch beherrschen.

Aus meinem reichhaltigen Arbeitsleben an der Front mit einem Maßatelier und Tätigkeit als Lehrmeisterin, sowie dem jahrelangen Amt als Vorstand in der Maßschneiderinnung verfüge ich über jede Menge Erfahrung in dem wundervollen Beruf einer Maßschneidermeisterin.

Natürlich möchte ich Dir auch heute etwas aus meinem reichhaltigen Topf der handwerklichen Tätigkeiten etwas anbieten. Ich habe eine Arbeit ausgewählt, welche Du überall einsetzen kannst. 

Auf Facebook entdeckte ich ein Bild einer Kollegin mit Applikationen auf einem Kleid. Das hat meine Gedankenwelt angekurbelt und ich erinnerte mich an ein Oberteil, welches ich mit dieser Technik „aufgemotzt“ habe. Einen ziemlich langweiligen grauen Wollflanell hatte ich zur Verfügung, daraus wollte ich mir eine Hose nähen. Stoff war reichlich vorhanden, doch dieser passte nicht unbedingt in meine Farb-Skala von Herbst-Farben hinein.
Graue Hosen jedoch sind überall einsatzfähig, ich hatte aber noch ein großes Stück zur Verfügung, aus dem ich noch ein Oberteil zaubern konnte, es war aber eben nur Mausgrau. In meinen Schätzen fand ich eine wunderschöne Wollspitze, die perfekt zu dem Mausgrauen Stoff passte. Daraus stellte ich ein ärmelloses Teil mit Applikationen darauf her. Darunter konnte als Farbtupfer eine Bluse oder ein Shirt getragen werden und wieder einmal hatte ich ein Outfit, das kein anderer besitzt. Hier kannst Du den Werdegang einer Applikation ansehen. Applikation

 

Angekommen in 2019

Weihnachten überstanden? Die Zeit zwischen den Jahren genutzt, um etwas innezuhalten, um die Seele aufzuräumen.
Es ist wichtig, dass wir uns um unser Wohlergehen kümmern, denn nur dann können wir dies auch weitergeben. Ich nutze die Zeit zwischen den Jahren, um mich zu erholen, etwas zu bummeln, ein Buch zu lesen und die Zeit einfach mal verstreichen zu lassen, ohne irgendwelche Aufgaben im Hinterkopf zu haben, was noch alles getan werden sollte. Auch eine kleine Ausschau auf das neue Jahr gehört dazu, was möchte ich tun, womit beginne ich.

Dazu fällt mir einer meiner vielen Seminarbesuche ein, wo ich vor vielen Jahren einmal war.

Wie schon oft davor habe ich mich damals aufgerafft, ganz allein hinzufahren, obwohl ich zu der Zeit nicht gerade mutig in solchen Dingen war. Zwar hatte ich schon damit angefangen mein Selbstwertgefühl zu festigen doch ich musste noch eine ganz schöne Strecke dazu zurücklegen.
Es war Ende November und an dem Tag wo das Seminar stattfinden sollte überzuckerte eine leichte Schneedecke den Standort. Ich hatte zur damaligen Zeit zwar ein ganz passables Auto (ohne Winterreifen) und musste um zu meinem Zielort zu gelangen die Serpentinen eines kleinen Anstiegs hochfahren. Angstschweiß machte sich bei mir breit, denn mit diesem Anstieg hatte ich nicht gerechnet. Oben angekommen empfing mich im Dämmerlicht eine wunderschöne verzauberte Schneelandschaft in Form eines Parkplatzes. Nun fuhren sie ein die fetten dicken Autos der Teilnehmer und mir wurde ganz flau im Magen. Es half nichts, kneifen galt nicht, schließlich hatte ich für das Seminar bezahlt und wollte daher wissen, was der Referent zu sagen hat. Also reite ich mich in den Tross der Teilnehmer ein und gelangte in den Seminarraum. Damals spielte man bei solchen Veranstaltungen immer simply the best in voller Lautstärke. Für mich das erste Mal, dass ich gefangen wurde von der Musik, von dem Zustand in den diese mich versetzte und von der Erwartung auf das was kommt. Und es kam ein gigantisches Seminar, welches mich so sehr bestärkt hat für das was ich erreichen wollte, dass ich noch bis heute davon zehre. Meine Heimfahrt war ebenfalls etwas was ich zuvor noch nie erlebt hatte. Emotional war ich dermaßen aufgeladen, dass ich dachte am Himmel meines Fahrzeugs zu schweben.
Warum erzähle ich Dir dies alles zum Jahresbeginn? Weil es mir ein Anliegen ist Dir zu helfen Deinen Weg zu finden Deine Träumen zu leben, damit Deine Welt hell und erfolgreich wird.

Möchtest Du mehr über meinen kreativen Beruf erfahren, Techniken erlernen die nur der Profi kann, dann trage Dich in meinen Newsletter ein und Du wirst einiges davon erfahren.

Bis bald

EdithF

Es weihnachtet

Langsam wird die Zeit knapp, Weihnachten steht vor der Tür. Wie jedes Jahr vergingen die Tage und Monate wie im Flug und was man sich vornahm hat man oft nicht ganz geschafft. Daran musst Du nicht verzweifeln es geht mir und vielen anderen genauso.

Vielleicht wolltest Du Dein Wissen in Deinem Beruf oder Hobby etwas auffrischen doch nun ist schon wieder das Jahresende in Sicht und Du bist noch nicht dazu gekommen. Ich möchte Dich hier nicht überschütten mit Angeboten, sondern Dir vorschlagen, schau ab und zu vorbei was es neues gibt.

Heute berichte ich Dir von meinen fast erledigten Aufgaben in diesem Herbst. Vorgenommen hatte ich mir, mich um meine neuen Kleider zu kümmern. Nun ja Rock, T-Shirt und Cardigan habe ich geschafft einen zweiten Rock zugeschnitten und meine Walk Jacke ist in Arbeit. Doch ob ich dies noch schaffe bis Weihnachten, daran zweifle ich.

Letzte Woche hat mich das Backfieber gepackt und ich habe Plätzchen und Stollen gebacken. Zwischendurch noch Enkel gehütet und einen Besuch bei einer Bekannten gemacht. Die Nähmaschine konnte sich daher ausruhen.

Eine schöne Adventszeit wünsche ich Dir

StilSicher

Heute habe ich einen wunderbaren Podcast von Katharina Lewald angehört. Dieser passte perfekt zu unserem Business. Es ging darum, wie Du Deinen Stil finden kannst.
Ich bin eine begeisterte Anhängerin dieses Themas, denn der richtige Stil hat absolut nichts mit der Einkaufswut an Kleidung die manch einer betreibt zu tun. Wichtig ist, dass mir bewusst ist, was ich zu welchem Anlas trage. Dabei muss ich mich nicht verkleiden und mich in irgendeinen angesagten Dresscode zwängen, sondern mich so kleiden, dass mein persönliches ich unterstrichen wird.

Als ich einige Jahre das Amt des Vorstands in meiner Innung innehatte gab es sehr viele unterschiedliche Termine, welche ich zu besuchen hatte. Es fiel mir nicht immer leicht die richtige Kleidung für den jeweiligen Anlass auszuwählen. In meinem Kleiderschrank befand sich jedoch immer eine Grundgarderobe, die ich untereinander auswechseln konnte. Es war mein persönlicher Stil, der vielleicht nicht jedem zusagte, ich mich darin aber meistens sehr wohlfühlte.

Es gab Jahre da hatte ich mindestens 5 Kostüme im Schrank 1 Hosenanzug und Blusen, die dazu passten. Irgendwann spürte ich, dass die Mode weg von dieser Uniformierung ging und lockerer wurde. So kamen zu meinen „Uniformen“ leichtere Jäckchen dazu, alltagstaugliche Hosen, T-Shirts im Sommer Kleider und alles sah leichter aus. Worauf ich aber nicht verzichtet habe war die Qualität der Stoffe.

In den Schnitten mache ich ebenfalls keine all zu große Experimente, denn ich liebe meinen Stil so wie er ist. Das hat mir im Sommer zwar einmal die Aussage eines trutschigen Rockes eingebracht doch die Dame braucht diesen ja nicht anzuziehen.

Momentan bin ich mit meiner neuen Garderobe beschäftigt, denn irgendwann passten Alter und Kleidung nicht mehr zusammen. Das heißt aber nicht, dass man sich in Sack und Asche kleiden sollte, sondern nur Typ und altersentsprechend.

Berichtet habe ich ja schon von meinen neuen Kleidern und werde sie Euch demnächst präsentieren.
Dies ist der Link zu Frau Maier von StilSicher https://frau-maier-stilberatung.de/stilsicher-im-business-selbstlerner/ und hier waren beide Damen zu hören, im Podcast von Katharina Lewald https://katharina-lewald.de/dress-for-success/

Bis bald

EdithF

 

Eigenbedarf

Shirt Rock und Jacke warten auf die Verarbeitung.

War es doch wochenlang warm wie im Sommer, so müssen wir uns wohl oder übel nun auf die kalte Jahreszeit einstellen. Und was liegt da näher bei unserem Beruf als Maßschneider, wir sollten uns selbst nicht vergessen. Denn was schon vor Jahrzehnten galt ist heute immer noch wichtig. Du selbst bist Dein eigener Werbeträger, so wie Du Dich in der Öffentlichkeit präsentierst, so sehen Deine Kunden Deine Arbeit.


Ich weiß, ein Stöhnen geht nun durch die Reihen, mit Aussagen, aber ich habe keine Zeit für meine Garderobe. Das mag sicher zutreffen doch solltest Du Dir unbedingt pro Saison etwas Neues zulegen.


Eine gute Kollegin habe ich vor Jahren einmal von einem Seminar mit nach Hause genommen. Sie war als Referentin dort angemeldet und auf die Bahn zur Heimfahrt angewiesen. Da ich den gleichen Weg hatte und mit dem Auto da war, nahm ich sie mit. Zuerst war mir etwas mulmig bei dem Gedanken, diese für mich damals erfolgreiche Unternehmerin mitzunehmen. Es war die Kollegin, zu der wir alle aufsahen und ganz ehrfürchtig Ihren Vorschlägen lauschten. Dies waren einst schon ausgearbeitete Aufnahmebögen für die Kundin, welche sich ein neues Outfit bestellte, dazu Stundenzettel für die Abrechnung, kleine Änderungsbelegzettel usw. Das alles vor der Zeit mit der Abrechnung im Internet und doch war es für uns eine große Hilfe. Und jetzt saß diese Koryphäe in meinem Auto. Als wir dann die Heimreise antraten, wurde es ein munteres Gespräch von Anfang bis Ende der Reise. Ich war danach sehr erstaunt über das gehörte und fühlte mich bestätigt in manchen Dingen, die ich in meinem Atelier umsetzte. Vieles was ich selbst anwendete, gehörte auch für Sie zum Standard, der schon damals das handwerkliche mit dem rationellen verarbeiten vereinte.
Übrigens von Ihr stammte schon die Aussage mit dem eigenen Werbeträger.

Viele meiner Kollegen wehren sich gegen Neuerungen doch die heutige Zeit verlangt von uns ein Umdenken. Damals zur Zeit der oben genannten Kollegin war ebenfalls eine Zeitepoche abgelaufen und jeder der eine Neuerung wagte wurde belächelt. Weitergekommen sind die mutigen, die sich darauf eingelassen haben. Überall wo festgehalten wird an alten Strukturen, werden die diejenigen abgestraft. Heute ist nur erfolgreich, wer sich dem neuen stellt.


Meine Zeit brauche ich nicht mehr jeder Neuerung zu widmen doch ich finde, es sollte jeder, der sich auf dieses wunderbare Handwerk einlässt, genügend Grundkenntnisse in der Verarbeitung erlernen oder durch entsprechende Kurse sich aneignen, denn nur eine gute Arbeit rechtfertigt auch eine gute Entlohnung. Und was ganz wichtig ist, es lässt das Handwerk überleben.

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Herbstlaub

 

 

schon wieder vergingen die Wochen wie im Flug und ich bin noch nicht fertig mit meiner herbstlichen Kleidung, die ich für mich anfertigen möchte.
Früher kam ich nicht dazu, weil zuerst die Kunden bedient sein wollten und heute ist es die Familie. Enkel hüten Kurzurlaub Gartenarbeit das sind nun die kleinen Zeiträuberchen Tag für Tag. Vor Jahren habe ich Zeitmanagement gelernt und konnte dies in den meisten Fällen sehr gut anwenden. Heute, teile ich mir meine Zeit zwar immer noch ein doch ganz so streng nehme ich es nicht mehr wie damals.
In dieser Woche musste ich mich allerdings mit meiner beruflichen Seite beschäftigen. Eine meiner Kundinnen geht ins Seniorenheim und ich hatte jede Menge zu tun mit Hosen ändern. Wenn ich auch diese Arbeiten normalerweise nicht mehr annehme, so mache ich bei meinen Kunden die schon jahrzehntelang von mir betreut werden eine Ausnahme.
In dem ganzen Stapel Hosen waren einige dabei, die anderweitig geändert wurden. Ich musste nur den Kopf schütteln, was ich da zu sehen bekam. Raus getrennte kleine Taschen wo um das Logo vom Hersteller herumgeschnitten wurde. Grausam angenähte Hosensäume usw. Ich weiß, es ist nicht nett, über die Arbeiten von anderen herzuziehen doch ich bin der Meinung, es sollte erwähnt werden was sich auf dem Markt befindet und sich Änderungsschneider nennt. In einem Beitrag dieses Blogs habe ich schon einmal erwähnt, dass auch Änderungsschneider sich ausbilden lassen können. Bitte tut dies, damit unser Berufsstand nicht völlig untergeht.
Diese Woche werde ich mich endlich meiner Kleidung widmen ich hoffe, dass ich diese fertig bekomme.

Sommer Adieu

Eichenblätter von 123gif.de

Die ersten herbstlichen Tage schleichen sich heran und langsam wird uns bewusst, dass die Zeit der leichten T-Shirt und Sommerkleidchen zu Ende geht.
War gestern noch ein wunderschöner Spätsommertag, kann am Tag danach schon alles anders aussehen. Wir schwelgen noch in Erinnerung an diesen wunderschönen manchmal etwas zu heißen Sommer doch glaube ich, dass wir ihn trotz der Hitze schon jetzt etwas vermissen werden. Warten wir es ab, vielleicht bringt uns der Wettergott ja noch einen goldenen Oktober.

Habt ihr schon an eure wärmende zweite Haut gedacht, die jetzt bald zum Einsatz kommen wird. Jetzt stehen für die Nähsaison Herbst/Winter Jacken, Hosen, Blusen, Kleider und vielleicht ein neuer Wintermantel auf dem Arbeitsplan. Wer sich dafür noch die richtigen Outfits herstellen möchte, der muss sich nun rann halten.

Bei mir war das früher immer so: Im September hatte ich die tollsten Pläne für meine neuen Herbst-Winterkleidung im Kopf. Doch dann ging der normale Arbeitsalltag wieder los, die Zeit wurde knapp und das angefangene neue Teil weggeschoben. Manchmal war ich darüber ganz schön gefrustet, denn auch ich wollte gern etwas Neues zum Anziehen haben nicht nur meine Kundschaft.

Wie sagt man so schön, der Schuster hat die schlechtesten Schuhe und genauso ist es beim Schneider mit der Kleidung.

Als ich vor Jahren an meinen alljährlichen beruflichen Seminaren teilnahm, habe ich viel über Management und Marketing gelernt und was auch noch ganz wichtig war, über die Selbstvermarktung der eigenen Person. Ich habe einst gelernt, dass ich für mich auch da sein muss in puncto Kleidung. Wie ich mich nach außen präsentiere in meinem Beruf als Maßschneiderin, sprich, womit ich mein täglich Brot verdiente, mit dem Anfertigen von Kleidung. Daher war ich immer darauf bedacht bei offiziellen Anlässen dementsprechend gekleidet zu sein. Oft ein anstrengendes Unterfangen, denn der private Teil von mir hatte einen ganz anderen Kleidungsstil.

Heutzutage wendet sich der Hauptanteil an herzustellenden Kleidung für mich dem private Teil zu. Ich brauche keine Kostümen und schicken Kleider mehr, na ja höchstens eins oder zwei pro Saison, die meiste Zeit kleide ich mich leger mit Hosen und Shirt oder Bluse.
Wenn du jedoch wissen möchtest wie zum Beispiel ein Blazer oder Mantel hergestellt wird, vor allem wie das Innenleben aussehen sollte, damit das Stück sein richtiges aussehen bekommt, so kann ich dir gern weiterhelfen. Wie du mit der richtigen Einlage dein Nähgut aufwertest kannst du dir hier bei https://massundmehr.de/ herunterladen.

Herbstlich

Nach den wunderschönen Sommertagen fällt es schon etwas schwer sich auf herbstliche Temperaturen einzustellen. Es ist jedoch an der Zeit darüber nachzudenken, was ziehe ich an wenn es kühler wird.

Ein Blick in den Kleiderschrank genügt oft schon, um sich einen Überblick zu beschaffen. Manche Teile so stellt man fest, passen nicht mehr ganz im Stil und zu der Figur von heute.

Also was tun? Ich habe mir darüber so meine Gedanken gemacht. Manche Kleidungsstücke aussortiert, andere etwas wehleidig hängen gelassen, nur so zum anschauen, denn leider sind sie nicht mehr tragbar. Zum einen ist der Schnitt nicht mehr In doch meistens gibt es ein ganz anderes Problemchen, die Taille ist bei der Trägerin (mir) „aus dem Ruder gelaufen“. Es gefällt mir zwar überhaupt nicht doch es ist wahrscheinlich eins von den Dingen, die man irgendwann akzeptieren muss.

Es ist nur gut, dass ich meine Schnitte selbst herstelle und dadurch mit kleinen Tricks das Problem überspielen kann. Als ich noch meine Kundinnen angezogen habe, es waren meistens Damen im Alter ab 60 Jahren, wurde ich sehr oft mit diesem Phänomen der abweichenden Maße von den üblichen Maßtabellen konfrontiert und ich dachte mir immer im Stillen, das verhinderst du tunlichst bei dir. Haha, wenn dies so einfach wäre.

Hast Du auch dieses Problem? Wie kommst Du ihm bei. Deinen Schnitt für Deine Figur gut proportioniert zu verpacken ist oft nicht ganz einfach. Schließlich soll die Optik nicht darunter leiden und Deine Figur trotzdem noch positiv rüber bringen. Entweder Du änderst Deinen Schnitt an den Stellen wo es klemmt ab oder Du stellst selbst einen passenden Schnitt nach Deinen Maßen her. Kennst Du meinen Ratgeber Grundschnittkurs, vielleicht ist es ja ein guter Anfang für Dich mit dem Schnittzeichnen anzufangen. Ich nehme mir für den Herbst nun ein paar neue Kleidungsstücke vor, die ich für mich anfertigen werde. Einen angefangenen Anorak habe ich herausgekramt, ein Shirt fertiggestellt und 3 Stoffe zum Verarbeiten vorgerichtet. Diese sind gedacht für einen Rock, 1 Shirt und eine Walkjacke. Hoffentlich schaffe ich meine vorgenommenen Arbeiten, denn ich möchte die Schnitte für Euch aufbereiten und Ihr könnt diese bei mir nach den Anproben exklusiv für Maße die nicht ganz der Norm entsprechen bekommen.

Bis bald

EdithF

Selbst und ständig

Diesen Beitrag möchte ich einmal dafür benutzen, um gedanklich das für und wider einer Selbstständigkeit in unserem Metier zu durchleuchten.
Letzte Woche kam für mich der Anstoß dazu durch einen Artikel in unserer Tageszeitung . Eine ganze Seite hatte man dem untergehenden DaWanda Shop gewidmet. Es wurde berichtet, dass sich einige Teilnehmer dadurch ein Gewerbe aufbauen konnten, andere und dies war die Mehrzahl, konnte einen geringen Nebenverdienst im Jahr erwirtschaften, welcher jedoch meistens nicht 3000,- € bis 4000,- € jährlich überstieg. Wow dachte ich, endlich sind wir mal ehrlich und nennen die Zahlen, die normal sind.
Ich bin nicht diejenige, die nur schwarz sieht, aber ich bin schon viele Jahrzehnte im Geschäft und weiß, welch Anstrengung es ist, hohe Einkünfte zu erzielen. Da spielen so viele Faktoren eine Rolle, wie zum Beispiel habe ich die Kundschaft die meine Preise bezahlt. Denn ohne Kundschaft, die auch über das nötige Einkommen verfügt, sind wir zwar meistens sehr ausgelastet mit Arbeiten im niedrigen Bereich, wie Änderungen und billigeren Anfertigungen doch unsere Kassen werden dadurch nicht genügend gefüllt.

Dann wie teuer sind meine Räumlichkeiten, was sind die Nebenkosten, wen brauche ich um die Arbeit zu bewältigen. Bringt das mein Stundenverrechnungssatz? Oder arbeite ich selbst und ständig (und dies nicht nur 8 Stunden täglich) um mein monatliches Einkommensziel zu erreichen.

Glaube mir ich habe diese ganze Schiene schon selbst erlebt und bin nicht gerade gut dabei herausgekommen. Meistens sieht die Sache am Ende so aus, dass neben der Selbstständigkeit noch einem anderen Gewerbe nachgegangen wird, um die anfallenden Sozialabgaben abzudecken.

Vor einiger Zeit habe ich mal eine kleine Aufstellung für eine Kollegin gemacht, wie viel Sie in 2,5 Tagen noch erwirtschaften kann. Möchtest Du dies gern einsehen, dann schreib mir eine Nachricht.

Bis bald
EdithF

Abziehtische und Dampfbügeleisen

Endlich fertig mit dem Kürzen der Jackenärmel, eine ganze Dose voller Knöpfe hat wieder ihren Platz an den Ärmeln gefunden. Was geblieben ist, ist eine Werkstatt voller Fusel und Fäden.
Da kommt mir meine Lehrzeit in den Sinn. Wir waren immer 16–18 Personen, die in einer großen Werkstatt an zwei langen Tischen saßen und nähten. Die Werkstatt glich nicht einer großen Nähhalle mit Maschinen in Reih und Glied, wie sie uns von Bilder aus Fertigungsstätten bekannt sind, sondern bei uns wurde noch sehr viel von Hand gearbeitet. Wenn wir an die Nähmaschine wollten, mussten wir uns absprechen, um einen freien Platz zu bekommen. Auch das Bügeln war nicht so bequem wie heutzutage, denn es gab noch keine Abziehtische mit Dampfbügeleisen. Unser Bügelplatz war ein großer Tisch und darauf befanden sich 3 Bügeleisen (bzw. sie hängten an einer Schnur, welche an einer Vorrichtung an der Decke angebracht war). Dies war im Prinzip die einfache Ausführung der späteren Bügelanlagen mit Galgen, wo das Bügeleisen über dem Bügeltisch schwebt. Anfangs gab es auch keine Dampfbügeleisen und wir mussten mit nassen Tüchern hantieren, um unsere Nähte glatt zu bekommen. Das einzig Gute daran war, bügeln können wir alten Hasen aus dem FF. Denn wer bügeln ohne Dampfbügeleisen gelernt hat, der weiß wie man mit Stoffen sorgfältig umgeht damit sie keinen Glanz auf der rechten Seite erhalten. Daher ist bügeln eine sehr wichtige Arbeit beim Herstellen eines Kleidungsstückes, es heißt nicht umsonst „mit dem Bügeln macht sichs“.
Ich wollte jedoch noch über etwas ganz anderes noch berichten, dem alljährlichen Großputz unserer Schneiderwerkstatt.
Nach der großen Sommerpause war putzen angesagt. Es wurde alles ausgewischt, Schubkästen und Schränke neu eingeordnet, Maschinen geputzt und geölt.
Die ganze Aktion nahm meistens eine Woche in Anspruch. Was das tolle daran war, jedes Jahr mussten andere Lehrlinge dran glauben und putzen, der Rest der Mannschaft konnte sich noch über ein paar zusätzliche Ferientage freuen.
Nun ja, meine Maschinen und die Werkstatt musste ich allein putzen doch das ist bei der Größe des Raums nicht sehr schlimm. Was ich Dir aber damit sagen möchte, denke auch an Deine lieben Helferchen die Nähmaschinen und Overlock sie brauchen Pinsel, Lappen und Öl damit sie weiter gute Dienste leisten können.

Sieh Dir eins meiner besten Stücke an, darauf haben in über 20 Jahren schon etliche Personen genäht, Lehrlinge, Nähkursteilnehmer, Tochter und dann Enkelin und natürlich ich. Macht doch trotz der Jahre noch einen guten Eindruck. Eine Zusammenstellung über das Säubern und instandhalten der Nähmaschinen habe ich hier Maschinenkunde zusammengestellt.

Bis bald

EdithF