Prüfungsaufsicht

Es ist schon seltsam dieses Jahr, wenn Abschlussprüfungen im Handwerk anstehen. Statt vollbesetzter Klassen finden sich 4 Prüflinge ein. So ist die Vorschrift und diese muss eingehalten werden.
Als Aufsichtsperson sitzt man dann den ganzen Tag vor der Klasse denn ein herumlaufen sollte möglichst vermieden werden. Das ist ganz schön anstrengend, denn wir sind es nicht gewohnt einen Tag lang auf einem Stuhl sitzend zu verbringen. Diese Meinung schwebt zwar vielen vor, wenn sie hören welchen Beruf wir ausüben, weil die Leute wahrscheinlich die Nähsäle im Kopf haben, wo jeder der dort arbeitenden Personen immer nur einen Arbeitsschritt an einem Kleidungsstück tätigt, es ist sozusagen wie am Fließband.

Wenn wir ein Kleidungsstück herstellen läuft dies etwas anders ab wir arbeiten individuell und stellen Einzelteile her, die nach den Maßen der Kunden angefertigt sind. Daher ist letztendlich auch der Endpreis ein anderer wie bei der konfektionierten Ware.
Schon die Anfertigung eines Rockes ist mit einigem Aufwand verbunden und erfordert daher seine Zeit bei der Herstellung.

 

Die Prüflinge tun sich jedes Jahr mit diesem Kleidungsstück etwas schwer weil die Übung hierfür fehlt. Dies wollte ich einmal ansprechen bei den Lehrern, weil es mir wichtig ist, dass alle Teile der Bekleidung die gleiche Aufmerksamkeit bei der Herstellung bekommen. In der Schule ist es nicht anders als im Betrieb musste ich feststellen der Rock ist Ausbildungsteil im ersten Schuljahr (Lehrjahr). Es gibt jedoch einen Unterschied, der Rock wird dann in der Schule nicht mehr geübt. Im Betrieb kommen im Lauf der Ausbildung jedoch immer wieder Röcke zur Anfertigung herein, die dann der Lehrling arbeiten kann. Der Zuschnitt wird vom Meister übernommen dann wird probiert und ab da ist es die Aufgabe des Lehrlings den Rock zu arbeiten und fertig zu stellen.

Den Arbeitsablauf eines Rockes habe ich in einem kleinen Rockratgeber zusammengestellt den kannst Du Dir nach Angabe Deiner Mailadresse gratis herunter laden.


Minimalismus im Kleiderschrank

 

Am Freitag habe ich mich sehr gefreut, dass das miese Wetter hinter uns liegt denn bei Sonnenschein blühen wir doch richtig auf. In Nachbargarten wurde der Swimmingpool befüllt und dies lässt einen doch richtig in Sommerlaune schwelgen.

An solchen Tagen kommt mein kreatives Hirn endlich wieder in Schwung und ich habe mich daher mal gleich auf die Schnitterstellung meiner ganz persönlichen Projekte gestürzt. Da ja sämtliche Schnittvorlagen überarbeitet werden müssen (nicht nur die Schnitte sind älter geworden) bin ich ganz schön gefordert.

Nächste Woche bin ich als Prüfungsaufsicht für die Abschlussklassen des Berufskollegs Mode und Design und der Maßschneider im Einsatz und da die Tage lang sind und viele Corona-Auflagen eingehalten werden müssen werde ich dieses Wochenende noch einiges an Handarbeit zusammen richten damit die Stunden leichter vergehen.
Ich setzte ja gern kleine Akzente an handwerklicher Schmuckarbeit bei meinen Teilen ein. Manchmal sind dies ganz alte Techniken doch wo sie hinpassen wirken sie dezent und schön. An einem Wickelrock hatte ich einst Verschlüsse von den ausgezogenen Fäden geflochten, ein anderes Teil habe ich mit Hohlsaum versehen, Knöpfe habe ich aus Kordel schon selbst hergestellt und diese dann noch mit Perlen bestickt. Auch Schachbrettmuster aus verstürzten Bändern sind oft ein optischer Hingucker.

Auf der Suche nach einer geeigneten Vorlage für meine Schmuckarbeiten bin ich auf das Wort Minimalismus gestoßen. Also machte ich mich auf die Suche, ob ich dies auch für meinen Bedarf anwenden kann. Ja ich kann denn bei Google fand ich die Antwort auf meine Frage. Minimalismus im Kleiderschrank fand ich und habe mich etwas schlau gemacht. Ich fand einen sehr interessanten Artikel dazu.Minimalismus im Kleiderschrank

Beim Durchlesen dachte ich so bei mir, das lebe ich doch schon längst. Von der ständigen Sucht nach neuen Kleidungsstücken und Schuhen Handtaschen und was sonst noch alles zum Lifestyle gehört kann ich mich freisprechen. Sicher brauche ich auch ab und zu ein neues Teil, weil das jetzige Etwas zu eng zu kurz oder nicht mehr altersentsprechend aussieht. Dabei gehe ich meistens auf die gleichen Art vor. Welche Farben passen zueinander welche Teile kann ich kombinieren was sieht heute noch gut aus vom Schnitt her oder was kann ich daran verändern damit es wieder zu mir Passt. Diese Art der Kleiderbeschaffung ist sicher nicht jedermanns Sache, doch sie schont Rohstoffe und Ressourcen und letztendlich auch meinen Geldbeutel, hier gibt es mehr zum Lesen. https://www.avocadostore.de/ressourcenschonend

Jetzt ist eine gute Zeit sich einmal darüber Gedanken zu machen wie verschwenderisch wir doch mit allem umgehen, ob wir vielleicht auch mit weniger auskommen könnten. Brauchen wir all den Luxus, der uns überall entgegen schreit, kauf mich damit das Rad der Wirtschaft weiterläuft.
Ich gebe zu geschäftsfördernt ist diese Art zu leben sicher nicht, zumal ich ja selbst im produzierendem Handwerk tätig bin. Doch es ist egal was man tut nachdenken darüber wie man Ressourcenschonend leben kann, sollte für uns alle wichtig sein. Unser Bereich umfasst nur einen Teil des Ganzen doch auch hier kann viel getan werden.

Sommerstoffe

Lange hat es gedauert, nun sind sie eingetroffen meine ausgesuchte Sommerstoffe. Schon einige Male habe ich erwähnt, dass ich auf Naturfasern stehe.

Im Winter trage ich Seidenhemdchen meistens aus Crêpe de Chine manchmal auch aus Seidensatin. Wobei ich den Crêpe de Chine vorziehe er ist nicht so kühl auf der Haut, wenn dann die Saison beginnt und die Pullover weggeräumt werden sind mir Shirts aus Baumwolle meistens mit ein wenig Elastan die liebsten Frühlingsbegleiter.

 

Jetzt steht der Sommer vor der Tür und bei der Überlegung was ziehe ich an kam mir bei der Durchsicht meiner Kleider die Idee mir einen leichten Hosenanzug mit passender Bluse zu nähen. Ich selbst mag ja nicht so die großen Muster und Blumen, sondern mag es eher etwas dezent und zurückhaltend. Vom letzten Jahr habe ich noch einige Sommerblusen im Schrank und passende 7/8 Hosen und Röcke  für den alltäglichen Gebrauch doch ein schickeres Neues Teil muss ich mir unbedingt noch zulegen. Für mich ist es wichtig den optimalen Schnitt für mich zu finden der zu meiner Figur und was ich noch sehr wichtig finde, auch altersentsprechend ist. Sicher wir alle wollen nicht aussehen wie die Omas von gestern, sondern schon zeigen, dass wir noch geistig fit und vital sind.

Für meinen Hosenanzug habe ich mir eine lässige Jacke vorgestellt ungefüttert mit einer etwas weiteren Hose vielleicht mit einem Binde-Gürtel. Aber das ist eben nur mein Kopfentwurf ob dieser optimal zu mir passt das weiß ich noch nicht. Am besten ich nähe nach dem Schnittentwurf noch einen Prototyp von ähnlichem Material wo ich mir die Proportionen und den ausgesuchten Schnitt an meiner Figur ansehen kann. Doch dies ist eine aufwendige Sache und entsteht nicht so nebenbei.

Ich berichte dir das nicht, weil ich mich damit rühmen will wie ich Teile herstelle, sondern aus einem ganz anderen Grund. Wenn du in dieses Handwerk einsteigen möchtest dann bedeutet dies, dass du alles sein musst. Designerin, Schnittdirektriese, Schneiderin und was ich auch ganz wichtig finde ein Gefühl dafür haben was einer Kundin steht welche Farbe und welchen Schnitt sie tragen könnte. Ich habe mir im Lauf meines Berufslebens dies alles durch etliche Kurse und Seminare erworben und sehr viel davon profitiert.

Willst Du mehr über die Selbstständigkeit erfahren dann hol Dir hier einen kleinen kostenlosen Einblick


Ausmisten steht auf dem Plan

Heute mache ich mal einen Streifzug durch meinen Kleiderschrank und die diversen Ablagen.


Ein langes Berufsleben mit vielen Modeschauen, welche ich mit bestückt habe, liegt oder hängt teilweise noch bei mir herum. Was macht man mit Kleidern, welche man selbst nicht anziehen kann, weil die Größe nicht passt. Vor ca. 25 Jahren konnte ich meine Tochter mit dem ein oder anderen Stück erfreuen oder hin und wieder etwas verkaufen.


Meine letzte Teilnahme an einer Modenschau war im Jahr 2017, danach habe ich beschlossen jetzt ist Schluss damit. Es ist zwar immer eine große Herausforderung Kleidungsstücke für eine Schau zu erstellen doch erfordert es auch einen großen Einsatz an Zeit, Material und letztendlich auch Geld um etwas herzustellen.

Einen kleinen Streifzug durch die Jahrzehnte zeigt dieses Foto. Es sind längst nicht alle Kleidungsstücke da einiges nicht fotografiert wurde oder nur als Video von der damaligen Handwerksmesse oder anderen Veranstaltungen  vorliegen.
Ja auch diese Highlights gibt es in unserem Beruf. Meistens wird dies in den Verbänden geboten, wodurch man ein großes Umfeld an Bekanntheit erlangt.

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Besonderer Auftrag

Wie ich schon berichtet habe liegt mein Hauptgeschäft nicht mehr in der Annahme von jeglichem Auftrag. Nach 48 Jahren Selbstständigkeit nehme ich mir die Freiheit nur die Aufträge anzunehmen, an denen ich mein kreatives Können anwenden kann. Ich möchte auch nicht falsch verstanden werden wegen Änderungsaufträgen, sie bringen Einnahmen die ein jedes Atelier gut gebrauchen kann. Nur für mich habe ich beschlossen diese Arbeit nicht mehr anzubieten.
Mit meinen Beiträgen möchte ich Dich ermutigen, wenn Du den Wunsch verspürst in diesem Handwerk tätig zu werden Dir dazu vielleicht ein paar Hilfestellungen anzubieten. Daher berichte ich dieses Mal von meinem letzten Auftrag, den ich mit sehr viel Freude erledigt habe.

Im letzten Jahr kam ein besonderer Auftrag auf mich zu Kleidung nähen für eine Behinderte Person. Diese Art der Herstellung von Kleidungsstücken ist keine einfache Angelegenheit. Meine Kundin ist eine Frau mit Down-Syndrom. Eine ganz liebevolle nette Person, die in einem Frauenkörper steckt doch deren Entwicklung auf der Stufe eines Kindes stehengeblieben ist.
Schon das Abnehmen der Maße gestaltete sich nicht ganz einfach, weil die Personen so ihre Eigenarten haben. Vertrauen das war die Grundbasis, die ich schaffen musste um überhaupt meine Arbeit tun zu können und das erforderte sehr viel Zeit.

Ich habe dann mit den Maßen die ich abnehmen konnte zuerst einmal einen Prototyp angefertigt um überprüfen zu können wie die Teile in der Balance an diesem nicht einfachen Körper sitzen. Das war die eine Aufgabe die konnte ich sehr gut lösen. Was mich jedoch viel mehr beschäftigte wie ich dieses „große Kind“ letztendlich so anziehe dass es sich darin wohlfühlt.
Wochenlang habe ich überlegt mir Modelle ausgedacht sie dann wieder verworfen. Es sollten 2 Sommerkleider werden, möglichst mit der Lieblingsfarbe rosa oder pink die Stoffe waschbar und gut zu pflegen das war wichtig für das Pflegeheim. Aus meinem Prototyp, den ich mir als Grundschnitt aufbereitet hatte, wurden dann 2 Schnitte erstellt etwas verspielt aber dennoch passend für eine optisch ältere Person.

Es sind nicht nur die Aufträge für große Roben und schicke Kleider womit wir uns beschäftigen, sondern ganz oft ist es die übliche normale Kleidung, die man nicht in jedem Textilgeschäft bekommt. Jetzt in der Corona-Zeit ist man froh an unserer Arbeit für die Maskenherstellung, vielleicht kommt für das ein oder andere Atelier noch das Anfertigen von Schutzkleidung dazu. Ich glaube daher fest daran, dass unser Handwerk wieder eine Renaissance erlebt. Wenn Du gut bist und Du diesen Beruf erlernt hast, dann steige ein in diese Selbstständigkeit denn es ist sehr erfüllend etwas selbst zu gestalten und andere Menschen damit zu erfreuen.
Falls Du noch Unterstützung für den Eintritt in Deine freie Unabhängigkeit brauchst, dann sieh mal auf meiner Seite Gründen nach, vielleicht hilft Dir der ein oder andere Ratgeber dabei.

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Home-Office!

Über mein Home-Office werde ich Dir heute einmal ein wenig berichten. Schon vor Corona war mein sogenanntes Home-Office meine Einkommensquelle. Nicht in Form eines Computers, sondern mit einer kleinen Werkstatt mit den benötigten Maschinen um ein Schneideratelier zu betreiben.

 

Kleidung herzustellen das war schon immer mein Hauptgeschäft. Auch in Zeiten wo jeder unsere Arbeit nur mit einer Änderung an den konfektionierten Teilen in Zusammenhang bringt und fast jeder Anruf lautet, bin ich da bei der Änderungsschneiderei ……… ist man nicht unbedingt dazu gezwungen nur für diese Dienste in Anspruch genommen zu werden. Sicher auch mir hat es über viele Jahre geholfen diese Dienste anzubieten, denn allein von der Maßanfertigung konnte man nicht gut überleben. Doch eins hat mich schon immer geärgert, wenn wir, die wir dieses Handwerk wirklich gelernt haben auf dieses „nur ändern“ herunter degradiert werden.

Wissen überhaupt außenstehende was es für ein Aufwand ist nach Maßangaben, die aus einer Anzahl von Zahlen bestehen, einen perfekten Schnitt zu erstellen, um daraus letztendlich ein Kleidungsstück werden zu lassen. Wir in unserem Handwerk sind in der Lage aus einem Stück Stoff einen Anzug oder ein Abendkleid, Mantel, Bluse, Rock oder Hose und vieles mehr für den Kunden/in zu zaubern.

Diesen Blogbeitrag schreibe ich für Dich, wenn Du Dir vielleicht gerade überlegst, ob Du Dich selbstständig machen sollst mit Deinem erlernten Handwerk. Mein Berufsleben als selbstständige Maßschneiderin besteht nun schon seit 48 Jahren mit allen Höhen und Tiefen aber ich war und bin selbstständig und von keinem Chef abhängig.

Fange an Dir Dein selbstständiges Leben einzurichten. Habe den Mut dazu Dich unabhängig zu machen und übernehme die volle Verantwortung. Denn nach Corona wird wahrscheinlich vieles anders, vielleicht bekommt ja unser Handwerk auch wieder das Ansehen, für das was es leisten kann.
Lese hier wie ich anfing sicher das ist schon lange her doch im Grund genommen avon der heutige Zeit ausgesehen ist es nicht viel anders als damals.

 

 

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Community Maske

Nach einigem zögern habe ich letzte Woche beschlossen nun doch in die Maskenproduktion einzusteigen. Allerdings nicht im großen Stil, sondern erst mal nur für die Familie.


Zuerst fand ich dies alles ja etwas übertrieben doch als ich gestern die neuen Informationen über die weitere Handhabe mit der Pandemie gehört habe war ich ganz froh darüber, dass ich mich letzte Woche dazu entschlossen habe mal eine „Erstausstattung“ hergestellt zu haben. Zweierlei Muster habe ich ausprobiert und bin dann bei den rechteckigen hängengeblieben. Diese können entweder mit Gummi oder einem langen Bindeband hergestellt werden. Da in meinen Vorräten noch eine Rolle Gummiband vorhanden war benutzte ich für den Einstieg diese Variante. In meinen Resten fand ich jede Menge kleinere Stücke aus Baumwolle, die nun zu einem guten Zweck verwendet werden.
Der Schnitt dafür ist 25 × 19 cm das Gummiband ca. 19 bis 25 cm. Als Stoffe eignen sich hervorragend reine Baumwollstoffe die bei 60 °C gewaschen und heiß mit drei Punkten (BW) gebügelt werden können.


In eine größere Produktion möchte ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht einsteigen da es für mich jede Menge anderes zu tun gibt was mir nicht viel Zeit an der Nähmaschine übrig lässt. Doch wer sich mit Masken versorgen möchte dem empfehle ich meine Kolleginnen, die gern bereit sind hier einzuspringen. Mehr dazu auf meiner Facebookseite. Maßgeschneiderte Kleiderträume


Es riecht nach Frühling

In meinem heutigen Blogbeitrag widme ich mich nun wieder meinem eigentlichen tun dem Maßschneiderhandwerk.


Für viele meiner Kollegen ist ja diese Zeit des Stillstands nicht gerade eine willkommene Arbeitsunterbrechung. Ich muss mich manchmal gerade dazu zwingen etwas Produktives in meinem Atelier zu erstellen. Vor ein paar Wochen habe ich mein Steppjäckchen fertiggestellt und musste feststellen, dass mir dazu noch ein paar Kleidungsstücke fehlen. In meinem Stofflager befand sich noch ein schwarzer Hosenstoff und ein dünner Georgette Stoff ebenfalls in Schwarz was ich beides wunderbar miteinander kombinieren kann.


Nun hieß es kreativ sein, um einen passenden Schnitt für meine Bluse zu finden. Kreativ sein in diesen Zeiten ist nicht einfach denn die meisten unserer Zunft brauchen den gewissen Druck im Nacken damit die Kreativ Maschine angeworfen wird.
Der Schnitt für die Hose stand schnell fest doch das Oberteil wollte sich zu keinem Bild formen. Ich stöberte daraufhin meinen Kleiderschrank durch und mir fiel eine Bluse in die Hände, welche ich schon vor längerer Zeit hergestellt habe.

Jetzt ein Jahrzehnt später passt sie immer noch und muss nur für das neue Oberteil etwas verlängert werden. Vielleicht sollten auch die Ärmel umgestaltet werden mal sehen. Das Material des Tigeroberteil ist ebenfalls ein Georgette Stoff und im schrägen Fadenlauf geschnitten.
Also nichts wie ran an die neu entworfene Bluse.

Corona hat uns voll im Griff

Jetzt ist sie da die Krise, die fast alles niederstreckt. Viele haben sich noch nie darüber Gedanken gemacht wie das Leben aussehen würde ohne den ganzen Luxus, den wir haben. Nun ist es Ernst geworden und was fällt den Menschen ein sie hamstern und denken nicht an ihre Mitmenschen was ist das? Weiß sich heute niemand mehr zu helfen, wenn ein gewohnter Artikel in den Regalen fehlt.


Ich hatte vor über 10 Jahren meine größte Lebenskrise und musste kreativ handeln damit ich von dem Abwärtssog nicht mitgerissen wurde. Ganz dicht stand ich am Abgrund er war sehr tief aber ich habe nicht aufgegeben ihn zu überwinden. Vor was haben die Menschen Angst ich denke, es sind Dinge, die wir inzwischen als selbstverständlich ansehen die, auf einmal nicht mehr vorhanden sein könnten. Das fängt ganz klein im alltäglichen Zuhause an, plötzlich ist Kreativität gefragt bei ganz selbstverständlichen Dingen, wie zum Beispiel einer nahrhaften Mahlzeit mal kein Fast Food welches schnell an der Ecke beim Chinesen geholt wird. Denn wochenlang Fast Food für eine Familie ist zum einen nicht gesund und geht auch ganz schön ins Geld.

Was tun wenn plötzlich alles auf dem Prüfstand steht? Ja man lebte seither gut und bequem meistens auf Pump.
Mein Haus mein Auto mein Boot!
Nun wackelt alles und die Angst geht um.


All dies war bei mir plötzlich nicht mehr möglich und auch ich habe einige Zeit gebraucht das zu verstehen. Die Mitmenschen scherte das recht wenig, denn man war ja selbst schuld an dieser Lage, in die man sich hinein manövriert hatte. Ja gern zeigt man mit dem Finger auf solche Menschen warten wir es ab wer sich dazugesellt.
Auch der Staat wird nicht für alle den Sonnenschirm aufspannen, vor allem die kleinen werden darunter leiden. Die Hilfen die angeboten werden sollte der Kleinbetrieb daher so schnell wie möglich nutzen. Hoffentlich stellen sich dabei die Hausbanken nicht quer für so manchen Selbstständigen der sowie schon am Rande seiner Existenz steht. Denn an der Umsetzung oder besser gesagt am Willen so mancher Banker ist schon mancher Traum zerbrochen.

Ich hatte ebenfalls einen großen Traum der zerplatzte. Aus heutiger Sicht muss ich dazu sagen es war eine harte Zeit mit viel Verlust geschenkt habe ich dafür bekommen ein Leben, das ich mir so einteilen kann, wie ich es mag. Es war eine Erfahrung die mich reicher gemacht hat nicht im Sinn von Geld, sondern von neu gewonnenem Lebensglück.

So wünsche ich auch dir, dass du gut und gesund durch diese Krise kommst.

Ich habe meine Erfahrung von damals aufgeschrieben und als Krisenerfahrene Selbstständige möchte ich dir Mut machen nicht aufzugeben. Wie ich dies alles gemeistert habe kannst du hier erfahren, wenn du deinen Namen und deine Mailadresse hier einfügst, sende ich dir den Link zu meinem Buch.


Stil Schnitt und Fertigung

 

Ein etwas älterer Artikel fiel mir heute beim Aufräumen in die Hand er hieß


„Und Schnitt“
Stricken und Töpfern waren gestern, jetzt boomt das Nähen an der eigenen Maschine – gerne in Luxusausführung.


Was bis vor kurzem das Uncoolste überhaupt war hat sich zu einem Boom entwickelt. Wir von der nähenden Zunft, die dieses Handwerk von der Pike auf gelernt haben, sehen zu und staunen wie uns die selbsternannten Profis ausstechen.


Woher kommt der Trend selbst zur Nadel zu greifen, ich habe etwas recherchiert.

In dem Artikel, den ich oben erwähnt habe stand, dass der neue Trend auf der zunehmenden Verweigerung des alten basiert.

Dass so viele Menschen wieder nähen sei die Folge der totalen Verfügbarkeit und der totalen Uniformität. Seit die neue Welle der einst verpönten biederen Tätigkeit voll im Trend liegt verbringen viele ihre Freizeit mit dem neuerworbenen Hobby des Nähens.


Mitte der siebziger und Anfang der achtziger gab es die Ketten wie H&M, Zara, und wie sie alle heißen noch nicht. Auf dem flachen Land musste man sich schon selbst helfen und aus dem, was vorhanden war einigermaßen schicke Kleidung zaubern. Auch damals waren schon Burda und Vogue im Einsatz für den besonderen Schnitt.

Ich selbst nähe nun schon seit meinem 15zehnten Lebensjahr meistens nach eigenen Schnitten und selbstentworfenen Design. Vor Jahren war ich, sobald ich irgendwo eingeladen war, der Paradiesvogel der unaufhörlich ausgefragt und vielleicht auch ein wenig beneidet wurde um meine anders aussehende Kleidung. Ich konnte mir Materialien aussuchen, wie Wolle, Seide, Baumwolle oder Leinen, die ein angenehmes Tragegefühl erzeugten und noch dazu edel aussahen. Diese Zeit fiel genau in die Welle der wieder entdeckten Jeans und jeder kleidete sich von Kopf bis Fuß in die aus Arbeiterkleidung entstandene Jeans Mode. Plötzlich war normale Kleidung out und nähen wurde Uncool.


Die Bekleidungsszene hat sich in den letzten 30 Jahren total verändert nicht mehr das Einzelstück von einem angesehenen Modeatelier ist angesagt, sondern die Markenkleidung. Und auf diesem Weg veränderte sich auch der Gang in die Schneiderei, die ja so behauptet man angestaubt ist. Für die Ateliers blieben letztendlich meistens nur die Änderungen der angesagten Designer übrig. Dies hatte zur Folge, dass viele Ateliers ihre Ausbildungsarbeit aufgaben oder ganz verschwanden.

Wie kommt es nun zu dem neuen Trend der Selbstherstellung seiner Kleidung.

Guido Maria Kretschmer sagt, „Die Leute wollen nicht mehr diesen Globalen Einheitslook“ und hat mit dieser Aussage sicher recht. Durch seine Sendung „Geschickt eingefädelt“ hat sich Guido Maria Kretschmer mit Inge Szoltysik noch eine Fachfrau aus unserem Handwerk des Maßschneiders mit ins Boot geholt, was letztendlich sicherlich noch dazu beigetragen hat, dass viele zum nachahmen animiert wurden.


Heute lernt man nicht mehr Schneiderin, sondern bedient sich der vielen Tutorials auf Youtube, die haarklein erklären wie die anfallenden Näharbeiten zu bewältigen sind. Doch hier ist es wie bei jedem Handwerksberuf, fehlt die Grundausbildung gibt es oft auch kein zufriedenstellendes Endprodukt.


Das Angebot an Schnitten für die Hobbyschneiderin ist vielfältig doch manch einer vergisst bei der Herstellung seiner Kleidung Form und Stil passend zu seiner Figur. So gibt es wenig Passendes für die Frau ab 55 sie ist nicht mehr jung hat oft nicht mehr die optimale Figur für so manchen Schnittvorschlag. Eine gute Bekannte von mir brachte es vor einiger Zeit auf den Punkt. Es gibt zurzeit nur Alte, die sich wie Teenager kleiden, anscheinend kann die Modewelt mit der reifen Frau nichts mehr anfangen.

Das war für heute mein etwas kritischer Artikel zum neuen Boom des selbst Schneiderns. Ich wünsche dir jedoch an dieser Stelle viel Glück und Erfolg bei der Herstellung deiner selbstgenähten Kleidung, vielleicht findest du ja die ein oder andere Hilfestellung auf meiner Seite Massschneider-News