Rückblick zum Jahresende

 

Jetzt da ich nicht mehr jedem Trend hinterherlaufen muss, was ich im Grunde noch nie tat, habe ich ein wenig gestöbert in alten Journalen im Netz und bei Facebook und Co. Seit ich mich dem kreativen Handwerk gewidmet habe und darüber sind schon viele Jahrzehnte vergangen, sind die meisten meiner Kleidungsstücke in meinem Kopf entstanden. Es ist nicht so, dass ich mich nicht über die neuesten Trends informiert habe, daran bin auch ich nicht vorbeigekommen. Manchmal, wenn ich mir für mich etwas ausgedacht hatte, gab es ähnliche Kreationen dann auf den Laufstegen zu sehen.

Vielleicht ist es so eine unbewusste Schwingung die einen Kreativling erreicht ich weiß es nicht. In die Jahre gekommen auch was den modischen Bereich anbelangt bemühe ich mich bei meiner Kleidung zwar etwas anders auszusehen wie die Masse jedoch nicht wie ein bunter Vogel. Oft passiert es mir, dass ich etwas herstelle, mir dann überlege, was gibt mein Bestand an Kombinationen her und welche Teile könnte ich noch dazu gebrauchen. Ein Rock oder eine Hose sind bald genäht dazu vielleicht ein passendes Shirt oder eine Bluse und fertig ist das neue Outfit.

Minimalismus im Kleiderschrank das betreibe ich schon lange. Vor vielen Jahren war es die wenige Zeit für die eigene Garderobe, heutzutage kann ich sehr gut auf vieles verzichten.

In meinen jungen Jahren war ich genauso verrückt wie die heutigen Nähbegeisterten zu jedem Wochenende brauchte ich ein neues Kleid. Das brachte mich ganz schön in Stress und so wurden die Teile in einer Geschwindigkeit zusammengefügt die so manchen Fehler beinhaltete. Ich weiß es noch genau als ich mein erstes perfekt genähtes Teil hergestellt hatte, es war ein Glockenrock aus einem wunderschönen Tweed aus Schurwolle mit großen Taschen vorne mit Knöpfen geschlossen. Den Rock wollte ich zur Modenschau der Modeschule tragen doch es war Oktober und mir fehlte ein Oberteil und dazu eine passende Jacke. Was habe ich gemacht ich habe in meinem damals noch sehr geringen Bestand an Kleidungsstücken eine Bluse gefunden und kaufte mir eine schöne Strickjacke dazu! Die Kombinationen aus Rock Bluse und Jacke sah sehr gut aus doch wie gesagt es war Oktober und schon sehr frisch draußen, damals habe ich ganz schön gefroren.

Ein gutes hatte der Rock dann doch, von dort an wurde ich sorgfältiger in der Herstellung und habe nie mehr die Kleider zusammengeschustert nur, dass ich wieder ein neues Teil zum Anziehen hatte. Durch diese Erfahrung fing ich dann an mir nach und nach vom Rock (damals das Kleidungsstück) bis zur Jacke meine Kleidung zusammenzustellen.

Um nochmal den Minimalismus im Kleiderschrank aufzugreifen, wozu braucht der Mensch diesen Wahnsinns-Überfluss an allem oft genügt schon die Hälfte davon oder noch weniger. Vielleicht ist unsere Zeit gerade reif dafür über einiges nachzudenken.

 

Viele Jahre besuchte ich Seminare für die Praxis und was ich sehr wichtig finde für Management und Marketing. Die Praxisseminare halfen mir sehr meine Arbeit zu perfektionieren, sodass in meinem Atelier Musterteile von namhaften Konfektionen und Arbeiten für verschiedene Theater hergestellt wurden. Es war eine schöne Aufgabe, wenn Rollen von Stoffen, Futterstoffen und Einlagen und was alles noch dazugehörte angeliefert wurden, um diese zu verarbeiten. Vom Zuschnitt bis zur Fertigung wurde dann alles in unserem Atelier hergestellt.

Diese Dinge fliegen allerdings nicht von selbst ins Haus, dafür musste man sich schon etwas anstrengen. Marketing und Management Seminare leisteten mir hier eine gute Hilfestellung.
Ich bin überzeugt, dass dies auch heute noch geht, man muss nur bereit sein, Zeit und Geld zu investieren.

 

Das neue Jahr wäre doch ein wunderbarer Einstieg dafür wieder zu zeigen, dass unser wundervolles Handwerk noch da ist.

Ich wünsche allen ein gutes erfolgreiches und glückliches Neues Jahr

EdithF

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