Handwerk ist Kult

Diesen Spruch hat eine Kollegin von mir vorgeschlagen, als wir eine Headline für unseren Flyer für die Modenschau suchten. Leider wurde etwas anderes genommen. Ich dagegen finde, dass es genau das aussagt was Handwerk ist.

Es ist immer wieder interessant auf Menschen zu treffen, die ganz neugierig darauf sind zu erfahren, was eigentlich in einem Maßatelier gemacht wird. Erst gestern hatte ich wiedermal das Vergnügen unseren wunderbaren Beruf zu erklären. Ja und was macht man so in der Schneiderei, war die Frage. Ich habe dann aus unserer täglichen Arbeit erzählt, dass wir Neuanfertigungen für private Kunden hergestellt, fürs Theater und Musical gearbeitet haben und sogenannte Zwischenmeister für die Konfektion waren, indem wir Musterteile für Messen hergestellt haben. Egal welche Arbeit anstand, es war immer eine große Herausforderung für uns. Mit großen Augen wurde ich dann angesehen und dann kam der übliche Satz, ich dachte in der Schneiderei werden Änderungen gemacht, kürzen, länger machen, flicken, Reißverschlüsse neu, ausbessern usw. Es ist richtig, auch diese Arbeiten haben wir in meinem Atelier erledigt, doch unser eigentlicher Lernberuf besteht nicht nur im Ausbessern der Kleidung, sondern wir lernen diese komplett mit Schnittgestaltung und Verarbeitung herzustellen.

Daher bin ich ein großer Anhänger einer Berufsausbildung für das entsprechende Gewerk, denn vieles kann man sich aneignen, jedoch manches bleibt dabei auf der Strecke. Möchte man jedoch sein täglich Brot damit verdienen, so sollte man das erlernte oder angeeignete Handwerk auch beherrschen.

Aus meinem reichhaltigen Arbeitsleben an der Front mit einem Maßatelier und Tätigkeit als Lehrmeisterin, sowie dem jahrelangen Amt als Vorstand in der Maßschneiderinnung verfüge ich über jede Menge Erfahrung in dem wundervollen Beruf einer Maßschneidermeisterin.

Natürlich möchte ich Dir auch heute etwas aus meinem reichhaltigen Topf der handwerklichen Tätigkeiten etwas anbieten. Ich habe eine Arbeit ausgewählt, welche Du überall einsetzen kannst. 

Auf Facebook entdeckte ich ein Bild einer Kollegin mit Applikationen auf einem Kleid. Das hat meine Gedankenwelt angekurbelt und ich erinnerte mich an ein Oberteil, welches ich mit dieser Technik „aufgemotzt“ habe. Einen ziemlich langweiligen grauen Wollflanell hatte ich zur Verfügung, daraus wollte ich mir eine Hose nähen. Stoff war reichlich vorhanden, doch dieser passte nicht unbedingt in meine Farb-Skala von Herbst-Farben hinein.
Graue Hosen jedoch sind überall einsatzfähig, ich hatte aber noch ein großes Stück zur Verfügung, aus dem ich noch ein Oberteil zaubern konnte, es war aber eben nur Mausgrau. In meinen Schätzen fand ich eine wunderschöne Wollspitze, die perfekt zu dem Mausgrauen Stoff passte. Daraus stellte ich ein ärmelloses Teil mit Applikationen darauf her. Darunter konnte als Farbtupfer eine Bluse oder ein Shirt getragen werden und wieder einmal hatte ich ein Outfit, das kein anderer besitzt. Hier kannst Du den Werdegang einer Applikation ansehen. Applikation

 

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