Passform

Heute habe ich mir wieder die Chanel-Jacke vorgenommen, damit das gute Stück endlich fertig wird. Bin jedoch mit der Passform immer noch nicht zufrieden. Es ist anstrengend sich selbst einzukleiden.

Dazu eine kleine Geschichte aus längst vergangener Zeit. Vor ca. 25 Jahren war ich immer der Fahrer wenn wir zum Fachabend in unsere Innung fuhren. Meine beiden Mitfahrerinnen waren 2 Kolleginnen im Alter meiner Eltern. Ich sozusagen als Jungspund (der ich mit 40 auch nicht mehr war) in den Augen meiner Mitfahrerinnen, musste mir dann ihre Probleme anhören. Wenn ich dann völlig euphorisch von meinen Neueinkleidungen berichtete, so war ihre Antwort: Für mich selbst nähe ich überhaupt nicht mehr gern. Damals verstand ich das überhaupt nicht, heute allerdings schon. Warum das so ist, darüber habe ich lange nachgedacht. Obwohl ich nun mehr Zeit hätte als damals, macht die eigene Kleidung herzustellen keinen großen Spaß mehr. Zum anprobieren steht man ständig vor dem Spiegel, dann sitzen die Schultern nicht richtig, die Oberweite hat sich „ausgedehnt“ die Taille ist aus dem Ruder gelaufen, kurz gesagt, das Spiegelbild zeigt eine andere Frau als die, die mein inneres Auge sieht.

Soviel zu den Herstellungsproblemen der Garderobe im hier und heute. Warum ich aber diese kleine Geschichte erzählt habe, hat mit unserer Kundschaft in der Maßschneiderei zu tun. Denn meistens bekommen wir gerade solche Aufgaben gestellt, wenn sich ein Kunde/in ein neues Outfit schneidern lässt. Und der beste Grundstock hierfür ist, dass man seine Grundschnittaufstellung beherrscht. Dazu gehört die korrekte Maßabnahme beim Kunde/in und die Anprobe vor dem endgültigen fertigen des Kleidungsstückes.

So nun werde ich mich wieder über meine Jacke machen.

EdithF

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Hosenschnitt

heute möchte ich von meinem letzten tollen Wochenende berichten.

Jedes Jahr am letzten Januarwochenende findet vom Landesinnungsverband für das Mass-Schneiderhandwerk Baden-Württemberg ein Fachseminar „Betriebspraxis“ statt. Unser Programm hatte in diesem Jahr den Schwerpunkt Hosenschnitt. Auch für mich wieder eine Herausforderung, denn nach vielen Jahren Praxis hat man sein System. Unsere Referentin kam von Müller & Sohn und hat uns ganz schön schwitzen lassen.

Wie Du siehst, auch alte Hasen lernen immer wieder dazu. Einen Hosengrundschnitt habe ich auf meiner Seite bei Xinxii Autorenseite eingestellt.

Demnächst geht es mit der Chanel-Jacke weiter. Bin beim einarbeiten der Knopflöcher angelangt, für diese Jacke habe ich mich für Paspelknopflöcher entschieden.

Bis zum nächsten mal

EdithF

Experimentierfreudig

Heute werde ich mal nicht in der Vergangenheit schwelgen, sondern mich am hier und jetzt erfreuen. Warum dies so ist, dazu eine kurze Einlage. Vielleicht hilft dies auch Dir falls Du im Loch steckst.

Hatte ich doch jahrelang keinerlei Blockaden im entwerfen neuer Kreationen, so war mir dies in den letzten Jahren etwas abhanden gekommen. Warum das so war, es lag an den äußeren Umständen die mir zu schaffen machten. Ich habe ja schon erzählt wie ich angefangen habe, danach ging es natürlich weiter. Nach dem Zimmer in der Wohnung kam das Haus, wo ich eine große Werkstatt mit Anprobe und separatem Eingang bekam. Dort lief es ganz gut, bis auf eine klitzekleine Kleinigkeit. Wir hatten unseren Traum vom Eigenheim mit meinen Eltern verwirklicht und dies gestaltete sich im Lauf der Jahre zum Alptraum. Nach 23 Jahren zogen wir aus und dann erlebte ich einen noch größeren Alptraum, der mir meine Kreativität über ein paar Jahre raubte.

Daher bin ich nun super glücklich, sie sind wieder da, meine Ideen Stoffe zu Outfits werden zu lassen. Gestern feilte ich fast den ganzen Tag an den Schnittmustern herum, habe dann eine Winterjacke sowie eine Jacke im Chanel-Stil zugeschnitten. Heute kann ich mich leider nicht meiner neu erwachten Leidenschaft dem herstellen von Maßkleidung widmen, denn es steht ein Fachabend unserer Maßschneider-Innung an.

Bis zum nächsten Mal

EdithF

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Erste Kreationen

Hoffentlich hast Du die Weihnachtsfeiertage gut verdaut und kannst jetzt mit vollem Elan durchstarten. Vielleicht bist Du in der glücklichen Lage ein paar freie Tage zu haben, die Du für Deine Zukunftsplanung nutzen könntest.

Ich hab mir ja vorgenommen Dir aus meiner langen Berufslaufbahn einiges zu erzählen. Bin bei den Weihnachtsfeiern hängen geblieben, habe eben etwas in der Nostalgie geschwelgt.

Doch nun zurück in das wovon ich Dir berichten möchte. Natürlich ging der ganz normale Alltag in meiner Lehrzeit im Neuen Jahr weiter, aber wir hatten nun erst einmal Ferien.

Diese Zeit nutzte ich zu Hause für meine eigene Produktion an Kleidungsstücken. Wir wohnten sehr beengt und von einem großen Zimmer mit passendem Zuschneidetisch einer Nähmaschine (möglichst ein Schnellnäher) einer Overlock und was so alles noch zur Ausstattung gehört konnte ich nur träumen. Es ging so vor sich, dass im Wohnzimmer der Couchtisch für die Koffernähmaschine freigeräumt wurde, der Esstisch wenn nicht gerade Essenszeit war, zum zuschneiden genutzt wurde und in der Ecke noch ein Bügelbrett eingequetscht stand. Diese Grundausstattung war und ist immer noch wichtig, wenn ein Maßschneider ein Kleidungsstück herstellt. Das Bügeleisen spielt in unserem Handwerk eine große Rolle, es wird ständig gebügelt. Jede Naht fast jeder Umschlag usw. alles wird gebügelt. Es gibt ja den alten Spruch „mit dem Bügeln macht sichs“ da ist schon etwas dran.

So entstanden dann meine ersten Kreationen in dem kleinen Wohnzimmer. Meistens wollte ich viel mehr in der kurzen Zeit erschaffen, aber die Zeit dafür konnte ich noch nicht einschätzen. Wahrscheinlich geht es Dir manchmal ebenso. Vielleicht hast Du auch schon einen Nähkurs besucht und warst erstaunt wie lange manche Dinge dauern bis sie fertig sind.

Für die kleinen und großen Zeitfresserchen habe ich zwischenzeitlich einiges zusammengetragen und diese in einem Ratgeber „Störenfried Zeit“ aufgeschrieben. Die original Ausgabe überarbeite ich gerade und werde diese demnächst wieder einstellen auf meiner

Autorenseite bei XinXii.

Jetzt wünsche ich Dir lieber Leser einen guten Rutsch ins Jahr 2017

EdithF

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Weihnachtsfeier

Heute schwelge ich etwas in der Vergangenheit. Wir befinden uns ja auf der Zielgeraden zum Weihnachtsfest. Da fallen mir doch sofort meine absolut wunderbare Weihnachtsfeiern in meiner Lehrzeit ein.

Das ging dann so vor sich, dass die Werkstatt am 23.12. weihnachtlich geschmückt wurde, mit Sternen, Engelchen, Kerzen und sonstiger Weihnachtsdeko. Und auf unserem großen Bügeltisch standen aufgereiht für jeden Lehrling eine große Tüte, mit Inhalt und Briefchen mit dem Weihnachtsgeld. Dies war in jedem Jahr das Highlight, denn so eine kleine zusätzliche Gabe konnten wir sehr gut gebrauchen, lag doch der monatliche Lohn bei 70,-DM oder im dritten Lehrjahr bei 90,-DM. Wenn man bedenkt, dass wir dafür 40 oder mehr Stunden in der Woche geschuftet haben und dafür manchmal nicht die Anerkennung bekamen, wie andere Berufsgruppen, so ist dies oft unverständlich.

Aus heutiger Sicht gesehen, wünsche ich mir trotz dem immer noch niedrigem Lehrlingslohn, dass eine gute Ausbildung die Grundlage ist für den späteren Erfolg.

In diesem Sinn Schluss für heute, feiert ein wunderschönes Weihnachtsfest und freut euch auf das was kommen wird.

Schöne Weihnachten

wünscht Edith F

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Träume

 

Kleine Schritte für ein großes Ziel, doch wann und wie komm ich an. Es war ganz schön anstrengend. Es waren ja nicht nur die Stufen auf der beruflichen Leiter zu erklimmen, da gab es auch noch die private Seite.

Ein paar Jahre arbeitete ich allein, langsam füllte sich meine Kundenkartei, aber es war einfach noch nicht das, was ich mir vorgenommen hatte. Wie bekomme ich den richtigen Dreh, vor allem die richtige Kundschaft, nach wie vor träumte ich ja von diesem schicken Modesalon, mit seiner großen Anprobe, dem tollen Salon mit den Lüstern an Decke und Wand.

Ich musste einen Weg finden um dies zu erreichen. Im Lauf der Jahre trat ich dann in die Maßschneider-Innung meines damaligen Gebiets ein und nun begann sich wieder etwas zu öffnen. Zur der Zeit wurden noch sehr viele Seminare angeboten, wo man sich Fertigkeiten in Verarbeitung und Betriebswirtschaft holen konnte. Denn die Theorie von der Meisterschule ist zwar gut, aber für den Einsatz im Atelier meistens nicht ganz verwendbar. Schnell merkt man, dass die Realität völlig anders aussieht. Es kommen eben nicht die Kunden in Scharen gelaufen und der erwartete Umsatz pro Monat lässt auch zu wünschen übrig.

Daher habe ich vorgenommen Starthilfe zu geben. Zu viele junge Kolleginnen sah ich schon scheitern und das muss nun wirklich nicht sein.

Hol Dir mein Gratisangebot für Deinen Einstieg.

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Nadel, Faden, Fingerhut

Das erste selbstgeschneiderte Kleid nahm ich einige Jahre vor meiner Ausbildung in Angriff. Zu Hause hatten wir jede Menge Nähgarn, Nadeln, Schere und eine Nähmaschine. Du lachst sicher bei dieser Aufzählung und denkst, so ein Quatsch, da geht man in den Laden und kauft sich das was man braucht. Aber das war in den sechziger Jahren eben nicht so einfach. Ich glaube daher hat man auch einen anderen Bezug zu den Materialien und kann besser damit wirtschaften. Allerdings bin ich in den neunziger Jahren auch einmal der Kaufwut verfallen und glaube mir, dies endet meistens böse. Einen Stopp konnte ich erst Jahre später einlegen, doch dies ist eine andere Geschichte. Eins habe ich aber im Lauf meiner Selbstständigkeit begriffen, ohne betriebswirtschaftliches Wissen hat man ganz schlechte Karten. Selbstständig sein in unserem wunderbaren Beruf des Schneiders und auch Geld damit verdienen, damit man sich sein Leben finanzieren kann, das muss man lernen. Wenn Du möchtest, dann bekleide ich Dich auf diesem Weg und stelle Dir mein Schneideratelier vor.

Nadel, Faden, Fingerhut das ist nicht alles was man braucht. Energie und Ausdauer und ein Quäntchen Glück sind das eine, die andere Seite, die der Kreativling meistens überhaupt nicht mag, ist die Arbeit im Büro, angefangen bei der Gewerbeanmeldung bis zur Kundenakquise und noch einiges mehr. Meine gesammelten Werke dazu stelle ich Dir gern vor.